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Ausgabe 01/08 

Die Zukunft ist unsere Entscheidung

 

Am 1. Dezember 2006 trafen sich an der Universität Lugano hochkarätige Touristiker aus vielen Ländern, u.a. mit Prof. Sandro Formica, (School of Tourism and Hospitality Management, Temple University, Philadelphia, PA) zu einem Zukunfts-Think-Tank. Die Ergebnisse aus diesem Workshop sind spannend und auch für andere Branchen interessant zugleich: Die Ausbreitung neuer Krankheiten, Kriege, Terrorismus, Globalisierung, ökologische Herausforderungen, immer älter werdende Bevölkerung, zusammen mit revolutionärem technischen Fortschritt führen zu einem hohen Grad von Ungewissheit. Diese Trends und Veränderungen haben auf alle Branchen einen Einfluss, den viele noch gar nicht richtig verstanden haben. Parallel dazu werden die Kunden von morgen immer anspruchsvoller und zwingen die Produzenten/Lieferanten/ Anbieter geradezu zu Investitionen in Produkte und Dienstleistungen, die maßgeschneidert sind für die Bedürfnisse der verschiedensten Zielgruppen. Zusätzlich wird noch eine Welle von Investitionen aufgrund neuer EURegelungen über uns hereinbrechen in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Gesundheit. Einige der Teilnehmer waren sogar besorgt und glaubten, dass es für kleinere Betriebe unmöglich sein könnte, in diesen dramatisch veränderten Märkten zu überleben. Acht «Driving Forces» (Triebkräfte) geben die gedanklichen und physischen Richtungen vor, die uns in Zukunft verstärkt beschäftigen werden:

 

  • Unsicherheit: Menschen werden insgesamt weniger reisen, dafür mehr in sichere Länder und Anlagen (D, A, CH), der Check-in erfolgt in Zukunft biometrisch (Auge oder Fingerabdruck).

  • Gesundheit: Wellness reicht nicht mehr. Dafür boomen Medical Wellness, Ayurveda, Tibetanische Medizin oder TCM (Traditionell Chinesische Medizin). Auch der älter werdenden Bevölkerung wird Rechnung getragen: Hotels und Golfplätze lagern bereits Defibrilatoren und Blutkonserven für ihre Gäste samt allen gesundheitlichen Informationen zur raschen medizinischen Versorgung in Notfällen.

  • Technologie: Hotelketten bekommen heute bereits 40% ihrer Buchungen über das Internet. Anstelle des bisherigen Visitenkarten-Tauschs wird es in Zukunft heißen: «Google me», was heißt: «Finde mich im Internet. » Google ist eines der gängigsten Online-Suchprogramme. Telefon- und Videokonferenzen werden bisherige Sitzungen ablösen. Eine interessante Zukunftsvision: Hiltons erstes Hotel auf dem Mond ist bald keine Science-Fiction mehr ...

  • Ökologie: Die Energiekosten werden weiter steigen. Sie haben sich allein in den letzten vier Jahren verdoppelt. Alternative, erneuerbare Energie und deren Gewinnung bekommt dadurch einen noch höheren Stellenwert. Beispiel: Ein Hotel in Paris verbraucht keine Heiz-Energie mehr. Die Fenster sind gleichzeitig Fotozellen und das Gebäude ist perfekt isoliert.

  • Globalisierung: Von Mitarbeitenden werden mehr Sprachen gefordert (Russisch, Chinesisch, Portugiesisch, Japanisch) und eine Tag- und- Nacht-Verfügbarkeit wird bald die Regel sein.

  • Politik: Es gibt einen neuen Steuerwettbewerb in Europa.

  • Polarisierung: Die bisherige «Mitte» wird wegbrechen. Unternehmen werden sich noch stärker für eine Ausrichtung als Service- (Innovation, Nischen) oder Kosten-Führer entscheiden müssen.

  • Klimawechsel: Durch die langsame Erwärmung der Erdtemperatur werden zum Beispiel Wintersportorte unter 1500 m ü.M. nicht mehr in jedem Winter Schnee haben. Eine Wasser-Verknappung ist eine wachsende Bedrohung, auch in Europa.

Wow. Es tut sich etwas auf dieser Welt. Und zwar immer schneller. Inwieweit können wir diese Zukunft noch mitbestimmen, mitgestalten? Hat da der Einzelne überhaupt noch einen Gestaltungsbereich? Meine tiefste Überzeugung ist: Ja! Denn jeder von uns kann die wesentlichen Entscheidungen seines eigenen Lebens treffen. Das bleibt auch keinem erspart. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Die gute Nachricht im wahrsten Wortsinn dabei ist: Wir brauchen uns nicht zu sorgen. Das sagt uns Gottes Sohn höchstpersönlich in der Bergpredigt mit einer treffenden Frage: «Wer von euch kann sein Leben durch Sorgen auch nur um einen Tag verlängern? »1 Bekanntlich kann das keiner von uns.

Was also ist zu tun? Auch dafür gibt es eine klare Antwort: Wir sollen uns Gott unterstellen, nach ihm fragen, die Beziehung zu ihm suchen. Dann bekommen wir alles, was wir zum Leben brauchen, egal, wie die Zukunft aussieht.2 Und wir sollen eines nicht: uns zu sehr um das Morgen sorgen, denn der heutige Tag ist herausfordernd genug.3 Also bei allen Zukunftsprognosen bleibt uns eines: Heute bewusst und intensiv zu leben. Und Gott zu danken, dass wir durch Jesus Christus wieder einen Weg zu ihm haben finden dürfen. Mich entspannt dieser Ansatz sehr, gerade in Zeiten zunehmender Unsicherheit und rasanter werdender Veränderung.

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1 Matthäus, Kapitel 6, Satz 27
2 Matthäus, Kapitel 6, Satz 33
3 Matthäus, Kapitel 6, Satz 34

Der Autor

Gabriel J. Schandl

Mag. Gabriel J. Schandl

A-Hallein-Rehhof

verheiratet mit Marion Schandl, zwei Kinder. Sein Ausbildungshintergrund basiert auf einem Wirtschaftsstudium in Linz (A) und Siena (I) sowie umfangreichen Aus- und Weiterbildungen im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Heute arbeitet er als Managementtrainer und Coach im Forum 'menschinbewegung.at' für führende Unternehmen in verschiedenen Ländern Europas. Referent in der IVCG.

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