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Ausgabe 08/06 

Gesegnete Weihnachten" oder "Fröhliche Feiertage"?

Im Dezember 2005 wurde in den amerikanischen Medien der Inhalt der Weihnachtskarten des Präsidenten heftig diskutiert. Die an mehr als eine Million Freunde versandten Karten trugen den Titel «Fröhliche Feiertage» und nicht mehr «Gesegnete Weihnachten » wie früher. Auch in anderen Ländern gibt es wachsende Bemühungen, christliche Wörter und Symbole für Weihnachten entweder zu entfernen oder anders zu benennen, um die Vertreter anderer Religionen nicht zu kränken.

Als Gegensatz dazu hat es uns während unserer Zeit in China überrascht, dort in den Kaufhäusern Weihnachtsartikel zu sehen, während aus den Lautsprechern klar und deutlich die bekannten Weihnachtslieder erklangen. In einem kommunistischen Land hört man an Weihnachten christliche Lieder, während wir in Ländern mit christlicher Tradition die christlichen Elemente des Festes mehr und mehr entfernen. Aus diesen Beobachtungen heraus sind einige persönliche Überlegungen entstanden.

Zuerst einmal ist Weihnachten ganz einfach ein Geburtstagsfest, an dem wir uns an die Geburt von Jesus Christus erinnern. Wir würden kaum auf den Gedanken kommen, am Geburtstag einer Frau namens Lydia ihren Namen nicht zu erwähnen, um niemanden zu beleidigen, der an diesem Tag selber nicht Geburtstag hat. Zum Geburtstagsfest gehört der Name dazu, denn um diese Person geht es ja gerade!

Es stimmt aber, dass man durchaus auch die Geburtstage von anderen berühmten Männern und Religionsgründern besonders feiern könnte. Das Jahr 2006 ist als Mozart-Jahr bekannt geworden, mit vielen Ereignissen und Veranstaltungen, die an den genialen Musiker und Komponisten und seine Geburt vor 250 Jahren erinnern. Man könnte auch den Geburtstag von Mohammed oder Buddha besonders feiern. Warum soll denn gerade das Geburtstagsfest von Jesus Christus besonders gefeiert werden?

Man könnte antworten, dass wir im «christlichen Abendland» leben und deshalb die christlichen Traditionen besonders pflegen. Diese Erklärung greift wohl zu kurz. Obwohl es gut ist, zu seiner eigenen Kultur und den eigenen Werten zu stehen, weist das Bestehen einer Tradition nicht immer auf Gutes und Richtiges hin. Man könnte auch antworten, dass das Weihnachtsgeschäft dem Einzelhandel viel Geld bringt und das Fest deshalb gefördert wird. Darin steckt ein Kern von Wahrheit, aber eine schlüssige Erklärung liefert auch das nicht.

Um mehr zu erfahren, sollten wir die Person genauer betrachten, die den Ursprung des Festes bildet: Jesus Christus. Was ist an ihm so besonders, auch im Vergleich zu anderen Überzeugungen und Religionen?

Er wurde in einfachen Verhältnissen geboren wie Millionen von Menschen vor und nach ihm auch. Er aß, trank und wuchs auf wie andere Menschen auch. Er lachte und weinte und wurde müde.

Als er im Alter von etwa 30 Jahren als Wanderprediger in Israel zu lehren begann, da horchten viele Menschen auf. Eine solche Lehre hatten sie von ihren religiösen Führern noch nie gehört. Allerdings gab es bald Streit, denn er behauptete, mit Gott selber eins zu sein. Das durfte doch niemand von sich selbst behaupten! Man hätte ja darüber lachen können, wenn da nicht die sichtbaren Auswirkungen seiner übernatürlichen Kraft gewesen wären: Blinde wurden sehend, Lahme konnten aufstehen und ihr Bett davontragen, und Leute, die ihr Leben lang von bösen Geistern geplagt worden waren, konnten auf einmal frei aufatmen. Weil aber die Behauptung, selber Gott zu sein, so ungeheuerlich und unannehmbar war, wurde Jesus nach wenigen Jahren seines Dienstes angeklagt und am Kreuz hingerichtet.

Aber auch das würde noch keine so einzigartige Stellung und kein besonderes Fest rechtfertigen. Es gab schon viele berühmte Männer und Frauen, die Lehren entwickelten und verbreiteten, die für Millionen von Menschen zu Erkenntnis und zu innerer oder äußerer Befreiung führten. Am Schluss starben diese Persönlichkeiten alle eines natürlichen oder gewaltsamen Todes. Einige der Gräber sind später zu Wallfahrtsorten geworden, an denen sich ihre Anhänger noch heute eine besondere Erfahrung der Kraft erhoffen.

Wie Jesus es vorausgesagt hatte, auch wenn seine Anhänger es vorerst nicht verstanden, blieb er nicht im Grab. Als Auferstandener erschien er am dritten Tag nach der Kreuzigung zuerst einzelnen Jüngern, dann allen Jüngern zusammen und später mehr als 500 Personen, von denen etliche zur Zeit der Abfassung der ersten schriftlichen Berichte noch lebten.1 Auch dazu feiern wir ein Fest: Ostern! So hat eigentlich das Weihnachtsfest erst seine Berechtigung, wenn man es von Ostern her betrachtet. Weil Ostern einzigartig ist, ist auch Weihnachten einzigartig! Wenn die Auferstehung nicht stattgefunden hätte, wären die christliche Predigt und der christliche Glaube nichts wert.2

Viele berühmte Personen wollten unsterblich bleiben

Letztes Jahr besuchten wir die Stadt Xi’An in China. Dort sind die Terrakotta- Soldaten zu besichtigen, die auch als 8. Weltwunder bezeichnet werden. Der chinesische Kaiser Qin Shi Huangdi konnte erstmals das ganze chinesische Territorium unter seiner Herrschaft vereinen. Er schuf sich ein Grabmal, das von Tausenden von Tonsoldaten geschützt werden sollte, um auch nach dem Tod (210 v.Chr.) ewig unangreifbar zu sein.

Trotz dieses eindrücklichen Monuments war seine Herrschaft nicht ewig.

Als wir in den 80er Jahren in Afrika in Zaire lebten, heute Demokratische Republik Kongo genannt, war dort ein religiöser Führer mit dem Namen Ebale Mbonge bekannt. Er behauptete von sich, der Messias und ein Teil der Dreieinigkeit zu sein. Er führte aus, wie er schon vor der Erschaffung der Welt mit Gott dem Vater Gespräche geführt hätte. Von seinen Anhängern, zu denen auch namhafte Persönlichkeiten gehörten, wurde Ebale Mbonge verehrt wie ein Gott. Eines Tages begann er zu erklären, er werde bald sterben, aber nach drei Tagen wie Jesus auferstehen. Bald starb er und wurde in einen Sarg gelegt. Einige Anhänger wollten von der Hauptstadt Kinshasa aus mit dem Sarg ins Landesinnere fliegen, um ihn an seinem Heimatort begraben zu können. Bei der Kontrollbehörde am Flughafen arbeitete ein Freund von uns. Er war ein engagierter Christ und unbestechlich. Er bestand darauf, den Sarg zu öffnen und dessen Inhalt zu kontrollieren. Im Sarg lag nur eine Puppe, und Ebale Mbonge selber hatte sich verkleidet unter die Gefolgschaft gemischt. Sein Plan war es, unerkannt mitzureisen und im Heimatort als «Auferstandener» zu erscheinen.

Dem Präsidenten Mobutu wurde rasch Bericht erstattet. Seine Aussage und Anordnungen waren deutlich: «Jesus ist auferstanden, aber er war zuerst tatsächlich tot.» Bald darauf wurde Ebale Mbonge mit einigen Kugeln im Bauch ins Krankenhaus eingeliefert, wo er starb. Auferstanden ist er nie!

Weil Jesus für uns auferstanden ist, dürfen wir Ostern feiern und auch mit dem Weihnachtsfest der Geburt dieser einzigartigen Person gedenken. In diesem Sinne dürfen wir weiterhin fröhlich sagen:

«Gesegnete Weihnachten!»

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1 1. Korintherbrief, Kapitel 15, Sätze 5-7
2 1. Korintherbrief, Kapitel 15, Sätze 14-17

Der Autor

Peter Regez

Dr. Ing. ETH Peter Regez

D-Kandern

verheiratet mit Marianne Regez, vier erwachsene Kinder. Ausbilder und Berater für transkulturelle Einsätze und Leiter eines international tätigen christlichen Werkes (Janz Team).

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