In einem Zeitraum von nur 101 Tagen, jedesmal früh am Sonntagmorgen, sind meine beiden Eltern in die Ewigkeit gegangen. Das war vor einem halben Jahr, zuerst mein Vater, dann meine Mutter. Ein guter Freund, brillanter Rechtsanwalt und Professor kommentierte in seinem Kondolenzbrief eine traurige Wahrheit: „Im Leben ist es immer schwer, mit Verlusten zurecht zu kommen.“
Wir alle haben schon einmal auf verschiedene Weise Verlust erfahren. Es gibt Verluste in den verschiedensten Bereichen – Beruf, finanzielle Investitionen, besondere Freunde und unsere Allerliebsten, Geschäfte, Heimat und auch weniger wichtige Gegenstände wie Auto- und Hausschlüssel, Geldbörsen, Dokumente, verpasste Flugzeuge und Termine. Wer würde nicht in Verzweiflung geraten, wenn er seinen Taschenkalender mit jahrelangen Infos verlieren würde? So einen Verlust habe ich bereits fünfmal erlebt.
Ich würde gerne einige hilfreiche Wege aufzeigen, wie man mit persönlichem Verlust umgehen kann.
- Lassen Sie sich nicht durch Hoffnungslosigkeit überwältigen. „Ich bin verloren!“Das war der traurige Satz eines Freundes, bevor er den schweren Weg der Insolvenz antrat. Er hatte alles verloren und konnte keinen positiven Ausgang sehen. Der schlimmste Pessimist ist der, der den Glauben an sich selbst verloren hat. Jesus Christus ermutigt uns jedoch zu großer Hoffnung. „In der Welt werdet ihr von allen Seiten bedrängt, aber vertraut darauf: Ich habe die Welt besiegt.» (Johannes 16, 33)
- Glauben Sie fest daran, dass es nie zu spät ist, noch mal anzufangen. Ich habe Whit Criswell eine Geschichte auf einer Konferenz in Atlanta, Georgia, erzählen hören, bei der er Handschellen trug, um über seine Gefängniserfahrung zu sprechen. Nachdem er als Banker die höchste Stufe seiner Karriere erreicht hatte, musste er den rauhen Zusammenbruch erleben, als er wegen eines geschäftlichen Deliktes inhaftiert wurde. Im Gefängnis entdeckte er das wahre Geheimnis erfolgreichen Lebens. Trotz dieser schweren Rückschläge half ihm seine neue Hoffnung, sich aufzuraffen und neu anzufangen. Einer von Whits Lieblingssätzen ist: „Es ist niemals zu spät, um neu anzufangen.“
- Bauen Sie Platz und Gelegenheit ein, um Hilfe zu empfangen. Schwere Zeiten des Verlustes werden oft zu Zeiten der Einsamkeit und des Rückzuges. Natürlich brauchen wir Menschen Zeiten der Ruhe und des Alleinseins, um zu trauern, zu weinen und unsere Verletzungen zu verkraften. Daran ist nichts verkehrt. Jedoch sich über einen längeren Zeitraum verstecken und alleine bleiben mit unseren Verlusten, macht alles nur noch schlimmer. Der Arzt Lukas, der in seinem Beruf Trauer kannte, beschreibt zwei Freunde in einer bedeutsamen Szene, die unter der brennenden Sonne auf einer staubigen Straße, traurig und deprimiert über den Verlust ihres besonderen Freundes Jesus nach Hause gehen. Sie waren so traurig, dass sie ihren Freund nicht erkannten, als Er neben ihnen ging, sondern erst, als Er mit ihnen sprach und ihnen die Situation bewusst machte: „O ihr Unverständigen und im Herzen zu träge , an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben!“ sagte Jesus zu ihnen. (Lukas 24, 25 Elberfelder) Eine fremde Person, die die Gelegenheit hatte, mit mir über den Tod meines Vaters zu weinen, wurde einer meiner engsten Freunde, da er mir Mitgefühl und Mitleid angeboten hatte, als ich das brauchte.
- Halten Sie die Hoffnung am Leben. Der schlimmste Verlust, ein Verlust in sich, ist es, die Hoffnung zu verlieren. Oft wird gesagt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Aber das sollte ersetzt werden durch: „Die Hoffnung stirbt NIE.“ Hoffnung gibt uns Kraft, wieder von vorne zu beginnen. Vaclav Havel, der bekannte Menschenrechtsführer und Präsident der tschechischen Republik hat eine brillante Auffassung von Hoffnung: „Hoffnung heisst glauben, nicht weil das gut geht, sondern weil es sich lohnt.“
Wir müssen immer mit Verlusten klarkommen. Aber es gibt einen Verlust, der alle anderen überbietet – den Verlust seiner selbst. Jesus hat besonderen Rat für diesen Verlust: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, sich selbst aber verlöre oder einbüßte?“ (Lukas 9, 24-25).
Übersetzung:
Vera Flohr, Bonn, E-mail Adresse: Vera.G.Flohr@gmx.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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