Über die IVCG

FAQs

ORGANISATION
Woraus besteht die IVCG?

Vor 50 Jahren gegründet, besteht die IVCG aus Gruppen von Menschen in Verantwortung (Unternehmern, Ärzten, Professoren, Lehrern, ...) in allen Bereichen der Gesellschaft – heute in ca. 80 Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz – denen allen die Erfahrung gemeinsam ist, dass Christsein in seiner eigentlichen Bedeutung die Antwort auf den Sinn und die Bewältigung des Lebens beinhaltet.

Wie ist die IVCG strukturiert?

Unter dem Namen IVCG besteht ein körperschaftlich organisierter Verein mit Hauptniederlassung in Zürich. Die IVCG ist überkonfessionell und wirbt keine Mitglieder.

Zur Koordination eines gemeinsamen internationalen Auftritts hat sie einen internationalen Präsidenten, einen Vorstand und eine Exekutive mit einem Geschäftsführer. Die örtlichen Gruppen sind in mehrere Regionen zusammengefasst, deren Kommunikation und Zusammenhalt von einem Regionalleiter unterstützt werden. Die Arbeit der lokalen Gruppen wird von jeweils einem Gruppenleiter koordiniert.

Wie finanziert sich die IVCG?

Aus Spenden.

THEMEN
Sagt die Bibel etwas über den Sinn des Lebens?

Meist vermutet man die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht in der Bibel. Das hängt damit zusammen, dass man in seiner Ansicht vom Christsein eher vom historischen Erscheinungsbild der Kirchen oder von Sekundärliteratur über das Christsein geprägt ist und selten z.B. das Neue Testament selber gelesen hat.

Tatsächlich geht es in der Bibel eigentlich nur um den Sinn des Lebens: daß es ihn gibt, was er ist und wie man ihn findet. Entscheidend ist dabei die Aussage, dass sich der Sinn des Lebens nicht aus dem Studium philosophischer oder religiöser Abhandlungen erschließt, sondern aus einer unmissverständlichen inneren Erfahrung.

Wie man zu dieser konkreten Erfahrung gelangt, das ist der wesentliche Kern der Informationen in der Bibel.

Sind nicht alle Religionen letztlich gleich?

Es besteht ein entscheidender Unterschied. Christsein ist keine Religion.

Bei den Religionen – sei es der Islam, das Judentum, der Hinduismus, Buddhismus, die Naturreligionen oder alle Ausprägungen der Esoterik – muss der Mensch durch Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften, durch Meditation, Fasten, Wallfahrten oder Opfern von Tieren usw. versuchen, zur Reife, Vollkommenheit, zum Sinn des Lebens oder in den Himmel (oder wie man dieses End-Ziel des Menschen bezeichnen möchte) zu kommen.

Wenig bekannt ist aber die zentrale Aussage der Bibel, dass es völlig unmöglich ist, dieses Ziel auf diese Weise, aus eigener Anstrengung, zu erreichen. Es muss vom Urheber des Lebens geschenkt werden – als neues inneres Wesen oder neues Leben.

Intellektuell ist diese Aussage schwer fassbar, und tatsächlich bringt erst die persönliche Erfahrung die Erkenntnis ihrer eigentlichen Bedeutung. In diesem Sinne sind Religionen mit dem Christsein unvereinbar: Religionen bestehen in religiösen Handlungen. Christsein besteht in einem neuen Leben.

Christsein: nur blinder Glaube oder konkrete Erfahrung?

Die Vorstellung eines „blinden Glaubens“ als Kernbestandteil des Christseins beruht auf einer irrigen Auffassung vom Christsein. Der Glaube ist nur die Funktion, mit der man geistige Wahrheiten erfasst. Entscheidend ist, dass man vom Glauben zum Erkennen, zu einer inneren Wahrheitsempfindung kommt. Erst dann hat das Christsein in seiner eigentlichen Bedeutung überhaupt erst begonnen.

Dieser Prozess, durch den man zur Entdeckung bis dato unbekannter Realitäten kommt, ist auch sonst nicht unbekannt. Zum Beispiel glaubte Columbus, daß er Land finden würde, und fand Amerika – auf Grund dieses Glaubens.

Analog verhält es sich mit der Entdeckung bzw. Erfahrung eines Christen. Daß man vom Glauben zum Erkennen kommt ist zwar eine wenig bekannte, aber zentrale, nicht zu übersehende Aussage der Bibel. Bei diesem Erkennen handelt es sich um eine fundamentale Erfahrung – dort, wo man Wahrheit erfährt – aus der sich der Sinn des menschlichen Lebens erschließt.

Religiöse Erfahrungen - nur elektrochemische Prozesse im Gehirn?

In der Tat ist es möglich, durch Meditation, Genuss von gewissen pflanzlichen und synthetisch-chemischen Substanzen sowie durch Stimulation des Gehirns mittels magnetischer Felder ungewöhnliche Wahrnehmungen hervorzurufen, die den Gedanken nahelegen, dass man es hier mit etwas Göttlichem zu tun hat.

Christsein hat nichts mit solchen meist halluzinogenen „religiösen Erfahrungen“ zu tun. Die Erfahrung eines Christen besteht aus einer Wahrheitsempfindung: der als unmissverständlich als Wahrheit empfundenen Geborgenheit seines Lebens in der Obhut des Urhebers dieses Lebens.

Ist die Bibel nicht unvereinbar mit der Naturwissenschaft?

Es zeigt sich, daß sich die moderne Naturwissenschaft von den klassischen Ansichten, die noch im Widerspruch zu biblischen Aussagen standen, immer mehr entfernt und sich dabei den biblischen Aussagen immer mehr annähert und sie bestätigt.

Eines der vielen Beispiele: Die biblische Aussage, daß das Weltall einen Anfang hat und aus dem Nichts entstanden ist, wurde noch vor 100 Jahren als Hinweis auf die Unglaubwürdigkeit der Bibel belächelt. Heute ist diese Aussage mit der Entdeckung des Urknalls bestätigt.

Schließt die Evolutionslehre die Existenz Gottes nicht aus?

Der Status der Evolutionslehre als eine über eine Hypothese hinausgehende, endgültig verifizierte, naturwissenschaftliche Theorie ist nicht ausnahmslos akzeptiert.

Aber selbst, wenn die Evolutionslehre stimmen würde, könnte nicht gefolgert werden, daß es keinen Urheber allen Seins gäbe. Denn die Frage nach dem Ursprung der Neutronen, Protonen, Elektronen usw. mit der erstaunlichen Eigenschaft, daß durch hinlänglich langes Interagieren dieser, solch komplexe Wesen wie der Mensch entstehen können, bliebe unbeantwortet.

Vor allem aber kann natürlich nicht allein dadurch auf die Nichtexistenz eines Urhebers eines Systems geschlossen werden, dass man glaubt, das System verstanden zu haben. Niemand würde z.B. aus dem Verstehen der Funktionsweise eines Computers schließen, daß es keine Ingenieure gäbe, die diesen entwickelt haben.

Gleiches gilt natürlich auch dann, wenn es sich um ein Universum handelt, oder um das Leben.

Was sind die Kernaussagen des Evangeliums?

Die Kernaussagen der Bibel – aus den verschiedensten Gründen leider nur wenig bekannt – durchziehen die ganze Bibel. Sie erscheinen in den unterschiedlichsten Formaten und Kontexten, aber i.W. weisen sie immer auf die folgenden Aussagen hin:

  • Der Mensch ist für Beziehung geschaffen.
  • Der endgültige Sinn des Lebens entfaltet sich erst dann, wenn eine Beziehung mit dem höchstmöglichen Gegenüber entstanden ist: Dem Erfinder des Lebens.
  • Diese Beziehung – wenn sie einsetzt – wird als ein unerschütterliches, vorher nicht gekanntes Wissen darüber erfahren, daß man von diesem Urheber kompromisslos geliebt ist und daß das eigene Sein daher in einem endgültigen Sinne für immer geborgen ist.
  • Die Bibel beschreibt diesen Urheber als absolute Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit.
  • Das menschliche Verhalten ist oft vom Gegenteil dieser Eigenschaften gekennzeichnet - ein Phänomen, das als Schuld in der Erinnerung verbleibt.
  • Es ist unmittelbar einsichtig, daß die o.g. Beziehung erst dann beginnen kann, wenn der Mensch seine Schuld losgeworden ist. Erst dann ist er sozusagen aus höchster Warte „liebenswürdig“.
  • In der erforderlichen Totalität kann das laut Bibel allerdings kein Mensch erreichen. Jeder Selbstversuch wäre Hybris angesichts der Qualität des Schöpfers.
  • Insofern müsste der Schöpfer selbst es tun. Und dies ist eine der Kernaussagen der Bibel: Er tut es. Er vergibt alle Schuld.
  • Aber er ist damit kein Schwamm-drüber-Gott: Seine Reaktion auf alles Unrecht kommt auch. Er richtet alle Schuld.
  • Einen Menschen gleichzeitig richten und ihm vergeben ist aber nicht möglich. Dieses Dilemma hat nur eine Lösung: Ein anderer nimmt stellvertretend das Gericht auf sich. Das ist Jesus am Kreuz.
  • Auf diese Weise kann dem Menschen vergeben werden und die Beziehung zum Schöpfer einsetzen, ohne daß der Schöpfer sich in seiner Gerechtigkeit kompromittiert.
  • Da das Geschenk der so ermöglichten Vergebung ein geistiges ist, muß man es auch mit „geistigen Händen“ ergreifen: Das ist der Glaube.

Die glaubende Annahme dieser Vergebung führt erstaunlicherweise zu einem Erkennen, das man vorher noch nicht hatte. Man kommt vom Glauben zu einer inneren Gewissheit. Diese innere Erfahrung manifestiert sich als unmissverständliche Wahrheitsempfindung und markiert den Anfang des Christseins.

Wie wirkt sich Christsein im Alltag aus?

Christsein im Alltag manifestiert sich nicht hauptsächlich als Bestreben, christlich zu handeln. Es besteht in erster Linie nicht in dem Versuch, durch christliches Handeln Christ zu sein, nicht darin, vom Handeln zum Sein zu kommen. Im Gegenteil: Es manifestiert sich als Auswirkung eines neuen Seins auf das Handeln. Ausgangspunkt ist die Erfahrung eines veränderten Seins auf der Grundlage einer endgültigen Geborgenheit, die es prinzipiell überhaupt erst ermöglicht, sich wirklich christlich zu verhalten.

Beispielsweise ist die Ursache von Lüge meist die Furcht davor, daß man Schaden erleiden könnte, wenn die Wahrheit ans Licht käme. Aber in der Gewissheit der völligen Geborgenheit, was immer geschieht, hat diese Angst keinen Platz mehr. Man kann es sich sozusagen leisten, die Wahrheit zu sagen. Das Sein führt automatisch zum Tun. Ähnliches gilt ganz generell für das Gebot der Nächstenliebe in allen seinen Facetten.

Allerdings ist dieses Leben vom Sein zum Tun wachstümlich: In dem Maße, wie sich das Bewusstsein dieser endgültigen Geborgenheit vertieft, wird das Verhalten entsprechend dieser von Ängsten befreiten Befindlichkeit immer selbstverständlicher.

Wird Gebet erhört?

Zum Wachstum eines Christen gehört eine sich bis zu den erstaunlichsten Erhörungen vertiefende Gebetserfahrung. Dabei lernt er allmählich die entscheidenden Voraussetzungen erhörlichen Gebetes kennen.

Dazu gehört insbesondere die völlige Bejahung der Grundlage des christlichen Seins, nämlich die Vergebung. Vergebung der eigenen Verfehlungen durch die höchste Instanz und Vergebung der Verfehlungen anderer an mir durch mich.

Ferner, dass nicht die Intensität des Bittens Voraussetzung für die Erhörung ist, sondern die entspannte und erleichterte Haltung des Glaubens.

Schließlich bewirkt das geduldige, mitunter lange „Dranbleiben“ des Beters eine Veränderung des Charakters und eine sich ständig vertiefende Erkenntnis, dass Gott keine penny-in-slot-machine für x-beliebige Wünsche ist, sondern uns als Partner in der Umsetzung seiner Ziele zum Wohle der Menschen haben möchte.

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Ob es ein Weiterleben nach dem Tod geben könnte, kann durch verstandesmäßige Betrachtungen sicher nicht entschieden werden – höchstens könnte die grundsätzliche Möglichkeit durch folgende Überlegung eine Unterstützung finden:

Es ist offensichtlich, dass das Ich-Bewusstsein, das „Ich“ eines Menschen, eine Realität ist. Ebenso offensichtlich ist, daß es immateriell ist: Man kann weder eine räumliche Ausdehnung noch eine genaue Lokalisierung dieses „Ichs“ angeben. Gleichzeitig scheint es nicht vom „Zahn der Zeit“ berührt zu sein: Während sich das Aussehen eines Menschen mit 70 erheblich von seinem Aussehen mit 10 unterscheidet, bleibt das „Ich“ vollkommen unverändert. Seine Existenz scheint unabhängig von der Funktionsfähigkeit seiner „Hülle“, des Körpers, zu sein, auch wenn dieser immer weiter verfällt. Völlig abwegig ist der Gedanke dann nicht mehr, daß diese Existenz auch dann weiterbesteht, wenn die Hülle schließlich gänzlich aufgehört hat zu funktionieren.

Dieser Fortbestand des „Ichs“, des eigentlichen Wesens des Menschen, der im Rahmen solch einer verstandesmäßigen Betrachtung zunächst nur eine Denkmöglichkeit darstellt, wird zu einer Gewissheit im Rahmen der in den anderen FAQs beschriebenen, erstaunlichen Erfahrung, die den Kern des Christseins ausmacht.

Es ist dann eine konkrete Erfahrung, daß der Tod seinen Schrecken verloren hat. Er ist nicht das Ende.

Wenn es einen liebenden Gott gibt – warum lässt er Leid zu?

Im Buddhismus heißt es, der Grund allen Leidens ist das „Anhaften“ am Vergänglichen. Das entbehrt nicht einer gewissen Logik. Dadurch, daß der Mensch sein höchstes Gut in vergänglichen Dingen sieht (Karriere, Geld, Beziehungen usw.), ist der Verlust seines höchsten Gutes vorprogrammiert – nämlich auf den Moment, wo ihm dieses Gut infolge seines vergänglichen Wesens entgleitet. Diesen Verlust empfindet der Mensch als Leid. Und eine weitere fatale Konsequenz des Anhaftens an Vergänglichem ist, dass der Mensch sich nun genötigt fühlt, den Bestand seines höchsten Gutes notfalls gegen die Interessen anderer zu sichern (z.B. durch das skrupellose Zusammenraffen an Unsummen von Geldern auf Kosten anderer) oder mit Gewalt zu verteidigen. Der Mensch empfindet nicht nur Leid, er verursacht es auch.

Allerdings greift diese Antwort noch zu kurz. Denn nun stellt sich die Frage, warum lässt Gott das Anhaften zu, das dann zu Leid führt?

Hier setzt die tiefere Diagnose der Bibel an. Der Fehler liegt nicht an dem Bedürfnis des Anhaftens, sondern daran, daß der Mensch sich für das falsche Objekt des Anhaftens als höchstes Gut entscheidet, für das Vergängliche an Stelle des Unvergänglichen, für die Schöpfung an Stelle des Schöpfers. Die gesamte Bibel befasst sich ausschließlich mit dem Thema dieser Entscheidung und seiner Folgen.

In dieser Orientierung hat sich der Mensch in eine derart leidvolle Situation hinein manövriert, daß die Bibel von der Notwendigkeit einer Rettung spricht. Wie diese Rettung erfolgt, ist der für die meisten völlig unbekannte Kern des Evangeliums. Entscheidend ist dabei die Aussage, daß der Mensch sich aus diesem Dilemma nicht mehr aus eigener Kraft, nicht vermöge religiöser Anstrengungen oder ideologischer Weltverbesserungssysteme befreien kann. Es muß vom Schöpfer selber ausgehen.

Daß dies möglich ist, kann zu der erstaunlichen, persönlichen Erfahrung von jedem werden, der sich ernsthaft mit dem Bestseller aller Zeiten beschäftigt. Mit dieser Erfahrung setzt dann auch eine neue Wahrnehmung von Leid an: Es wird in zunehmenden Maße überstrahlt von einer tiefen Geborgenheit in Gott, die unabhängig von allem Veränderlichen, von allen Wechselfällen des Lebens ist – selbst vom Tod.