

Wir alle haben Ambitionen und Sehnsüchte. Manche von uns streben nach einer leitenden Position im Management oder großer Verantwortlichkeit in einem Betrieb. Andere bevorzugen den unternehmerischen Vorstoß in der Hoffnung, einmal eine eigene Firma zu leiten. Für einige werden diese Ziele Wirklichkeit – in Form von Einkommen oder Besitz.
„Was immer dich glücklich macht“, würden einige Menschen sagen. Und wir neigen dazu, Glück aufgrund unserer Bedürfnisse zu definieren. Daher faszinierte mich folgender Satz von Albert Schweitzer, dem deutsch-französischen Philosophen und Arzt: „Ich kenne dein Schicksal nicht, aber eins weiß ich, die einzigen unter euch, die wirklich glücklich sein werden, sind diejenigen, die das Dienen gesucht und gefunden haben.“
Wie viele von uns machen es sich wirklich zum Lebensziel, anderen zu dienen? Uns fallen beachtenswerte Beispiele ein wie Mutter Teresa oder Schweitzer selbst, der Anfang des 19. Jahrhunderts ein Krankenhaus und eine ärztliche Praxis im westlichen Zentralafrika gründetet. Aber heute, im 21. Jahrhundert, entspricht die Vorstellung, glücklich zu werden durch Dienen, überhaupt nicht mehr unserem Denken, besonders in der gnadenlosen, fordernden Geschäftswelt, in der die meisten von uns ihre Arbeitszeit verbringen.
Zunächst sind wir geneigt, die Idee – Glück finden durch den Dienst am nächsten - einfach als schwachsinnigen Idealismus zu verwerfen. Dennoch gab es Zeiten in unserem Leben, in denen wir bereichert wurden durch die Selbstlosigkeit anderer: ein Lehrer, der uns extra Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt hat; ein Kollege, der freiwillig Hilfe anbietet, auch wenn er das nicht müsste; ein Vorgesetzter, der Zeit und Energie investiert, um uns zu führen und behilflich dabei zu sein, geschickter und produktiver, letztendlich auch wertvoller für die Firma zu werden.
In der Bibel spricht Jesus oft über das Dienen. Die sogenannte „goldene Regel“ kommt von seinem Ausspruch: „So wie ihr von anderen behandelt werden möchtet, so behandelt sie auch.“ (Lukas 6, 31). Und später zitiert er die Mahnung aus dem Alten Testament, als er mit einem religiösen Führer spricht: „Deinen Mitmenschen sollst du so lieben wie dich selbst." (3. Mose 19, 18; Lukas 10, 27).
Wir schätzen es, fair und rücksichtsvoll behandelt zu werden. Dieselbe Einstellung und Behandlung sollten wir aber auch anderen zukommen lassen. Oft geschieht das jedoch nicht von Natur aus. Es bedarf bewusster Verpflichtung, die Interessen des Nächsten zu beachten. Eine Firma, bei der ich gearbeitet habe, erreicht dieses durch einen „Wertekodex“, der folgenden Satz beinhaltet: „Wir suchen nach dem besten im anderen und sehen jeden Menschen als einmaliges Individuum an. Bei allen Begegnungen werden wir einander mit Höflichkeit, Respekt, Anerkennung und Rücksicht begegnen.“
Hier einige andere biblische Prinzipien, die wertvoll sind im Zusammenhang mit dem Dienst am nächsten:
Andere an erster Stelle. „Weder Eigennutz noch Streben nach Ehre sollen euer Handeln bestimmen. Im Gegenteil, seid bescheiden, und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern habt das Wohl der anderen im Auge.“ (Philipper 2, 3-4).
Nach dem Beispiel Jesu leben. „Seht auf Jesus Christus: Obwohl er in göttlicher Gestalt war…er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich.“ (Philipper 2, 5-7).
In der Kraft Gottes dienen. „Aber jetzt sind wir von diesen Zwängen frei…Deswegen können wir Gott durch seinen Heiligen Geist in einer völlig neuen Weise dienen,“ (Römer 7, 6).
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USA-Atlanta, Georgia
ist Vizepräsident bei Leaders Legacy Inc., eine gemeinnützige Organisation in Atlanta, Georgia, USA. Er hat Business at its Best: Timeless Wisdom from Proverbs for Today’s Workplace geschrieben und ist Co-Autor von The Heart of Mentoring: 10 Proven Principles for Developing People to Their Fullest Potential zusammen mit David A. Stoddard