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Diese Woche für Sie von der IVCG ausgewählt:

DER ZWEITE IST DER ERSTE VERLIERER (10. KW)

Zweiundzwanzig sportlich begabte und gut trainierte junge Frauen spielten um die Goldmedaille im Damenfußball während der Olympiade in Beijing. Beide Mannschaften kämpften tapfer, um ihren Traum zu verwirklichen, nämlich den begehrten ersten Platz auf dem Treppchen zu erreichen. Aber egal wie gut sie spielten, es gab nur eine Goldmedaille. Nur eine Mannschaft konnte gewinnen; die andere musste verlieren.

Sowohl die reguläre Spielzeit als auch die Verlängerung gingen torlos zu Ende. Beim Elfmeterschießen versuchten sie abwechselnd, den Gegner zu übertrumpfen, und im Fernsehen konnte man die Verzweiflung einer Spielerin verfolgen, die das Tor verfehlt hatte und: „Mein Gott, was ist denn jetzt los?“ rief.

Endlich wurde eine Siegermannschaft ermittelt. Völlig erschöpft saßen oder lagen die Spielerinnen der Verliererseite auf dem Rasen und weinten. Die Enttäuschung war ihnen ins Gesicht geschrieben. Zuhause weinten die Verwandten einiger Spielerinnen und waren am Boden zerstört. Während der Medaillenverleihung stand eine ganze Mannschaft wunderschöner Frauen mit roten und geschwollenen Augen auf der zweiten Stufe der Siegertreppe und versuchten noch nicht einmal, ihre Enttäuschung zu verbergen. Ohne freudiges Lächeln, ja emotionslos nahmen sie die Silbermedaille in Empfang, die für sie wenig Wert hatte.

In der Geschäftswelt ist es nicht sehr viel anders. Sie ist in Gewinner und Verlierer eingeteilt. Die, die als zweite kommen, werden entlassen, es gibt keinen Grund für sie zu feiern. Der Zweitplazierte kommt sich als besiegter Versager vor. Ein beliebter brasilianischer Formel 1 Fahrer hat es so gesagt: „Der Zweite ist der erste Verlierer!“

Bei der Olympiade werden weiterhin die zweiten und dritten Plätze geehrt, aber ist das sinnvoll, wenn die einzig wirklich wertvolle Medaille die goldene ist? Ein Bronzemedaillengewinner warf seine Auszeichnung noch am Treppchen hin und sagte, dass er vier Jahre lang auf die Goldmedaille trainiert habe und alles darunter unakzeptabel sei.

Sportler wissen bei solchen Wettkämpfen, dass sie keinen einzigen Fehler machen dürfen. Immerhin sind Fehler der Grund, dass die Goldmedaille verloren geht. Aber vielleicht bewerten wir den Sieg zu hoch und unterschätzen den Wert des Verlierens. Als er den Nobel Preis für Physik in Empfang nahm, zitierte Max Planck den deutschen Dichter und Philosophen Johann Wolfgang von Goethe: „Während er unaufhörlich für eine Sache kämpft, wird der Mensch immer Fehler begehen.“ Mit anderen Worten: Wenn wir uns effektiv vorwärts bewegen wollen, machen wir nicht nur Fehler, sondern müssen auch aus ihnen lernen.

Dennoch haben wir Angst davor, eine Niederlage – und ihr Zwilling das Versagen – zuzugeben. Die Gesellschaft begrüßt die erfolgreichen, ehrt die Sieger und belohnt den ersten Platz. Der Verlierer bleibt verlassen auf dem Rasen liegen, über den Schreibtisch gebeugt, als besiegter Vizemeister von allen verlassen. Also verbergen wir unsere Fehler, tarnen den Misserfolg. Bankrott, eine insolvente Firma, Versagen eines Geschäftspartners – alle diese Dinge gehören in die Kategorie „zweiter Platz“. Völlig unakzeptabel.


Albert Einstein, gefeiertes Genie und bekannter Physiker sagte: „Ein Mensch, der nie einen Fehler gemacht hat, hat nie etwas neues ausprobiert.“ Beim gnadenlosen Kampf, der erste zu sein, vergessen wir leicht den Wert des zweiten Platzes. Jesus warnte davor, als er sagte: Denn was gewinnt ein Mensch, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst aber dabei Schaden nimmt?“ (Matthäus 16, 26).

Die rechten Prioritäten setzen und das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden, ist etwas Grundlegendes. Der Apostel Paulus hat das verstanden. Er erklärt: „Denn das ist mir klar geworden: Gegenüber dem unvergleichlichen Gewinn, dass Jesus Christus mein Herr ist, hat alles andere seinen Wert verloren. Ja, alles andere ist für mich nur noch Dreck, wenn ich bloß Christus habe.“ (Philipper 3, 8).

Es wird nicht immer möglich sein zu gewinnen, aber wir können immer darüber entscheiden, was wir nicht verlieren wollen.


Übersetzung: Vera Flohr, Poppenhausen, E-Mail Adresse: vera.g.flohr(at)gmx.de und www.veraflohr.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.


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Der Autor

J. Sergio Fortes

 

Brasilien, Sao Paolo

Anwalt und Berater im Transportwesen

Mitglied des CBMC
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