

Gender Mainstreaming
In Europa wird seit einigen Jahren ‘Gender Mainstreaming’ (GM) als verbindliche Maßnahme auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen umgesetzt. Seit der 4. Weltfrauen- Konferenz in Peking 1995 wird dieser Begriff weltweit verbreitet – in einer Masse von Büchern, Internet- Auftritten, Veranstaltungen, doch vor allem durch politische Maßnahmen. Diese Programme planen umwälzende Veränderungen der ganzen Menschheit. Sie verbreiten in wachsendem Maße die neue Behauptung, dass die Unterschiede zwischen Junge und Mädchen, zwischen Mann und Frau angeblich nicht naturbedingt, sondern nur erlernte Rollen seien.
Um Frau und Mann gleichzustellen, müssen die Geschlechtsunterschiede nun nachhaltig abgeschafft werden. Der Begriff ‘Geschlecht’ hat ausgedient, an seine Stelle ist jetzt ‘Gender’ getreten. Und jeder Mensch kann sein ‘Gender’ auswechseln, wie er es gerade will. Ziel scheint es zu sein, das Geschlecht komplett zu entnaturalisieren.
In Wirklichkeit jedoch befinden wir uns nun im aktuellsten Stadium eines rücksichtlosen Feminismus. Was hier nämlich als Gleichberechtigung getarnt daherkommt, ist in Wirklichkeit einseitige Frauenförderung und -Bevorzugung und gleichzeitig eindeutige Männerbenachteiligung. Mit zweifelhaftem Nutzen für die Frauen und mit zweifellosem Schaden für Männer.
Die Ziele sind klar: Frauen in den Beruf und an die Macht, in die Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Kultur! Männer an den Herd oder in die Schwerstarbeit, die natürlich für die Frau unzumutbar ist! Kinder in die Krippen, Mädchen in die GMFörderprogramme, Jungen in die Umerziehungsschule, wo sie über die jahrtausendlange Unterdrückung der Frau nachdenken können.
Diese Entwicklung ist Teil einer Totalkrise der Ehe und Familie. Während im Jahr 1990 in Deutschland über 500'000 Ehen geschlossen wurden, waren es im Jahr 2005 noch etwa 388'000. Denn an die Stelle der Ehe tritt immer häufiger das flüchtige Zusammenleben ohne Trauschein. Den wenigen Ehen, die noch geschlossen werden, steht eine erschütternd hohe Zahl von Ehescheidungen gegenüber.
Kinder leben daher heute unter schwierigen Bedingungen, weil die Notwendigkeiten ihrer Wesensart nicht mehr hinreichend erkannt werden. Doch damit sie selbstverantwortliche und selbstbewusste Menschen werden können, benötigen sie Respekt, Akzeptanz, Toleranz, Förderung ihrer Talente, Liebe und viel Zeit. Das ist die Aufgabe der Eltern. Kinder, die in den ersten drei, vier Lebensjahren genügend Zuwendung von ihren Müttern bekommen und deren Bedürfnisse erfüllt werden, entwickeln für den Rest ihres Lebens ein stabileres Selbstbewusstsein und Urvertrauen als diejenigen, die fremdbetreut wurden. Wer Liebe empfängt, kann sie später weitergeben. Wer dagegen von Anfang an erlebt, dass seine Bedürfnisse ignoriert werden, wird auch später keine großen Erwartungen mehr an das Leben haben. Unsicherheit und mangelndes Selbstbewusstsein sind die Folge. Daher können wir belastungsfähige junge Menschen für das künftige Berufsleben nicht in Kinderkrippen heranziehen, sondern nur in stabilen Familien, in denen Liebe, Zuwendung, auch Disziplin und Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsgefühl erlernt werden.
Vergleiche mit allen anderen europäischen Ländern bestätigen diese Feststellung. Dort, wo feste Fundamente herrschen, gezimmert aus Werten, Kultur, Tradition und Glaube, dort sind Kinder willkommen. Wo nicht, da verzichtet man zunehmend auf Kinder, so auch bei uns. Die Gesellschaft stirbt aus, und zwar in einer rasanten demografischen Talfahrt.
Wegen der genannten Einflüsse, vor allem jedoch auch durch die zunehmende Feminisierung in der Erziehung, steckt die Mehrheit der Jungen und Männer bereits in einer auffälligen, deutlichen Identitäts- und Leistungskrise. Immer weniger von ihnen sind im Leben erfolgreich. Unter den Abiturienten gibt es heute bereits fünfzehn Prozent weniger männliche als weibliche. Unter den jungen Menschen ohne Schulabschluss sind achtzig Prozent männlich. Tendenz steigend! Gewalt-, Krawall- und Alkoholexzesse unter Jugendlichen sind stark angestiegen. Hinzu kommt eine übersteigerte Sexualisierung, bereits in Kindergärten und Grundschulen. Die Spätfolgen wie Depression, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, berufliche und partnerschaftliche Erfolglosigkeit, aber auch weitere soziale Probleme wie Gewaltbereitschaft und exzessives Leben werden durch die Wissenschaft bestätigt.
Unsere Männer geraten zunehmend in Gefahr. Sie ziehen sich zurück, stehen uns, den Frauen, irritiert gegenüber. Fast die Hälfte der bis 40-jährigen Männer möchte nicht mehr heiraten oder eine Familie gründen. Verantwortung übernehmen? Zusammen mit einer dieser unberechenbaren Allmachtsfrauen? Fehlanzeige!
Was einer Gesellschaft verloren geht, wenn sie die Erwerbstätigkeit über die natürliche und schöpfungsgewollte Aufgabe der Frau stellt, ist immens. Die zur Wesensart der Frau gehörenden Grundgaben bekommen wir automatisch von der Natur mit. Frauen sind enger mit dem Himmel verbunden und sie dienen als Brücke zwischen Oben und Unten. Sie sind es nun einmal, die die Welt im Innersten zusammenhalten können, die ein Heim gemütlich gestalten, Kinder bekommen und ihnen in den ersten Jahren sehr nahe sein, ihre Bedürfnisse erkennen und erfüllen sollten.
Auch für das menschliche Miteinander generell sind diese ‘weichen’ Fähigkeiten bedeutend und äußerst wichtig. Sie sind die Seelensubstanz der Gesellschaft. Wenn wir Frauen diese Fähigkeiten nun abgeben, um sie durch männliche zu ersetzen, dann bedeutet das auf allen Ebenen nachhaltige Veränderung! Diese ist bereits überall deutlich spürbar: Kälte und Herzlosigkeit, ausgeprägter Egoismus und fordernde Selbstverwirklichungsziele nehmen dramatisch zu.
Reden wir Klartext: Die Befreiung der Frau, ihre Emanzipation, für die sie lange hart kämpfte und die als Grundsäule ihres Selbstverständnisses beschworen wird, existiert überhaupt nicht. Unsere materiell und global orientierte Gesellschaft, die kaum noch individuelle Interessen berücksichtigt, hat sich die feministischen Glaubenssätze einverleibt und benutzt sie nun als Alibi, um Frauen aus der Familie zu reißen und sie auf den Arbeitsmarkt zu treiben. Ohne Rücksicht auf Bindungen, Partnerschaften, Kinder.
Doch was haben wir dem Zeitgeist entgegenzusetzen? Ist es wirklich so erstrebenswert, als Single durchs Leben zu gehen? Als allein erziehende Mutter? Als rastlose Managerin einer Familie, die Mann und Kind wegorganisiert, um sich im Arbeitsleben zu beweisen? Ist das der Sinn unseres Lebens?
Der Mensch, einst von Gott ‘als Mann und Frau’ geschaffen1, wird jetzt von der Politik neu erfunden: Als geschlechterbefreites, neutrales Wesen, losgelöst von allen ‘Zwängen’ der Natur und vom Schöpfungsplan Gottes. Doch leben wir alle in Gottes Schöpfung und dürfen an all ihrer Schönheit und ihrem Reichtum beteiligt sein.
Jesus sagte: «Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht. Denn ihnen gehört das Reich Gottes.»2 Wer Kinder mit festen Werten erzieht, zu denen die eigene Kultur und Tradition gehört und der feste Glaube an Gott, der lässt sie zu IHM kommen; «Und wehret ihnen nicht.» Die begeisterten Befürworter von Abtreibung und anderen merkwürdigen Verhütungsmethoden sollten sich diesen Satz immer wieder durchlesen, denn er gehört zu unserem Verhaltenskodex wie die Zehn Gebote. «Und wehret ihnen nicht.» Wir wehren ihnen zurzeit mit allen modernen Gender-Mitteln, und inzwischen sterben sie uns aus, die Kinder. Doch wer sich Gott widersetzt, wird sich für die Konsequenzen zu verantworten haben. Wer sich anmaßt, mit Gender und Gleichstellung gottähnlich zu sein, wer glaubt, sich über Gottes Ordnungen einfach hinwegsetzen zu können, der irrt. Hier brauchen wir klare Worte, eine eindeutige Haltung, ein gerades Rückgrat, Zivilcourage!
Gottes Unwille ist schon sichtbar und deutlich spürbar, und man muss kein Prophet sein, um erkennen zu können, was auf uns in absehbarer Zeit zukommen wird. Doch wir haben die Chance, uns diesen Mechanismen zu entziehen, wenn wir es nur wollen. Dazu müssen wir aber erkennen, wie notwendig und dringend eine Umkehr ist. Heute, jetzt, und nicht morgen oder übermorgen.
Wie heißt es doch in der Apostelgeschichte? «Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.»3 Zugegeben, manchmal ein schwieriger Weg, vor allem in diesem politisch-medialen Wirrwarr heute. Doch ist es unsere einzige Chance, Nächstenliebe, Einfühlungsvermögen und Verantwortung zum Gebot unseres Handelns zu machen. Das ist es, was uns am Ende auch selbst glücklich macht. Und was wir unseren Kindern mitgeben müssen.
Gott lässt, wie Paulus sagte, keinen Spott mit sich treiben.4 Es geht um unsere Zukunft, und die unserer Kinder. Der Fortbestand der Gesellschaft steht auf dem Spiel.
Biographisches zur Person Eva Herrman entnehmen Sie bitte der pdf-Datei.
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1 1. Mose, Kapitel 1, Satz 27
2 Matthäus, Kapitel 19, Satz 14
3 Apostelgeschichte, Kapitel 5, Satz 29
4 Galater, Kapitel 6, Satz 7