

Die meisten von uns fühlen sich ziemlich autark. Wenn eine Krise aufkommt, tun wir was nötig ist, bearbeiten das Problem und gehen weiter. Was passiert jedoch, wenn wir alles tun, was uns einfällt, und die Krise bleibt dennoch? Oft eignen wir uns dann folgendes Motto an: „Wenn nichts anderes mehr geht: Beten!“ Und was passiert, wenn unsere Gebete unbeantwortet bleiben?
Wenn Sie durch Gottes Verzug bei der Gebetserhörung entmutigt sind, dann begreifen Sie bitte, dass Verzögerung nicht Verneinung heißt. Nur weil die Antwort oder das Wunder - noch - nicht sichtbar ist, heißt es nicht, dass Gott nicht antworten wird oder dass er Sie vergessen hat, oder dass Sie ihm egal sind. Es heißt einfach: „Noch nicht!“
Geistliche Reife heißt, den Unterschied zwischen „Nein“ und „Noch nicht“ kennen – den Unterschied zwischen Ablehnung und Verzögerung. In der Bibel steht: „Noch eine kurze, ganz kurze Zeit, dann kommt der, den Gott angekündigt hat. Er wird sich nicht verspäten.“ (Hebräer 10, 37).
Verzögerung könnte ein Test Ihrer Geduld sein. Jeder kann einmal geduldig sein, sogar zweimal. Und fast jeder kann es auch dreimal. Vielleicht möchte Gott unsere Geduld wieder und wieder prüfen – und wieder, bis wir meinen, nicht mehr länger geduldig sein zu können.
Warum macht er das? Um zu sehen, wie geduldig wir sind? Nein, das weiß er schon längst. Er verzögert seine Antwort, damit WIR sehen, wie geduldig wir sind. Auf diese Weise werden wir entdecken, was in uns steckt und wie bereit wir sind, uns für etwas einzusetzen. Gott testet unsere Geduld, damit wir erfahren, dass er treu ist, selbst wenn die Antworten, die wir suchen, nicht sofort eintreffen.
Wenn Sie entmutigt sind, dann wenden Sie dieses negative Gefühl, indem Sie sich darauf besinnen, dass Gott Ihnen Geduld beibringen will während der Wartezeiten. Bitten Sie ihn darum, den Mangel an Mut in Geduld umzuwandeln.
Vielleicht durchleben Sie gerade schwere Zeiten und würden am liebsten davonlaufen oder von diesem Planeten fallen. Sie sind entmutigt durch die Situation, in der Sie sich gerade befinden – in der Arbeit, daheim, bei Ihren Finanzen oder Ihrer Gesundheit -, die Ihnen unüberschaubar, unzumutbar, oder sogar unfair erscheint. Alles scheint vielleicht unerträglich zu sein und in Ihrem Innern sagen Sie im Prinzip: „Gott, ich kann es nicht mehr ertragen. Ich kann es einfach nicht mehr ertragen!“ Aber Sie können.
Sie können durchhalten, in der Situation noch länger bleiben, weil Gott mit Ihnen ist. Er wird es Ihnen ermöglichen, weiter zu machen, wenn Sie ihm vertrauen und sich auf ihn verlassen. Denken Sie daran, Sie sind erst ein Versager, wenn Sie aufgeben.
Geben Sie nicht auf. Widerstehen Sie der Entmutigung und beenden Sie das Rennen, das Gott für Sie vorbereitet hat.
So steht es in der Bibel: „Ihr braucht Kraft zum Durchhalten, damit ihr weiterhin tut, was Gott von euch will, und so auch bekommt, was er versprochen hat. Es heißt ja in den Heiligen Schriften: »Noch eine kurze, ganz kurze Zeit, dann kommt der, den Gott angekündigt hat. Er wird sich nicht verspäten.“ (Hebräer 10, 36 – 37).
Übersetzung: Vera Flohr, Poppenhausen, E-Mail Adresse: vera.g.flohr(at)gmx.de und www.veraflohr.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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