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FAHRRÄDER UND DIE BEQUEMLICHKEIT IM LEBEN (6. KW)

 

Vor kurzem machten ein paar Freunde eine Radelpause in dem Café, das ich leite. Sie fanden, dass die 5 Kilometer von ihrem Haus zu meinem Café eine „ganz schön lange“ Strecke sei. Da ich schon öfter Fahrradtouren von 250 KM oder mehr am Tag hinter mir habe, konnte ich ihrem Einsatz bis zu meinem Café nicht so viel abgewinnen.

Ich bin schon häufiger in Europa gereist und weiß daher, dass das Fahrradfahren dort für viele Menschen zu ihrem Lebensstil gehört. Wenn sie nicht von einem Punkt zum nächsten zu Fuß gehen, besteigen Europäer oft ein Fahrrad und kümmern sich wenig darum, wie viele Kilometer sie zurück legen müssen. In Amsterdam ist z.B. die Chance viel größer, dass ein Fußgänger von einem schnellen Fahrrad anstatt von einem Auto oder anderen motorisierten Vehikeln angefahren wird. Dasselbe gilt für viele andere Orte der Welt, auch teilweise in Asien.

Als mich meine Freunde verließen, nahm mein Respekt vor ihrem kurzen Radeinsatz noch mehr ab. Ich sah nämlich, dass sie sogenannte „Cruiser“-Rädern fuhren, die dicke Reifen, große weiche Sitze, bequeme Lenker und wenig Gänge besitzen.

Ich besitze mein Fahrrad schon eine ganz Zeit lang, und obwohl es nicht die neusten Feinheiten der Technologie aufweist, so hat es doch schmale Reifen, um die Reibung zu reduzieren, herunter gebogene Lenker, um das Gewicht besser zu verteilen und die Aerodynamik zu optimieren, einen schmalen Sitz, der auf lange Sicht bequemer ist und 12 Gänge für sowohl steiles als auch flaches Gelände. Mein Fahrrad, im Gegensatz zu denen meiner Freunde, ist auf Effizienz und Anwendbarkeit, nicht Komfort und Ausruhen ausgerichtet.

Als ich über diese Gegensätze nachdachte, schienen sie eine Lebenslektion zu enthalten. Manchmal ist der bequemste Weg nicht der beste – ob beim Fahrradfahren, bei der Arbeit oder beim Versuch, ein erfolgreiches Ehe- und Familienleben zu führen.

Ein schweres, gut gepolstertes Fahrrad zu nehmen statt eines leichteren, schnell ansprechenden, also den bequemen Weg zu wählen, kann am Ende weniger befriedigend sein. Gott hat niemals geplant, dass wir es immerzu bequem haben sollen. So lesen wir z.B. im Neuen Testament den überraschenden Satz: „Wir danken Gott auch für die Leiden, die wir wegen unseres Glaubens auf uns nehmen müssen. Denn in solchen Leiden lernen wir, geduldig zu werden. Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben, und das wiederum gibt uns Hoffnung.“ (Römer 5, 3-4).

Und falls wir das nicht verstehen, steht etwas später in der Bibel folgendes geschrieben: „Meine Brüder und Schwestern, nehmt es als Grund zur Freude, zur reinsten Freude, wenn ihr in vielfältiger Weise auf die Probe gestellt werdet. Denn ihr wisst: Wenn euer Glaube erprobt wird, führt euch das zur Standhaftigkeit; die Standhaftigkeit aber soll zum Tun des Rechten und Guten führen, damit ihr in jeder Hinsicht untadelig seid und euch zur Vollkommenheit nichts mehr fehlt.“ (Jakobus 1, 2-4 Die Gute Nachricht). Ich glaube, Gott möchte, dass wir unser Leben mit Schwung anpacken, bereit und eifrig Herausforderungen anzunehmen und zu überwinden und dabei Befriedigung zu erfahren, wenn man schwierige Situationen gemeistert hat.

Ob Sie es glauben oder nicht: der riesige, gepolsterte Lehnstuhl und der Großbildfernseher könnten tatsächlich Ihre Sehnsucht nach einem zufriedenen Leben behindern. Wir brauchen das Ausstrecken nach dem, was zunächst ein bisschen unbequem aussieht. Vielleicht sind es gerade die dünnen Reifen und die unbequem nach unten geschwungenen Lenker, die uns auf einen Weg mit größerem Widerstand aber am Ende mit höherer Zufriedenheit führen.


Übersetzung: Vera Flohr, Bonn, E-mail Adresse: Vera.G.Flohr(at)gmx.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen,
wenn nicht anders angegeben.

CBMC INTERNATIONAL: Bob Milligan, President.
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Der Autor

Jim Mathis

USA-Kansas City, Missouri

ist Vorsitzender von CBMC in Kansas City, Kansas und Kansas City, Missouri. Seine Frau und er waren früher Mitbesitzer eines Fotogeschäftes in Overland Park, Kansas.

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