

Ein Abenteuer erleben, etwas Aufregendes unternehmen, mal aus dem Alltags-Einerlei herauskommen – wer möchte das nicht?
Bereits Kinder träumen von Abenteuern in der großen weiten Welt, und nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene lassen sich gern entführen in eine spannende Welt voller gefährlicher Abenteuer mit meist männlichen Helden im Mittelpunkt. Unzählige Jugendbücher und Abenteuerromane zeugen davon. Ob Karl Mays Winnetou, Emil und die Detektive oder der moderne Harry Potter – alle durchleben und bestehen sie spannende Abenteuer, wenn auch zugegebenermaßen Abenteuer recht unterschiedlicher Art.
Doch was bedeutet eigentlich ‘Abenteuer’? Wikipedia definiert Abenteuer (abgeleitet vom Lateinischen: adventura = Ereignis) als eine risikoreiche Unternehmung oder auch ein Erlebnis, das sich meistens stark vom Alltag unterscheidet.
Und die Frage stellt sich: Gibt es Abenteuer auch im ‘richtigen’ Leben? Und ist es überhaupt erstrebenswert, Abenteuer im realen Alltag zu erleben? Oder brauchen wir Abenteuer vielleicht sogar, um die Anforderungen, die an uns tagtäglich gestellt werden, besser meistern zu können, um einfach glücklicher zu sein?
Einige Zeitgenossen werden sofort zustimmen und sagen: Selbstverständlich braucht man Abenteuer für ein wenig Abwechslung und denken dabei vielleicht insgeheim an eine weitere Bedeutung des Begriffs Abenteuer, nämlich an eine flüchtige (außereheliche) Affäre. Und wenn wir uns auf die obige Definition zurückbesinnen – das Wort wird hier ja recht treffend verwendet, denn ein solches Abenteuer ist wohl häufig ein Erlebnis, immer aber auch eine risikoreiche Unternehmung, wie unzählige Ehescheidungen, die häufig genug auf solche – bei manchen immer wiederkehrende – Abenteuer zurückzuführen sind, leider beweisen.
Die Suche der meisten Menschen nach Abenteuern machen sich auch die Reiseanbieter zunutze. Sie versprechen in ihren bunten Reiseprospekten Abenteuer in aller Welt – ob Dschungeltouren, Expeditionen oder Wildlife- Safaris, der Nervenkitzel ist angeblich immer inklusive. Wobei dies hier sicher nicht ganz ernst zu nehmen ist, denn schließlich wollen die Reiseteilnehmer alle wieder gesund nach Hause kommen. Diese Touren sind im Allgemeinen gut organisiert und nichts bleibt dabei dem Zufall überlassen. Aber immerhin, man erlebt auf diesen Reisen bestimmt etwas, das sich vom Alltäglichen stark unterscheidet und wovon man lange nach der Rückkehr in den Alltag noch zehren kann.
Oder denken wir an andere moderne Methoden, um Herzschlag und Adrenalin- Ausschüttung in die Höhe zurückdenken und von dem man noch Monate später seinen Freunden und Bekannten erzählen kann.
Ist unser Alltag so eintönig, so langweilig geworden, dass wir ihm mit solchen spektakulären Aktionen entfliehen müssen?
Eigentlich ist unser heutiges Leben im 21. Jahrhundert – zumindest das in den reichen Industriestaaten – viel spannender, vielfältiger und abwechslungsreicher als der Alltag aller Menschen, die jemals vor uns gelebt haben. Noch nie hatte der Mensch so viele Möglichkeiten, sein Leben eigenständig und vielfältig zu gestalten wie der moderne Mensch der hochzivilisierten und hochindustrialisierten Welt.
Und gerade bei eben diesem modernen Menschen kommt offensichtlich ein Gefühl der inneren Leere auf, ein Gefühl, etwas zu verpassen. Es entsteht der Wunsch, diese Leere zu füllen mit etwas Außergewöhnlichem, Einmaligem. Eigentlich doch paradox, nicht wahr?
Die Frage ist: Was hilft wirklich gegen innere Leere? Helfen kurze Abenteuer, momentane ‘Kicks’ tatsächlich, dem gelebten oder doch zumindest gefühlten Einerlei zu entfliehen? Die Erfahrung lehrt, dass durch all diese oft recht fragwürdigen Vergnügungen eher eine Art Sucht, nämlich der Hunger nach immer mehr und oft auch nach stärkeren Reizen entsteht. Denn die Vergnügungen sind meist nur von kurzer Dauer. Ihnen ist keine Nachhaltigkeit beschieden und es bleibt fast immer ein schaler Nachgeschmack.
Manchmal kann es allerdings auch passieren, dass wir gar nicht bewusst nach einem Abenteuer suchen, jedenfalls nicht nach dem damit verbundenen Risiko, sondern dass wir durch eigene Unachtsamkeit unbeabsichtigt in ein solches hineingeraten.
Ich erinnere mich noch gut an ein Reiseerlebnis, das inzwischen schon etliche Jahre zurückliegt. Wir reisten durch Neuseeland in einem Wohnmobil mit der Aufschrift ‘Adventure Vans’ – nomen est omen! Ein damals noch wenig bekanntes Highlight der Nordinsel Neuseelands ist der Ninety-Miles-Beach mit dem Cape Reinga an der Nordspitze.
Der Ninety-Miles-Beach ist ein fast 100 Kilometer langer, menschenleerer Sandstrand. Man kann diesen Strand bei Niedrigwasser mit dem Fahrzeug auf eigene Gefahr entlangfahren – zur einen Seite die Gischt der tosenden Brandung, zur anderen bis zu 50 Meter hohe wandernde Sanddünen. Fast 100 Kilometer – soweit das Auge reicht, nur Meer und Sanddünen – bis zum Horizont! Ein einmaliger Anblick und die Fahrt ein einmaliges Erlebnis.
Man muss dabei allerdings unbedingt auf Zweierlei achten: Erstens, dass man stets auf dem noch feuchten und festen Sand fährt, da man – zumindest ohne Vierradantrieb – im trockenen Sand sofort stecken bleiben würde. Und zweitens, dass man in den Flussläufen, die sich zwischendurch immer wieder ihren Weg zum Meer bahnen, auf keinen Fall stehen bleiben darf, da die Räder andernfalls sofort vom fließenden Wasser eingespült werden. Und einen Abschleppdienst gibt es in dieser menschenleeren Gegend nicht… Sonst kann aus der Neuseelandreise schnell ein ungewolltes Abenteuer im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich eine höchst risikoreiche Unternehmung mit dem Verlust des Autos an die Flut werden, denn bei Hochwasser wird der Ninety-Miles- Beach vom Meer überflutet. Dementsprechend weist ein Warnschild an der Zufahrt zum Strand auf die Risiken hin und das Befahren erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr.
Wir fahren also diesen Strand entlang gen Norden, zur Linken das tosende Meer, zur Rechten die eindrucksvollen Sanddünen. Nur ganz selten kommt uns ein anderes Fahrzeug entgegen. Wir sind tief beeindruckt von der Schönheit dieser wunderbaren Landschaft, der Weite, der Einsamkeit und den so unmittelbaren Naturgewalten.
Schließlich haben wir fast das Ende des Ninety-Miles-Beach erreicht. Wir lesen in unserem Reiseführer, dass wir nun aufpassen müssen, um die rechtzeitige Abfahrt vom Strand nicht zu verpassen. Ein winziges Hinweisschild soll den Weg weisen. Wir halten also eifrig Ausschau nach diesem Schild – und vergessen darüber alle Warnhinweise. Es sind vielleicht zwei Sekunden, in denen die Räder nicht rollen, sondern still stehen – unglücklicherweise jedoch gerade in einem winzigen Flusslauf – und die Antriebsräder unseres Wohnmobils sind sofort bis zur Achse von Wasser und Sand umspült. Versuche, da mit eigener Motorkraft wieder herauszukommen, entpuppen sich als zwecklos, die Räder graben sich nur immer noch tiefer ein …
Was also tun? Unsere damals noch kleinen Kinder freuen sich über den unerwartet großen ‘Buddelkasten’ und fangen sofort an mit Sand und Wasser zu spielen. Wir Eltern sehen die Lage wesentlich ernster und diskutieren bereits das weitere Vorgehen. Sobald die Flut näher kommt, müssen wir das Fahrzeug räumen und uns in Sicherheit bringen. Schlimmstenfalls müssen wir das Wohnmobil verloren geben.
Doch so schnell geben wir nicht auf. Zunächst suchen wir noch eilig nach größeren Holzstücken oder etwas Anderem, das wir unter die Räder legen können, um uns eventuell doch noch mit eigener Motorkraft zu befreien; aber es ist zum Verzweifeln: wir finden nichts Brauchbares. Die Lage wird mit der näher rückenden Flut zunehmend brenzlig …
Wir können uns inzwischen an keine Einzelheiten mehr erinnern – vielleicht haben wir in unserer Not ein Stoßgebet zum Himmel geschickt – jedenfalls taucht urplötzlich ein großer Reisebus auf, voll beladen mit Japanern, für die wir auf der einsamen Reiseroute augenscheinlich ein lohnendes Fotoobjekt abgeben.
Der Busfahrer erfasst die Situation sofort und stoppt auf festem Sand. Er holt ein dickes Abschleppseil, verbindet die beiden Fahrzeuge, legt den Rückwärtsgang ein und der starke Motor zieht unser Wohnmobil in wenigen Augenblicken aus dem Schlamm. Unser Fahrzeug hat wieder festen Sand unter den Rädern und die Gefahr ist überwunden. – Können Sie sich vorstellen, wie dankbar und glücklich wir waren? Busfahrer und Businsassen winken noch einmal freundlich – letztere jedoch nicht ohne noch schnell einen Schnappschuss von uns und unserem Wohnmobil zu machen – und der Bus entfernt sich rasch in Richtung Süden.
Ja, wenn eine brenzlige Situation schließlich ein gutes Ende nimmt, darf man sich froh und glücklich schätzen. Man kann seinen Freunden eine spannende Geschichte erzählen. Schließlich hat man etwas Aufregendes – eben ein Abenteuer – erlebt.
Was aber, wenn die Sache nicht so glimpflich ausgeht? Häufig genug lesen wir in der Zeitung, wie leichtsinnige Unternehmungen tragisch enden, beispielsweise wie Skifahrer von einer Lawine begraben wurden, weil sie verbotenerweise abseits der Piste fuhren, wie Gleitschirmflieger abstürzten, weil sie ihr eigenes Können über- oder die Wetterbedingungen unterschätzt haben oder wie jugendliche S-Bahn-Surfer den ersehnten Kick leider viel zu oft mit ihrem Leben bezahlen mussten.
Wieso brauchen wir solche Abenteuer? Wieso suchen wir ganz bewusst solche Risiken? Fühlen wir uns vielleicht zu sicher? Meinen wir, wir hätten alles im Leben selbst im Griff? Oder wollen wir unser Schicksal einfach nur herausfordern? Gibt es etwas auf dieser Welt, was uns zufrieden und glücklich machen und unsere Leere füllen kann, ohne dass wir ein solch hohes Risiko eingehen müssen? – Ja, das gibt es. Und das Beste daran: Jeder kann es selbst ausprobieren und es kostet nichts – jedenfalls kein Geld, sondern nur einen Entschluss.
Es ist das Abenteuer, sich auf eine lebendige Beziehung zu unserem Schöpfer einzulassen, auf den Glauben an unseren gütigen Gott, der uns besser kennt als wir selbst, der uns trotz unserer Fehler liebt, der uns unsere Schuld vergibt und uns ewiges Leben in seiner Herrlichkeit verspricht. – Wow! Wenn das nichts ist! Welch ein Abenteuer – und sogar völlig ohne Risiko!
Gibt es etwas Großartigeres, etwas Spannenderes, als den Schöpfer des Universums kennen zu lernen? Nun werden Sie vielleicht fragen, wie man denn Gott kennen lernen kann. Ganz einfach: genauso wie man einen Menschen kennen lernt, nämlich indem man eine Beziehung zu ihm aufbaut.
Man spricht mit Gott; das nennt man dann Gebet. Man nimmt sich Zeit für ihn und setzt sich mit seinem Wort auseinander, liest also in der Bibel. Man tauscht sich mit anderen Menschen über sein Wort aus, um ihn immer besser zu verstehen und man bemüht sich, seine Gebrauchsanweisung für das Leben, die Bibel, anzuwenden. Denn unser aller Schöpfer muss doch schließlich am Besten wissen, was gut für uns Menschen ist.
Wenn Sie es noch nie versucht haben, möchte ich Sie ermutigen, eine Beziehung zu Gott herzustellen und ihn kennen zu lernen. Lassen Sie sich einfach darauf ein und bitten Sie Gott, Ihnen dabei zu helfen. Sagen Sie ihm: Vater im Himmel, ich möchte gern eine Beziehung zu Dir aufbauen. Du weißt, das ist neu und ungewohnt für mich, deshalb bitte ich Dich, mir dabei zu helfen.
Jesus Christus hat gesagt – und es muss Gott ganz besonders wichtig gewesen sein, dass wir das zur Kenntnis nehmen und uns merken, denn wir finden es wortwörtlich gleich zweimal in der Bibel – Jesus Christus hat also gesagt:
Vertrauen Sie Gottes Wort und Sie werden keinen fragwürdigen Kick mehr brauchen, um Ihre innere Leere zu füllen. Denn viel zu erleben bedeutet noch nicht ein Leben in Fülle. Lassen Sie sich erfüllen mit einer Freude und einem Frieden, die von Gott kommen und wie nur Gott sie uns schenken kann. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich auf das völlig risikolose Abenteuer eines Lebens mit Gott einlassen, Gottes Plan für Ihr Leben kennen lernen und Gottes Liebe jeden Tag neu erfahren mögen.
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1Matthäus, Kapitel 7, Satz 7 und Lukas, Kapitel 11, Satz 9

D-Berlin
Diplom-Mathematiker; fast 30 Jahre Tätigkeit in der IT-Branche, u.a. als Qualitäts-Manager, Marketing-Manager, Management-Berater und Dozent, seit 2007 freiberuflich und verstärkt ehrenamtlich tätig, verheiratet mit Dr. Lothar v. Schmude, zwei erwachsene Töchter