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Ausgabe 02/12 

Human Capital – Investition in die Zukunft?

Der englische Begriff Human Capital bedeutet auf Deutsch Humankapital und bezeichnet in der Wirtschaftswissenschaft die ‘personengebundenen Wissensbestandteile in den Köpfen der Mitarbeiter’.1 Unter Humankapital versteht man sämtliche Fähigkeiten und Kompetenzen sowie das gesamte Wissen, das Menschen haben und das durch Ausbildung und Erfahrung erworben wurde bzw. wird.

In der so genannten Humankapitaltheorie der Volkswirtschaftslehre wird Humankapital unter dem Gesichtspunkt von Bildungsinvestitionen betrachtet. In der betriebswirtschaftlichen Faktorenlehre nach Erich Gutenberg ist Humankapital ein Produktionsfaktor ebenso wie physisches Kapital.2

Eine große Anzahl von wirtschaftswissenschaftlichen Theorien weist auf die positiven Auswirkungen von Humankapital auf Wachstum und Beschäftigung hin. Und es hat sich inzwischen in den Führungsetagen herumgesprochen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die wichtigste Ressource jedes Unternehmens sind. Ihre Kompetenz, ihre Motivation, ihre Kreativität, ihre Innovationskraft sind ausschlaggebend für den Erfolg eines Unternehmens und letztendlich für den Erfolg einer gesamten Volkswirtschaft.

Und so investieren insbesondere große Unternehmen viel in Aus- und Weiterbildung, aber auch in Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Beschäftigten. So durfte ich vor einigen Jahren als langjährige Mitarbeiterin eines großen deutschen Konzerns an einer dreieinhalbwöchigen Kreislauftrainingskur in wunderschöner Umgebung teilnehmen, durfte viel Sport treiben, mich rundum verwöhnen lassen und mal so richtig auftanken – mein Eigenanteil daran bestand lediglich in einer Woche Urlaub; den Rest übernahm die Firma!

Wenn ich darüber nachdenke, dann fallen mir immer mehr ‘Wohltaten’ zur Gesunderhaltung ein, die man als Mitarbeiter in Anspruch genommen hat. So wurde beispielsweise eine Rückenschule angeboten, an der man über einen längeren Zeitraum kostenlos teilnehmen konnte, um Rückenbeschwerden vorzubeugen. Darüber hinaus gab es alljährlich so genannte ‘Kick-Offs’ zum Auftakt und zur Einstimmung auf das neue Geschäftsjahr – meist mit Eventcharakter zur Motivation der Mitarbeiter. Vom rustikalen Grillen auf dem Drachenfels über nobles Tagen im Schlosshotel, von einer tollen ‘Action’-Veranstaltung in Münchner Filmstudios bis hin zu ‘Stars in Concert’ im Estrel Berlin war alles dabei.

Human Capital 

Neben Spaß und Unterhaltung soll selbstverständlich auch das Lernen nicht zu kurz kommen: Im jährlich stattfindenden Mitarbeitergespräch mit dem Vorgesetzten werden neben den Zielen für das kommende Jahr auch Maßnahmen zur Zielerreichung wie Seminare zur Weiterbildung und zum Kompetenzaufbau vereinbart und festgeschrieben. Diese kommen in die Personalakte, und es wird überprüft, ob die vereinbarten Maßnahmen auch durchgeführt wurden

Selbstverständlich sind die Beweggründe für all diese Aktivitäten, die die Firmen viel Geld kosten, ganz sicher nicht reine Nächstenliebe oder Menschenfreundlichkeit, sondern letztlich der langfristig angestrebte wirtschaftliche Nutzen für das Unternehmen. Dennoch profitieren beide Seiten gleichermaßen – also eine echte Win-win- Situation!

Solche Maßnahmen leisten sich Unternehmen üblicherweise nur in wirtschaftlich guten Zeiten. In Krisenzeiten werden sie eher zurückgefahren. Und je nach Wirtschaftslage werden gute Mitarbeiter entweder als Wettbewerbsvorteil, den es zu fördern gilt, oder als lästiger Kostenfaktor, den man wenn möglich abbaut, betrachtet. So steht also in Volks- und Betriebswirtschaft in erster Linie der ökonomische, der monetär messbare ‘Nutzen’ eines Mitarbeiters im Vordergrund.

Instinktiv wissen wir jedoch sehr genau, dass der Mensch viel mehr ist als das, was er als Arbeitnehmer produziert oder erwirtschaftet. Viel mehr als das, wofür er vom Arbeitgeber bezahlt wird. Viel mehr als das, was ihn zu einem Produktions- oder Wirtschaftsfaktor macht. Denn der Mensch lässt sich nicht auf seinen materiellen Nutzen, seinen Gebrauchswert, seinen Mehrwert für Firma oder Gesellschaft reduzieren.

Und so verwundert es nicht, dass der Begriff Humankapital 2004 zum Unwort des Jahres gekürt wurde. Das Wort degradiere nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern Menschen überhaupt ‘zu nur noch ökonomisch interessanten Größen’, lautete die Begründung.

Demgegenüber formulierte der britische Volkswirt Alfred Marshall bereits 1890 in seinem Werk ‘Principles of Economics’, dass ‘das wertvollste Kapital das in Menschen investierte ist’. Dagegen lässt sich nichts einwenden, wird hier der Mensch selbst doch nicht als rein ökonomische Größe gesehen, sondern lediglich das in ihn investierte Kapital. Marshall meinte damals insbesondere das Kapital, das Familien in ihre Kinder investieren. Dem können moderne Pädagogen und Erziehungsberater nur zustimmen. So wie Eltern normalerweise gern und mit Freude in ihre Kinder investieren – und zwar nicht nur Geld, sondern vor allem auch Liebe, Zeit und Zuwendung – genauso hat unser himmlischer Vater in uns, seine Geschöpfe investiert. Und noch viel mehr als das: Er hat seinen Sohn als Mensch auf die Erde geschickt. Zur Vergebung unserer Schuld ist Jesus am Kreuz gestorben, damit wir ewiges Leben bei ihm haben. Eine Investition in die Zukunft – in unsere Zukunft.

Und deshalb sind Sie und ich und ist jeder Mensch als Gottes Geschöpf einzigartig und unendlich wertvoll – unabhängig von seiner Leistung oder seinem ‘Nutzen’, also auch ein pflegebedürftiger, kranker oder alter Mensch. Wir müssen nichts leisten, wir müssen keine großen Taten vollbringen, wir müssen niemandem etwas beweisen. Gott möchte lediglich, dass wir an ihn glauben. Ist das zu viel verlangt?

Gott liebt jeden einzelnen Menschen uneingeschränkt – einfach so! Und Gott fragt nicht nach dem Nutzen, den wir Menschen für ihn haben. Er liebt uns so, wie wir sind – mit all unseren Fehlern und Schwächen. Und er hat immer Zeit für uns; wir können uns jederzeit im Gebet, auch mit unseren Sorgen und Nöten, an ihn wenden. Wir können die Gewissheit haben: Er wird uns niemals im Stich lassen – egal, was passiert.

Die Bibel, dieses Jahrtausende alte Buch voller Lebensweisheiten, sagt uns, dass wir allein durch den Glauben an Jesus Christus Gottes Kinder werden.3 Wenn Sie ihm also glauben, dann sind Sie Gottes Kind.4 Ist das nicht großartig? Falls Sie noch nicht an Gott glauben, dann verlieren Sie keine Zeit! Fangen Sie möglichst bald damit an, Ihre unbeantworteten Fragen zu klären!

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1 Burkhard Jaeger: Humankapital und Unternehmenskultur, S.1

2 Wikipedia: Humankapital

3 Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu sein. (Johannes, Kapitel 1, Satz 12)

Denn durch den Glauben an Jesus Christus seid ihr nun alle zu Kindern Gottes geworden. (Galater, Kapitel 3, Satz 26)

Alle, die sich vom Geist Gottes regieren lassen, sind Kinder Gottes. (Römer, Kapitel 8, Satz 14)

4 Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. (Johannes, Kapitel 3, Satz 16)

Die Autorin

Sigrid v. Schmude

Sigrid v. Schmude

Diplom-Mathematikerin, D-Berlin

Fast 30 Jahre Tätigkeit in der IT-Branche, u.a. als Qualitäts-Managerin, Marketing-Managerin, Management Consultant und Dozentin, seit 2007 freiberuflich und verstärkt ehrenamtlich tätig,

verheiratet mit Dr. Lothar v. Schmude, zwei erwachsene Töchter

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