

Im Montags Manna der letzten Woche habe ich darüber geschrieben, wie wichtig ein gelungener Zieleinlauf ist. Es kommt nicht auf den Start, sondern auf das Finish an. Aber warum erreichen manche das Ziel nicht? Warum haben manche Menschen so einen vielvesprechenden Einstieg und dann so einen enttäuschenden Abschluss?
Nehmen wir einen prominenten Vorstandsvorsitzenden aus Michael Novaks Buch Business as a Calling (Geschäft als Berufung) aus dem Jahr 1996. Novak zitiert disen Geschäftsmann mit Erinnerungen an seine Kindheit. „Ich wuchs heran als Sohn eines Baptistenpredigers. Ich glaubte damals und auch heute, dass es wichtig ist, für eine moralisch und ethisch einwandfreie Umgebung zu sorgen, in der jedes Individuum die Erlaubnis hat, sich nach seinen gottgegebnene Gaben zu entfalten.“
Traurigerweise war dieser hochangesehene Geschäftsmann mit verantwortlich für den Ruin dieser mit mehreren Milliarden Dollar notierten Technologiefirma, die er leitete. Die Aktiengesellschaft war international bekannt wegen ihrer ethisch fragwürdigen Geschäftspraxis, Aktieninhaber verloren viele Millionen Dollar und sie war eine der ersten Dominosteine, der fiel und damit die derzeitige Weltwirtschaftskrise mit verursachte.
Wie geschehen solche Dinge? Ich glaube, es ist so ähnlich, wie wenn schwarze Farbe in eine Dose weisser Farbe tropft, einen Tropfen nach dem anderen. Die weiße Farbe wird natürlich nicht gleich dunkel. Tatsächlich scheinen die schwarzen Tropfen keinen Einfluss auf sie zu haben, wenn sie eingerührt werden. Aber nach einiger Zeit, wenn mehr und mehr schwarze Farbe hinzugefügt wird, fängt die weiße Farbe an, grau zu werden. Wenn genug schwarze Farbe hinzugefügt wird, gibt es kein weiß mehr, sondern zunehmend dunkelgraue Töne.
Gutmeinende Menschen wachen nicht morgens plötzlich auf und sagen: „Ich habe keine Lust mehr, eine gute Person zu sein. Ich fange jetzt an, unehrlich und ethisch anstößig zu sein, ja vielelicht sogar rochtig übel.“ Neine, Verhaltensveränderungen finden typischerweise in ganz kleinen, fast nicht wahrnehmbaren Schritten statt. Erst nach längerer Zeit können wir die Auswirkungen wahrnehmen.
Ich meine, die Ursache sei Abdriften, wie ein kleines Boot, nur einige Meter vom Meer entfernt, das langsam von der steigenden Flut und durch die unerbittliche Strömung aufs Meer hinausgetragen wird. Normalerweise gibt es jedoch Warnsignale auf dem Weg. Wenn wir ehrlich mit uns selber sind, können wir unmerkliche Veränderungen feststellen – ein kleiner Kompromiss hier, ein kleines Nachbessern der Wahrheit dort. Bedenken Sie einige Beobachtungen aus der Bibel zu diesem Thema:
Wir driften ab, wenn wir kontraproduktiven Gedanken Raum geben. Oft beginnen Geschäftsleute mit hohen Idealen, aber die unmerkliche Anziehungskraft von Geld, Macht und Prestige führen sie auf Nebengleise. „Wie oft erliegen Menschen, die um jeden Preis reich werden wollten, den Versuchungen des Teufels, wie oft verfangen sie sich in seinen Netzen! Solche unsinnigen und schädlichen Wünsche stürzen die Menschen in den Untergang und ins Verderben.“ (1. Timotheus 6, 9).
Wir driften ab, wenn wir nicht mehr feinfühlig sind für die Wahrheit. Die besten ethischen Werte und Regeln helfen uns nichts, wenn wir sie uns nicht regelmäßig bewusst machen und danach leben. „Deshalb müssen wir umso mehr auf das achten, was wir gehört haben. Sonst verfehlen wir noch das Ziel!“ (Hebräer 2, 1).
Wir driften ab, wenn wir uns den falschen Zielen verschreiben. Ein Geschäftsmann, dessen Hauptziel es ist, gut dazustehen oder einen lukrativen Bonus zu verdienen, kann sich leicht vom korrekten Geschäftsverhalten entfernen, indem er Finanzberichte verdreht, Produkte und Dienstleistungen falsch darstellt oder Menschen manipuliert. „Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Wer dem einen richtig dienen will, wird sich um die Wünsche des anderen nicht kümmern können. Er wird sich für den einen einsetzen und den anderen vernachlässigen. Auch ihr könnt nicht gleichzeitig für Gott und das Geld leben.“ (Matthäus 6, 24).
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ist Vizepräsident bei Leaders Legacy Inc., eine gemeinnützige Organisation in Atlanta, Georgia, USA. Er hat Business at its Best: Timeless Wisdom from Proverbs for Today’s Workplace geschrieben und ist Co-Autor von The Heart of Mentoring: 10 Proven Principles for Developing People to Their Fullest Potential zusammen mit David A. Stoddard