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Ausgabe 06/11 

Es gibt Hoffnung!

Ethik. Darüber zu sprechen gehört zum guten Ton. Sie gilt bei Führungskräften als ‘in’, ethisches Handeln macht sich gut in der Firmenbroschüre des Unternehmens.

Woher die Sehnsucht nach Ethik? Vermutlich sind in uns einige Verhaltensgrundsätze tief ins Herz gelegt. ‘Man’ weiß immer noch, was gut und recht ist. Oder – eine andere Vermutung – Erziehung und sichtbare, spürbare Reste christlich-abendländischer Leitkultur haben das Gewissen von Generationen geprägt; diese Prägung klingt nach. Auch wenn wir die Zehn Geboten nicht aufzählen können:

Wer sollte es bedauern, dass es bei uns noch eine gemeinsame Überzeugung gibt, dass man nicht stehlen, betrügen, lügen, morden darf? Ich bin dankbar, dass meine Geschäftspartner, meine Nachbarn, ja sogar meine Prozessgegner im großen Ganzen ein ähnliches Wertesystem haben wie ich.

Wer allerdings ein zweites Mal hinschaut, entdeckt beim Ruf nach Ethik Dinge, die gar nicht so edel sind. So ist ein beachtlicher Teil des Verhaltens nicht von einer tiefen Grundüberzeugung geprägt, sondern von der Angst vor den Folgen, wenn die Grundsätze nicht eingehalten werden. Also: ein Großunternehmen entscheidet sich gegen aktive und passive Bestechung. Jedoch nicht, weil dies als verwerflich angesehen wird, sondern weil es sich schlicht nicht leisten kann, in gleicher Sache erneut vor Gericht und Öffentlichkeit gezogen zu werden. Auf der persönlichen Ebene ist das Ausfüllen der Steuererklärung eine gute Messlatte: Was motiviert mich zu welchem Verhalten?

Ähnliche Tendenzen finden sich im Bereich der politisch korrekten Sprache: Zwar sind wir uns der Wirkung im Umgang mit der Sprache durchaus bewusst, aber im Herzen denken viele (so meine Vermutung) noch genau so wie früher: In Kopf und Herz denken wir ‘Neger’, wir sagen aber ‘Farbiger’ oder ‘Afroamerikaner’. Wer möchte schon als Rassist gelten?

Das Herz spielt uns einen Streich. Gutes erkennen, Gutes wollen und Gutes tun klaffen ziemlich weit auseinander.

Frohe Weihnacht! Das Kommen Gottes in diese Welt als Mensch ist wie ein Paukenschlag gegen das geschilderte Dilemma. Jesus sagt uns sinngemäß: Es gibt Hoffnung – Hoffnung auf Veränderung in meinem Leben, hier und jetzt. Jesus selber lässt in unseren Herzen die Sehnsucht wachsen, das Gute zu wollen. Er gibt uns Kraft, das Gute zu tun. (Übrigens: aus Liebe zu Gott, zu unserem Nächsten und zu uns selber!) Und Jesus weiß: es wird auch so noch viel danebengehen in unseren Leben. Wir lieben Gott, den Nächsten und uns selber viel zu wenig, und das führt zu schuldhaftem Verhalten. Jesus gibt uns die Chance des Neubeginns. Uns – das bedeutet sehr konkret: mir und auch Ihnen. Dies alles ist erfahrbar, es ist die Botschaft von Weihnachten, seit zweitausend Jahren schon!

Die IVCG bietet Ihnen Kurse an, die nichts anderes zum Ziel haben als die Weihnachtsbotschaft in Ihren Alltag zu bringen. Das ist herausfordernd, aber lohnend! Weiteres dazu finden Sie auf unserer Web-Seite www.ivcg.org.

Christoph Wyss

Der Autor

Christoph Wyss

Christoph Wyss

CH-Bern

Fürsprecher/Rechtsanwalt, Ex-Präsident der IVCG, Mitarbeiter in Verlag und Redaktion von ‘reflexionen’,  verheiratet mit Margrit Wyss, zwei Töchter, eine Enkelin

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