Wir leben in einer Welt, die uns vorgibt, „ganz oben“ ankommen zu müssen, aggressiv, getrieben, aufwärts steigen und über andere hinwegtrampeln. Wenn Sie einen Mann als demütig bezeichneten, wäre er beleidigt. Er würde denken, man würde ihm Schwäche nachsagen. Wir sagen: „Bescheiden wie eine Maus.“ Eine Frau fragte ihren Mann: „Bist du ein Mann oder eine Maus? Quiek lauter!“
Aber Demut ist nicht Schwäche. Nur zwei Menschen werden in der Bibel demütig genannt, Jesus uns Moses, und keiner von beiden war ein Schwächling. Demut heisst „kontrollierte Stärke“.
Vielleicht haben Sie von der Motorradbande gehört, die zu einem Lokal fuhren, ihre Räder parkten und ins Restaurant hinein marschierten. Ein Lastwagenfahrer war gerade beim Essen, und sie kippten ihm sein Getränk und seine Spaghetti in den Schoß. Der Fahrer tat nichts. Er stand auf, bezahlte die Rechnung und ging hinaus. Einige der Bade sagten zum Wirt: „Kein rechter Mann, was?“ Der Wirt antwortete: „Auch kein guter Fahrer, er hat gerade 12 Motorräder auf dem Parkplatz überfahren!“ Demut ist kontrollierte Stärke. Jesus sagt: „Glücklich sind die, die auf Menschen nicht überreagieren.“
FÜNF WEGE, REAKTIONEN ZU KONTROLLIEREN
- WENN JEMAND DIR DIENT, SEI VERSTÄNDNISVOLL - NICHT FORDERND. Wie behandeln Sie Menschen, von denen Sie bedient werden? Sind Sie aggressiv, unhöflich und fordernd, so dass sich diese Menschen blöd und wertlos vorkommen? Wenn jemand anders handelt, dann doch der, der Gottes Gnade empfangen hat und diese an andere weitergeben will. „Denkt nicht immer zuerst an euch, sondern kümmert und sorgt euch um die anderen. Orientiert euch an Jesus Christus“ (Philipper 2; 4-5).
- WENN JEMAND SIE ENTTÄUSCHT, SEIEN SIE BEHUTSAM – NICHT RICHTEND. Wie reagieren Sie, wenn jemand sein/ihr Leben vermasselt? Sagen Sie: „Das habe ich doch gleich gesagt“, oder „Das hab ich schon kommen sehen“ oder „Nur einem Idioten kann sowas passieren“? Haben Sie innerlich ein befriedigtes Gefühl, wenn andere scheitern? „Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen“ (Römer 14;1 Luther ’84). „Wenn jemand in einer Sünde gefangen ist, so bringt ihr, die ihr geistlich seid, ihn sanft wieder zurück auf den rechten Weg. Aber passt auf euch selbst auf, sonst kommt ihr auch in Versuchung. Tragt gegenseitig eure Last.“
- WENN JEMAND ANDERER MEINUNG IST ALS SIE, SEIEN SIE SANFT - OHNE NACHZUGEBEN. Sie können nicht jedem gefallen. In einem Moment ist man der Held – in der nächsten Minute die Null. Wie behandelt man streitlustige Menschen? Man kann ängstlich zurückweichen, in Wut angreifen oder liebevoll reagieren. „Eine freundliche Antwort vertreibt den Zorn, aber ein kränkendes Wort läßt ihn aufflammen“ (Sprüche 15; 1). Sie können widersprechen ohne streitlustig zu sein. Schauen Sie sich folgende Richtlinien an: Bei Wichtigem: Einheit; bei Unwichtigem: Freiheit; in Allem: Liebe.
- WENN JEMAND SIE KORRIGIERT, SEIEN SIE BELEHRBAR - NICHT UNKONTROLLIERT. Man braucht Bereitschaft zu lernen, die Fähigkeit dazu und einen Geist, der sich anleiten lässt. Ein demütiger Mensch tut nie so, als wüsste er alles. Wenn jemand Sie korrigiert, wie reagieren Sie dann? Nervös? Defensiv? Argumentativ? Schauen Sie sich den Ursprung an und was er suggeriert. Nehmen Sie es persönlich? Können Sie von irgend jemand etwas lernen – Ihren Kindern, Ihrem Hund, sogar von den Schwiegereltern? „Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unkontrolliertem Zorn!“ (Jakobus 1; 19). Seien Sie belehrbar und nicht unerreichbar. Ich habe einmal ein Schild gesehen mit folgender Aufschrift: „Lieber ändere ich meine Meinung und habe Erfolg als Recht zu haben und versagen.“ Wie ist das mit Ihnen?
- WENN JEMAND SIE VERLETZT, SEIEN SIE AKTIV – NICHT REAKTIV. Man wird oft im Leben verletzt. Die Frage ist, wie reagiert man darauf? Vergeltung, Rache üben, sich ärgern? Das sind alles Reaktionen. Wie wäre es denn mit Vergebung? Ein Prinzip: Erlauben Sie es niemals einem anderen Menschen, Ihnen den Tag zu versauen oder Sie zu kontrollieren oder Ihr Leben zu ruinieren durch Hass. „Vergeltet niemals Unrecht mit neuem Unrecht ... besiegt das Böse durch das Gute“ (Römer 12; 17-21).
Der Mensch ist wirklich glücklich, dessen Leben durch sein Charakter und nicht die Umstände bestimmt wird. Wir sind keine Opfer, weil wir Selbstkontrolle ausüben können. „Denn Gott hat uns seinen Heiligen Geist gegeben. Und das ist kein Geist der Furcht, sondern ein Geist, der uns mit Kraft, Liebe und Selbstüberwindung erfüllt“ (2. Timotheus 1; 7).
Übersetzung: Vera Flohr, Bonn, E-mail Adresse: Vera.G.Flohr(at)gmx.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen,
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