

Weihnachten ist ein merkwürdiges Fest, da es so viel Verschiedenes für viele sehr unterschiedliche Menschen bedeutet. Auf spiritueller Ebene ist es die Feier der Geburt Jesu Christi. Er wird in der Bibel das Wort genannt (Johannes 1, 29); Gottes einziger Sohn (Johannes 3, 16- 17); das Brot des Lebens (Johannes 6, 32 – 35), der gute Hirte (Johannes 10, 11 – 16); der Weg, die Wahrheit und das Leben (Johannes 14, 6); und der Weinstock (Johannes 15, 1 – 8).
Natürlich wird Weihnachten auf anderen Ebenen gefeiert, auch als Urlaubszeit, weil viele Menschen nicht zur Arbeit gehen müssen und die meisten öffentlichen Gebäude und Geschäfte geschlossen sind. Auch Schulen sind über die Weihnachtsferien zu, so dass Schülern und Lehrern eine Pause vom Schulbetrieb gegönnt ist. Weihnachtsfeiern und ähnliches werden veranstaltet, um das Ende eines weiteren Kalenderjahres zu bedenken.
Auf geschäftlicher Ebene, vor allem für den Einzelhandel; bedeutet Weihnachten oft das Alles oder Nichts, wo in zwei Monaten oft 50% des Jahresumsatzes stattfindet. Es ist die Zeit aus Marketingperspektive, wo die Hersteller gerne den Unterschied zwischen „brauchen“ und „wünschen“ ein bisschen verwischen möchten. Tatsächlich brauchen wir wirklich Nahrung, Kleidung und eine warme, trockene Unterkunft, aber im Zeichen des Wirtschaftswachstums wird uns nahegelegt, dass wir Dinge brauchen wie Videospiele, Flachbildschirmferseher, neue Autos, Bücher und CDs, mehr Kleider (selbst wenn wir schon genügend haben), verführerisches Parfum, Sportausrüstungen, Möbel, neuere und bessere Mobiltelefone, Computer und anderes technisches Gerät.
Alles was wir haben, so die überwiegende Werbungsbotschaft, ist nicht genug. Wir „brauchen“ mehr – mehr von allem und jedem. Zufriedenheit und Weihnachten sollen nicht zusammengehören. Die Marketingabteilungen möchten, dass die Weihnachtszeit zum „Winter unserer Unzufriedenheit“ (The Winter of Our Discontentment) wird, wie die wörtliche Übersetzung des Romantitels von John Steinbeck (auf Deutsch Geld bringt Geld) lautet. Es ist eine Zeit sowohl des Nehmens – als auch Gebens.
Interessanterweise spricht die Bibel dieses Thema direkt an und lobt das aktive Streben nach Zufriedenheit in einer Welt, in der es eher natürlich und sogar erstrebenswert erscheint, unzufrieden zu sein. Im 6. Kapitel des 1. Briefes an Timotheus wird davon geschrieben:
Die Vorzüge der Zufriedenheit. Denken Sie einmal darüber nach: Niemals sehen wir Umzugswagen in einem Leichenzug. Alle materiellen Besitztümer, die wir in diesem Leben haben, werden zurückbleiben, wenn wir sterben. Also geht es nicht um die Ansammlung irdischer Güter, sondern um das was wir in der Welt getan haben. Das „Zeug“, wonach wir so dringend im Leben streben wird keinen Wert auf unserem Totenbett haben. Worauf es dann ankommt sind unsere Beziehungen, das VErmächtnis, das wir mit unserem Leben hinterlassen und letztendlich, worauf wir nach unserem Tod hoffen. „Dabei ist doch jeder reich, der an Gott glaubt und mit dem zufrieden ist, was er hat. Denn wir sind ohne Besitz auf diese Welt gekommen, und genauso werden wir sie auch wieder verlassen. Wenn wir zu essen haben und uns kleiden können, sollen wir zufrieden sein.“ (1. Timotheus 6, 6 – 8).
Die Gefahren der Unzufriedenheit. „Wie viel ist genug?“ wurde einst ein Geschäftsmann gefragt. „Ein bisschen mehr“, war seine ehrliche Antwort. Nach dieser Philosophie zu leben, ist jedoch selbstzerstörerisch. Auf der Suche nach „mehr“, schätzen wir oft nicht das, was wir bereits haben oder erreicht haben. Geld und materielle Dinge an sich sind weder gut noch schlecht, aber ungesundes Verlangen danach – auf Kosten aller und alles anderen – kann katastrophal sein. „Wie oft erliegen Menschen, die um jeden Preis reich werden wollten, den Versuchungen des Teufels, wie oft verfangen sie sich in seinen Netzen! Solche unsinnigen und schädlichen Wünsche stürzen die Menschen in den Untergang und ins Verderben. Denn alles Böse wächst aus der Habgier. Schon so mancher ist ihr verfallen und hat dadurch seinen Glauben verloren. Wie viel Not und Leid hätte er sich ersparen können!“ (1. Timotheus 6, 9 – 10).
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ist Vizepräsident bei Leaders Legacy Inc., eine gemeinnützige Organisation in Atlanta, Georgia, USA. Er hat Business at its Best: Timeless Wisdom from Proverbs for Today’s Workplace geschrieben und ist Co-Autor von The Heart of Mentoring: 10 Proven Principles for Developing People to Their Fullest Potential zusammen mit David A. Stoddard