

Wir leben in einem Zeitalter moralischer Relativität, eine Ära mit dem vorherrschenden Motto: „Es gibt nichts Absolutes!“ In vielen Fällen sind die Grenzen zwischen richtig und falsch verschwommen, wenn nicht sogar ausgelöscht. Und dennoch, im tiefsten Innern wären die meisten von uns sich einig in dem, was falsch und was richtig ist – zumindest auf einigen Gebieten.
Zum Beispiel finden wir es alle nicht gut, bestohlen zu werden. Wir möchten nicht angelogen werden, und unehrliches Verhalten kann Beziehungen am Arbeitsplatz, zuhause, bei Freunden und in Gemeinschaften zerstören. Keiner wird sich für jemanden einsetzen, der betrunken am Steuer andere Menschen verletzt oder tötet aufgrund rücksichtsloser Fahrweise. Wir können uns darauf einigen, dass es nicht in Ordnung ist, wenn ein Geschäftsführer interne Informationen zu seinem persönlichen Gewinn missbraucht. Es ist nicht richtig, wenn Sportler Punkte mit unerlaubten Mitteln machen. Die Liste könnte noch weitergeführt werden. Wir würden vielleicht nicht in allen Punkten einig sein, aber es scheint, als hätten wir einen inneren Sinn für rechtes Leben – was die Bibel „Gerechtigkeit“ nennt.
Bei positiver Betrachtungsweise sind die meisten von uns einig, dass es „richtig“ ist, Menschen in Not zu helfen, sei es in gesundheitlicher Hinsicht, bei finanziellen oder anderen Problemen. Wenn jemand körperlich angegriffen wird, sollte man sich für ihn einsetzen. Freundliche Taten und Mitgefühl verbunden mit ermutigenden und stärkenden Worten werden als „richtig“ und erstrebenswert empfunden.
Dennoch gibt es Bereiche im Leben, wo die Frage nach richtig und falsch nicht so klar umrissen und schlüssig beantwortet werden kann. Wie definieren wir also, was „rechtes“ Leben ausmacht, wenn wir uns von den klaren schwarz-weiß Fragen zu den Grauzonen hinwenden? Das Buch der Sprüche bietet keine Lösung für jede spezielle Situation aber es enthält wertvolle Richtlinien und Prinzipien:
Rechtes Leben macht den richtigen Weg deutlich. Wenn wir einen Menschen erleben, der nach hohen ethischen Wertmaßstäben lebt und arbeitet, werden wir inspiriert. Oft hegen wir den Wunsch, solches vorbildliche Verhalten nachzuahmen, weil wir ahnen, dass man die Dinge so tun sollte. „Das Leben der Menschen, die auf Gott hören, gleicht dem Sonnenaufgang: Es wird heller und heller, bis es völlig Tag geworden ist. Aber das Leben derer, die Gott missachten, ist wie die finstere Nacht: Sie kommen zu Fall und wissen nicht, worüber sie gestolpert sind“ (Sprüche 4, 18-19 Die Gute Nachricht).
Bei rechtem Leben bleibt man auf Kurs. Menschen, die versuchen das Rechte zu tun, werden nicht abgelenkt und wählen keine alternativen Wege, die schneller zu sein scheinen. Ihr Streben nach rechtem Leben hält sie auf dem schmalen Weg statt der Straßen, die attraktiver und einbringender wirken. „Überleg sorgfältig, was du tun willst, und dann laß dich davon nicht mehr abbringen! Schau weder nach rechts noch nach links, damit du nicht auf Abwege gerätst.“ (Sprüche 4, 26-27).
Richtig leben bringt eigene Belohnung. Selten gibt es einen sichtbaren Zusammenhang zwischen dem rechten Tun und einem erzielten Gewinn, dennoch ist eine spürbare Belohnung oft das Ergebnis. Dazu sind ein reines Gewissen, die Befriedigung guter Arbeit und Respekt der Kollegen erstrebenswerte Ziele, die in sich schon eine Belohnung sind. „Wer freundlich ist und andere gerecht behandelt, hat ein erfülltes Leben, er findet Anerkennung und Ehre.“ (Sprüche 21, 21).
Rechtes Leben ist nicht gefühlsbedingt. Ein gängiger Spruch unserer Zeit lautet: „Wenn es sich gut anfühlt, dann tu es!“ Gefühle sind jedoch unzuverlässige, trügerische Führer. Wir sind vielleicht so wütend, dass wir jemanden schlagen wollen, aber es wäre nicht richtig. Und wir denken vielleicht, dass wir für unsere Arbeit nicht genügend belohnt werden, aber das rechtfertigt dennoch nicht den Griff in die Betriebskasse. „Manch einer wähnt sich auf dem richtigen Weg - und läuft geradewegs in den Tod.“(Sprüche 16, 25).
Übersetzung: Vera Flohr, Bonn, E-mail Adresse: Vera.G.Flohr(at)gmx.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen,
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ist Vizepräsident bei Leaders Legacy Inc., eine gemeinnützige Organisation in Atlanta, Georgia, USA. Er hat Business at its Best: Timeless Wisdom from Proverbs for Today’s Workplace geschrieben und ist Co-Autor von The Heart of Mentoring: 10 Proven Principles for Developing People to Their Fullest Potential zusammen mit David A. Stoddard