Der Verlust von Beziehungen (Jim Mathis)

Da ich aufgrund der Pandemie viel zu Hause war, fühlte ich mich schnell, als sei ich um Jahre gealtert. Nicht, weil ich zu viel gegessen oder zu viel ferngesehen hätte, sondern weil ich die Menschen um mich herum vermisste. 

Ich vermisste es, mich mit Freunden auf einen Kaffee oder zum Mittagessen zu treffen, und besonders vermisste ich junge Menschen. Wir gehen in eine große Gemeinde mit vielen jungen Mitgliedern. Meine Frau und ich gehören zu den ältesten Ehepaaren dort. Viele Kinder und Teenager laufen dort herum, was auch durch die Musik widergespiegelt wird.  

Ich vermisse es, mit den Menschen zu sprechen und für die kommende Woche aufzutanken. Ich vermisse die jungen Familien aus unserer Gemeinde (auch wenn ich gar nicht erst versuche, mir die Namen aller Kinder zu merken), ja, die regelmäßige Interaktion mit anderen Menschen. 

Die Menschen, mit denen wir Zeit verbringen, prägen uns; man sagt sogar, wir werden zum Durchschnitt unserer fünf besten Freunde. Wenn wir Zeit mit klugen Menschen verbringen, die uns herausfordern, zu lesen und uns zu bilden, tun wir das ganz selbstverständlich auch. Wenn unsere Freunde sportlich sind, machen auch wir mehr Sport. Wenn unsere Freunde arrogante Snobs sind, werden auch wir ihrem Beispiel folgen. Unsere Freundschaften formen uns also zu den Menschen, die wir sind. 

Erwartungsgemäß betont auch die Bibel die Bedeutung unserer Beziehungen zu anderen Menschen. Hier nur einige Beispiele:

Wir wurden für Beziehungen geschaffen. Von Anfang an wollte Gott, dass die von Ihm geschaffenen Menschen eine Beziehung zu Ihm genießen, doch Er weiß, dass wir auch zu anderen Menschen gesunde Beziehungen haben müssen. „Gott, der Herr, sagte: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm jemanden zur Seite stellen, der zu ihm passt!“ (1. Mose 2,18).     

Einsamkeit kann schrecklich sein. So wie die Gemeinschaft mit anderen Menschen uns motivieren kann, kann der Mangel an Interaktion uns schwächen. „Manch einer lebt völlig allein und hat weder Kinder noch Geschwister. Trotzdem arbeitet er ohne Ende und ist nie zufrieden mit seinem Besitz. Aber für wen mühe ich mich dann ab und gönne mir nichts Gutes mehr? Das ist doch unsinnig, so vergeudet man nur seine Zeit!“ (Prediger 4,8). 

Die Gemeinschaft mit anderen Menschen bringt viele Vorteile. Die Verbundenheit mit anderen Menschen schützt nicht nur vor Einsamkeit. „Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft!… Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!“ (Prediger 4,9-12). 

Hoffentlich werden wir in den kommenden Monaten wieder Zeit mit alten Freunden verbringen und neue Freundschaften schließen können, neuen, spannenden Aktivitäten nachgehen und neue, positive Gewohnheiten entwickeln. Jetzt haben wir die perfekte Gelegenheit dazu, unser Leben neu zu gestalten. Denken Sie daran, die Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, haben einen starken Einfluss darauf, wer wir sind, und wer wir werden. Wählen Sie also weise.   

Copyright 2021, Jim Mathis besitzt in Overland Park, Kansas, ein Fotostudio und betreibt eine Schule für Fotografie.

Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen:
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

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Sorge dafür, dass du nicht allein bist. Denn, wenn du fällst, hilft dir niemand auf. Bist du zu zweien, dann stützt einander. (Jim Mathis)