

Die Vorstellung und der Wunsch, gesund zu sein, gibt es, seit der Mensch sterblich ist. Das Wort Gottes sagt, dass der Tod aufgrund der Sünde in die Welt gekommen ist.1 Seither wird der Mensch krank. Der Krankheit selber stehen wir Menschen nicht hilflos gegenüber, sondern wir sind emsig auf der Suche nach Heilmitteln, die uns die Gesundheit wieder herstellen. Dennoch können wir uns – allen möglichen Anstrengungen zum Trotz – nicht vor dem physischen Tod retten.
Obwohl die Lebensdauer unseres Körpers mit einem ‘Verfalldatum’ versehen ist, sitzt in unserem Bewusstsein das Wissen über die Unsterblichkeit der Seele. Die enge Verknüpfung von Körper und Seele war in vergangenen Kulturen der Grund für die Kombination der beiden Ämter: Priester und Arzt. Heute sind diese beiden Berufe weit auseinander gedriftet. Die hoch technologisierte Medizin und die Vermischung von religiös-philosophischen Anschauungen lassen sich nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Genau diese Distanz zwischen Religion und Wissenschaft haben im heutigen Menschen ein großes Verlangen nach einer Alternative wachgerufen. Esoterische Heilverfahren scheinen dieses Vakuum auf ideale Weise auszufüllen. Über ‘energetische’ Kräfte ließen sich sowohl der Körper wie die Seele und der Geist wieder in gesunde Harmonie bringen. So in etwa ist das Grundmuster dieser Heilrichtung.
Weit entscheidender ist jedoch, was die Bibel zu diesem Thema sagt; zum Beispiel: «Fallt nicht auf Weltanschauungen und Hirngespinste herein. All das haben sich Menschen ausgedacht; aber hinter ihren Gedanken stehen dunkle Mächte und nicht Christus.»2 Es wird ersichtlich, dass wir aufgerufen sind, die Quelle einer Denkhaltung zu ergründen und als Maßstab das Wort Gottes anzulegen. Biblisch verwerflich sind manche ‘Weltanschauungen’, sei es in der Schul- oder der Alternativ-Medizin. Profitgier, Profilierungssucht und Machthunger meine ich hier ebenso zu sehen wie Esoterik. Problematisch ist also die Verquickung eines medizinischen Verfahrens mit bestimmten Weltanschauungen oder konkreter ausgedrückt, mit Techniken, die in bewusstem Widerspruch zu Gott stehen. So kann ein Arzt auf der Suche nach einem geeigneten Antibiotikum sich einer Wahrsagemethode bedienen wie z.B. dem Pendeln. Oder ein Kräuterspezialist, der aufgrund der Sternzeichen des Patienten eine Teemischung zusammenstellt. Ich gebe zu, dass ein solcher Widerspruch zur Schöpfungsordnung bei vielen der ungezählten Heilverfahren nicht so einfach erkennbar ist wie in diesen Beispielen. Im Prinzip geht es um Verführung, und diese zeigt sich bewusst undurchsichtig und verlockend.
Ich möchte jedoch diese Seiten nicht mit lauter ‘Gefahrensignalen’ tapezieren, sondern die Gelegenheit nutzen, eine positive Alternative aufzuzeigen. Diese Alternative praktiziere ich in meiner Naturheilpraxis schon jahrelang und darf staunend gute Erfolge feststellen. Dabei sehe ich mich nicht als ‘Heiler’, sondern als Vermittler von Gottes Schöpfungsprinzipien.
Trotz unserer sündigen Natur beobachten wir im Körper eine natürliche Heilungstendenz, die allein der Schöpfer in uns hineingelegt hat. Haben wir eine einfache Erkältung, wissen wir um die Tatsache, dass sie in den meisten Fällen ohne Zutun eines Therapeuten wieder abheilt. Vor Jahren hat mich ein Satz von Dr. J.H. Tilden auf diesen Gedanken gebracht: «Die Heilung ist das Vorrecht der Natur und sie kann selbst dann, wenn sie dies wollte, dieses Vorrecht nicht an Ärzte oder die Akademiker der medizinischen Wissenschaft delegieren.» Das Wort ‘Natur’ habe ich durch ‘Schöpfer’ ersetzt und diesen Gedanken weiter gedacht. Kann also die Heilung nicht fortschreiten, so haben sich ihr irgendwelche Hindernisse in den Weg gestellt. Weiter wurde mir klar, dass es meine Aufgabe sein muss, diese Hindernisse zu entdecken und dem Patienten bei ihrer Beseitigung behilflich zu sein. In vielen Fällen zeigen sich uns diese Hindernisse in Form von ‘Symptomen’. Eine weitere Überlegung hat mein Selbstverständnis als Behandelnder stark geprägt: Ohne die Mithilfe des Patienten bin ich völlig aufgeschmissen. Zu Beginn einer Therapie weiß der Patient viel mehr als ich, und ich bin auf seine Informationen angewiesen. Es geht also darum, die erhaltenen Hinweise zu ordnen und sie in Verbindung mit dem gesamten Beschwerdenkomplex zu bringen.
Dazu ein Beispiel: Die Rückenschmerzen einer Patientin zeigen im Röntgenbild keinen Befund, lassen sich deshalb nicht erklären und können somit nur durch eine symptomatische Behandlung mit Schmerzmitteln angegangen werden. Diese belasten jedoch den Darm und die Frau fragt mich um Rat. Auf mein Nachfragen schildert sie mir ihre Darmsituation als jahrelanges Desaster mit starker Verstopfung. Nach alten (natur-)medizinischen Grundsätzen stellt chronische Verstopfung eines der Haupthindernisse für Heilung dar. Nachdem wir mit natürlichen Mitteln die Darmfunktion umgestimmt hatten und eine tägliche Darmentleerung möglich war, waren die Rückenbeschwerden verschwunden. War dann im Urlaub der Darm wieder stärker gestaut, kehrten die Rückenschmerzen zurück.
Alle Therapien müssen sich auf ein nachvollziehbares, vom Patienten verstandenes Konzept aufbauen, damit der Betroffene verstehen kann, was passiert. Daraus ist ersichtlich, dass in der Naturheilkunde die Patientenbefragung (Anamnese) an erster Stelle steht. Im weiteren Verlauf der Behandlung werden dann gewisse Untersuchungen und Messungen sicher einen Sinn haben, sind aber nicht immer notwendig.
«Hauptsache gesund?» – Zu dieser Aussage setze ich ein Ja mit Vorbehalt. Was den Körper betrifft, sicher, aber die geistliche Dimension der Ewigkeit müssen wir höher bewerten. «Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, so hack sie ab und wirf sie weg! Es ist besser, verstümmelt zu sein, als unversehrt in die Hölle geworfen zu werden.»3 Hier zeigt uns die Heilige Schrift die Priorität aus geistlicher Sicht. Ein Mensch kann sich von der Sünde, die ihn geistlich tötet, nicht selber befreien. Doch hat Jesus Christus stellvertretend für uns die Strafe für die Sünde getragen. Am Kreuz hat er sein eigenes Leben für uns gelassen. Für diese Wahrheit des Evangeliums müssen wir ein deutliches Ja haben, um eine ganzheitliche Heilung von Körper, Seele und Geist zu bekommen. «Denn Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt, damit wir freigesprochen sind und Menschen werden, die Gott gefallen.»4
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1 «Denn die Sünde wird mit dem Tod bezahlt.» Römer, Kapitel 6, Satz 23
2 Kolosser, Kapitel 2, Satz 8
3 Matthäus, Kapitel 5, Satz 30
4 2. Korinther, Kapitel 5, Satz 21