

Jeder von uns wird einmal das Fließband der Zeit verlassen müssen; dann beginnt für uns alle die Ewigkeit. Das Wissen um die Ewigkeit hat Gott allen Menschen gegeben, darum heißt es: «Die Ewigkeit hat er (Gott) uns ins Herz gelegt.»1 Darum haben sich viele Völker und Kulturen Gedanken darüber gemacht. Am intensivsten haben es wohl die alten Ägypter getan. Wollen wir nicht nur von Menschen ersonnene Gedanken aufzählen, sondern Verbindliches über die Ewigkeit wissen, dann müssen wir den befragen, der von dorther kam. Es ist Jesus, der Sohn Gottes. Er hat uns unmissverständlich gesagt, dass die Ewigkeit zwei äußerst unterschiedliche Orte aufweist, einen sehr schönen und einen sehr schrecklichen: Der eine ist der Himmel und der andere die Hölle. Der eine Ort bedeutet ewige Gemeinschaft mit Gott und der andere absolute Abtrennung von Gott. Die Unterschiede sind größer nicht mehr vorstellbar, der eine Platz ist von unbeschreiblicher Herrlichkeit und der andere ein Ort der Finsternis mit nicht vorstellbaren Qualen und Leiden. Jesus hat sehr eindrücklich über beide Orte gepredigt – über den Himmel, um uns dafür zu gewinnen und uns dorthin einzuladen und über die Hölle, um uns davor zu warnen. Jesus sagt: «Die Tür zum Himmel ist schmal! Ihr müsst schon alles dransetzen, wenn ihr durch diese Tür hineinkommen wollt. Viele versuchen es, aber nur wenigen wird es gelingen.»2
Der Dichter Heinrich Heine (1797- 1856) spottete über den Himmel mit den Worten: «Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen.»3
Was wissen wir über den Himmel?
Gott hat uns sehr viel Konkretes über den Himmel offenbart. Die Bibel spricht oft über dieses größte Ziel, das dem Menschen gegeben ist, und sie ist die einzige verbindliche Informationsquelle. Alles sonst Gesagte ist rein spekulativ und lediglich von Menschen erdacht. Also beleuchten wir die zahlreichen Aspekte des Himmels unter Anwendung der Bibel und schlussfolgerndem Denken.
Für irdische Belange gilt, dass wir sie im Leben nachprüfen können. Zur Erfassung der himmlischen Dinge bleibt allein der Glaube. Darum sagt Jesus: «Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage?»4
Geradezu unfassbar ist, dass der ewige und allmächtige Gott mit uns im Himmel Gemeinschaft haben möchte. Er sendet seine Boten aus, um aus allen Völkern und Nationen Menschen einzuladen.5
Damit wir Menschen dieses größte und wichtigste Ziel nicht verpassen, liefert er uns eine eindeutige und für jeden verständliche Wegbeschreibung mit. Jesus sagt: «Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.»6 Im Himmel wird sich auch dieses Wort erfüllt haben. Es werden dort nur Menschen anzutreffen sein, die den Herrn Jesus angerufen haben, sich durch ihn haben retten lassen und die seine Nachfolger wurden.7
In einigen ausgewählten Punkten wollen wir nun auf das Wesen des Himmels eingehen:
Der französische Philosoph Jean Jacques Rousseau (1712-1778) trifft nicht den Kern des Glücks, wenn er reduzierend bemerkt: «Glück besteht aus einem hübschen Bankkonto, einer guten Köchin und einer tadellosen Verdauung. » Jesus hat seinen Hauptauftrag darin gesehen, Menschen selig zu machen.8 Selig zu sein bedeutet mehr als nur zeitlich begrenztes irdisches Glück zu haben; vielmehr ist die ewige Komponente angesprochen. Im Himmel – dem Ort ohne Sünde – wird das Glück vollkommen und unvergänglich sein, denn keines der Negativmerkmale dieser Welt wird dort das Leben trüben.
Wir geben viel Geld aus, um unseren Augen und Ohren etwas Besonderes zu bieten. Alles, was wir an Reizvollem, Sehens- und Hörenswertem auch nur aufzählen würden, verblasst im Angesicht des Himmels.9 Der Himmel ist aber nicht nur ein Ort des Sehens und Hörens, sondern der Wahrnehmung für alle Sinnesorgane. Mehr noch: Alles, was unserer Seele wohl tut, wird im Himmel reichlich vertreten sein: Liebe, Friede, Freude, Freundlichkeit und Gütigkeit.
Im uns wohl vertrauten Bild der Hochzeit versucht uns Jesus den Himmel als ein außergewöhnlich schönes Festbankett zu erklären.10
Wenn schon Gottes Liebe zur Schönheit an Lilien, Orchideen und zahllosen anderen Blumen oder dem luxuriösen Gefieder mancher Vögel erkennbar wird, wie viel mehr wird Schönheit ein geradezu kennzeichnendes Attribut des Himmels sein!
In der Ewigkeit werden wir eine Wohnung beziehen, deren Architekt Jesus ist. Was er, der Schöpfer dieser Welt, gestaltet, wird etwas sein, was sich kein Architekt auch nur im Traum hat vorstellen können.11
Jesus betete zum Vater: «Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, bei mir bleiben. Sie sollen an meiner Herrlichkeit teilhaben.»12 Im Himmel erfüllt sich dieses Gebet. Wir werden allezeit bei ihm sein. Es wird ein atemberaubendes Staunen geben, wenn der Glaube zum Schauen kommt. Hier haben wir noch viele Fragen, auf die wir dringend eine Antwort suchen. Dort bei Jesus wird alles geklärt sein.13
Ich wage es kaum auszusprechen, aber es steht geschrieben: «Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein.»14
Individuell wird jeder eine eigene Persönlichkeit sein, aber die qualitativen physischen Merkmale (Schönheit, Herrlichkeit, Gestalt, körperliche Vollkommenheit) werden mit denen des Herrn Jesus übereinstimmen.15 Dieser Körper wird nicht mehr raum- und zeitgebunden sein.16 Im Himmel werden wir mit Jesu Gedanken völlig eins sein. Die Kommunikation mit ihm wird ein wichtiges kreatives Element sein.
Untersuchen wir die Reden Jesu nach ihrem Inhalt, so springt uns ein Aspekt geradezu ins Auge. Er verkündigte unentwegt die Botschaft des Himmels. Seine Predigttätigkeit begann er mit den Worten: «Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Busse, und glaubt an das Evangelium!»17
In immer wieder neuen Gleichnissen und in seelsorgerlichen Gesprächen erklärt er das Wesen des Himmelreiches. Dem Gelähmten sagt Jesus nicht zuerst «Stehe auf und wandle!», sondern: «Deine Sünden sind dir vergeben.»18 Auch hieran wird deutlich: Die Voraussetzung für den Himmel, nämlich die Befreiung von der Sünde, hat für Jesus allerhöchste Priorität.
Als die Jünger von einem Missionseinsatz zurückkamen, freuten sie sich darüber, dass ihnen sogar die bösen Geister untertan sein mussten. Jesus aber verwies sie auf eine andere Freude: «Freuet euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.»19 Dieser Freude hat Jesus den absoluten ersten Stellenwert eingeräumt. Petrus schrieb vom Maß dieser Freude: «…freuet euch mit unaussprechlicher und herrlicher Freude.»20 Und im Himmel selbst folgt unaussprechliche Freude: «Genau so freuen sich auch die Engel Gottes, wenn ein einziger Sünder zu Gott umkehrt.»21
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1 Prediger, Kapitel 3, Satz 11
2 Lukas, Kapitel 13, Satz 24
3 Wintermärchen; Heinrich Heine
4 Johannes, Kapitel 3, Satz 12
5 Lukas, Kapitel 14, Satz 23: «Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, auf dass mein Haus voll werde.»
6 Johannes, Kapitel 14, Satz 6
7 Römerbrief, Kapitel 10, Satz 13; Johannes, Kapitel 3, Satz 36 und Kapitel 10, Satz 4; 1. Johannesbrief, Kapitel 5, Satz 13
8 Matthäus, Kapitel 18, Satz 11
9 1. Korintherbrief, Kapitel 2, Satz 9: «Was kein Auge jemals sah, was kein Ohr jemals hörte und was sich kein Mensch vorstellen kann, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.»
10 Matthäus, Kapitel 22 und Offenbarung, Kapitel 19, Sätze 7 und 9
11 Johannes, Kapitel 14, Sätze 2-3
12 Johannes, Kapitel 17, Satz 24
13 Johannes, Kapitel 16, Satz 23: «Am Tage unseres Wiedersehens werden alle eure Fragen beantwortet sein.»
14 1. Johannesbrief, Kapitel 3, Satz 2
15 Philipperbrief, Kapitel 3, Satz 21
16 Johannes, Kapitel 20, Satz 19
17 Markus, Kapitel 1, Satz 15
18 Matthäus, Kapitel 9, Satz 2
19 Lukas, Kapitel 10, Satz 20
20 1. Petrusbrief, Kapitel 1, Satz 8
21 Lukas, Kapitel 15, Satz 10