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WOHER KOMMT DER WUNSCH ZU GEBEN? (39. KW)

Aus welchen Gründen auch immer tauchen in den letzten Jahren zunehmend „Reality“-Sendungen in unseren Fernsehprogrammen auf. Statt vorgeschriebener, geprobter Präsentationen verlegen sich Fernsehsender zunehmend auf wahre Lebensdramen und – wettkämpfe in ihren täglichen Programmen. Ich möchte nicht das Dafür und Dagegen über diesen Trend abwägen, jedoch ein Aspekt, nämlich die Hilfe und Unterstützung, die auf die weniger glücklichen Menschen in der Gesellschaft in vielen sehr populären Sendungen abzielt, hat mein Interesse geweckt.

Eine davon, „Extreme Makeover: Home Edition“ (die deutsche Version heißt „Wohnen nach Wunsch – Das Haus“), zeigt wöchentlich Renovierungsprojekte, um einigen sehr bedürftigen Familien zu helfen. Eine andere Sendung, „The Big Give“, wurde von der Unterhaltungsgigantin Oprah Winfrey produziert, die als eine der reichsten Frauen der Welt gilt. Sie fordert Männer und Frauen heraus, Strategien zu entwickeln, die wohltätigen Zwecken dienen. Beide Sendungen konfrontieren die Zuschauer mit benachteiligten Menschen und Familien. Beim Erleben ihrer traurigen Geschichten, spüren wir alle ein mächtiges Ziehen an unseren Herzen. Warum empfinden wir so eine überschäumende Freude, wenn wir miterleben, wie Bemühungen greifen, um diesen armen Menschen aus ihren Notlagen heraus zu helfen?

Ich persönlich glaube, dass tief in uns allen das Bedürfnis zu geben steckt, anderen zu dienen, um eine positive Wirkung in ihrem Leben zu erreichen. Das mag in materieller Form sein – Geld oder Dinge, die gebraucht werden – entweder an einzelne oder an wohltätige Organisationen. Es kann auch das Weitergeben unseres Wissens und Erfahrung sein, indem man ermutigt, berät oder beisteht. Es könnte auch Zeit sein, die man einsetzt, um jüngere, unerfahrenere Menschen mit Rat zu begleiten, wo wie ich es schon seit einigen Jahren mit Freude praktiziere.

Die Frage bleibt jedoch bestehen: Warum freuen wir uns so daran, anderen direkt oder indirekt etwas zu geben? In der Bibel steht, dass jeder von uns ein Werk Gottes ist und damit einige seiner Eigenschaften teilen. Eine davon ist Großzügigkeit – das Bedürfnis zu geben, um anderen gutes zu tun. Ein bekannter Satz z.B.: „Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3, 16)

Gottes Großzügigkeit im Geben finden wir auch an vielen anderen Stellen in der Bibel. In Matthäus 7, 7-11 versichert Jesus seinen Jüngern: „Bittet Gott, und er wird euch geben! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, und euch wird die Tür geöffnet! Denn wer bittet, der bekommt. Wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird geöffnet. Würde jemand von euch seinem Kind einen Stein geben, wenn es um ein Stück Brot bittet? Oder eine giftige Schlange, wenn es um einen Fisch bittet? Wenn schon ihr hartherzigen Menschen euren Kindern Gutes gebt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes schenken, die ihn darum bitten!“

In einem anderen Gespräch mit seinen Jüngern ermutigt er sie zu Gegenleistung: „Umsonst habt ihr alles bekommen, umsonst sollt ihr es weitergeben.“ (Matthäus 10, 8 Die Gute Nachricht). Ein weiteres Mal macht er sie darauf aufmerksam, dass man als Beschenkter auch Verantwortung trägt. „So wird von jedem, der viel bekommen hat, auch viel erwartet; denn wem viel anvertraut wurde, von dem verlangt man umso mehr.“ (Lukas 12, 48)

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir alle zugeben, dass wir mit Ichbezogenheit kämpfen, eine chronische Neigung zum Eigennutz verspüren. Aber nach Gottes Bild gemacht zu sein, wie es in 1. Mose 1, 26 – 27 heißt, bedeutet eben auch, dass wir eine Tiefe Sehnsucht zu geben mit ihm teilen, einmal eine Pause von sich selbst einzulegen und anderen zu helfen. Was können Sie heute – bei der Arbeit, zuhause oder in der Gemeinde – für andere gutes tun?


Übersetzung: Vera Flohr, Poppenhausen, E-Mail Adresse: vera.g.flohr(at)gmx.de und www.veraflohr.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

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Der Autor

Robert J. Tamasy

USA-Atlanta, Georgia

ist Vizepräsident bei Leaders Legacy Inc., eine gemeinnützige Organisation in Atlanta, Georgia, USA. Er hat Business at its Best: Timeless Wisdom from Proverbs for Today’s Workplace geschrieben und ist Co-Autor von The Heart of Mentoring: 10 Proven Principles for Developing People to Their Fullest Potential zusammen mit David A. Stoddard

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