

Ich habe gerade die Biographie von William Henry Fox Talbot gelesen, der das Negativ-Positiv-Verfahren in der Fotografie erfunden hat. Er war Engländer, lebte zwischen 1800 und 1870 und hat einige Errungenschaften zu verzeichnen. Neben den Tätigkeiten als wohlhabender Landbesitzer war er Mitglied des englischen Parlaments, erfand den Halbtonprozess bei der Fotografie und veröffentlichte das erste Buch, das mit Fotos illustriert war. Er war auch Mathematiker.
Der Autor der Biographie bemerkte fast beiläufig, wie viel einige Menschen in diesem Zeitalter zustande gebracht haben, obgleich sie über viele Dinge nicht verfügten, die wir heutzutage als unerlässlich empfinden.
Warum konnten die Menschen damals so viel erreichen? Ein Grund liegt vielleicht darin, dass wir uns in unserer Zeit nicht mehr sehr lange auf eine Sache konzentrieren können. Über die Jahre hat sich unsere Aufmerksamkeitsspanne reduziert. Ich persönlich stelle fest, dass ich unruhig werde, selbst wenn ich mich nur wenige Minuten auf eine Sache konzentriere. Ich schaue immer mal wieder schnell meine E-Mails an, hole mir eine Tasse Kaffee oder entdecke eine anspruchslose Aufgabe, die gemacht werden muss. Mehrere Stunden lang an einer einzelnen Aufgabe arbeiten, ist sehr schwer geworden.
Talbot hatte keine E-Mail, die ihn jede Minute störte oder ein Telefon, das seine Gedanken unterbrach. Er verbrachte seine Abende nicht vor dem Fernseher. Er musste nicht seine Facebook, MySpace oder LinkedIn Accounts pflegen. Er musste keinen „Piep“ auf Twitter verfolgen. Die Zeiten waren langsamer und weniger fordernd, so dass er Stunden, sogar Tage damit verbringen konnte, komplexe Problemlösungen ohne Ablenkung zu suchen.
Heute sagen viele Experten, dass die Fähigkeit zu Multi-Tasking ein Vorzug sei. In Wirklichkeit heißt es jedoch, dass wir uns nie mit 100%iger Aufmerksamkeit einer Sache widmen. Viele von uns versuchen, zu viele Dinge zu tun, in zu viele Richtungen zu rennen, um uns lange auf eine Sache zu konzentrieren.
Vor einiger Zeit beschloss ich, mich als Fotograf, Musiker und Schriftsteller zu definieren. Das bedeutet in Wirklichkeit, dass ich damit auch festlege, dass ich kein Gärtner, Golfer oder Schreiner bin. Wenn ich meine Tätigkeiten einschränke, glaube ich, dass ich mehr auf bestimmten Gebieten erreiche.
In Kolosser 3, 23 steht: „Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen“ (Schlachter 2000). Für mich heißt „von Herzen“ mit allem was ich habe – ohne Ablenkung.
Ich habe gehört, dass die Japaner das Wort „muda“ haben, welches allgemein unproduktiv oder einfach Zeitverschwendung bedeutet. Natürlich ist es manchmal schwer festzustellen, ob man die Zeit verschwendet. Ist ein Nachmittag auf dem Golfplatz Zeitverschwendung? Und wenn das mit einem wichtigen Klienten ist? Oder Sie sind Golfpro und einige zusätzliche Übungsstunden bedeuten mehr Geld in der Tasche?
Musik machen kann für einige Menschen Zeitverschwendung sein, aber da Gott mir eine Leidenschaft für Musik gegeben hat, wäre es ungehorsam, nicht zu üben und würde von Gott vielleicht als Verschwendung einer Begabung angesehen. Wenn wir versuchen zu erfahren, wer wir sind, wie Gott uns gemacht hat und was der Sinn unseres Lebens ist, dann befinden wir uns auf dem Weg, der uns zeigt, worauf wir unsere Energie richten sollten und wie wir das Beste aus unserer Zeit machen können.
Übersetzung: Vera Flohr, Bonn, E-mail Adresse: Vera.G.Flohr(at)gmx.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen,
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ist Vorsitzender von CBMC in Kansas City, Kansas und Kansas City, Missouri. Seine Frau und er waren früher Mitbesitzer eines Fotogeschäftes in Overland Park, Kansas.