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Die IVCG

 
Ausgabe 03/06 

Gesellschaftliche Megatrends

 

Unsere Gesellschaft ist mit einzigartigen Einflüssen konfrontiert, die sie bleibend verändern. Deshalb sind mit «Megatrends» auch nicht Modeströmungen angesprochen, sondern über Jahrzehnte andauernde Entwicklungen. Diese konstanten Umwälzprozesse verwandeln unsere Gesellschaft entscheidend – sie wird nie mehr so sein, wie sie war.

Zu den Motoren der sozialen Veränderung zählen u.a. die Informationstechnologie, die Psychopharmaka und der Wertewandel.

Die Informationstechnologie beschleunigt unser Leben, die Psychopharmaka fördern die Vereinsamung, und für den heutigen Menschen wird die Manipulation laufend attraktiver. Dies ist in geraffter Form das Wesen der vielen komplexen, vernetzten Zusammenhänge zwischen den Motoren der gesellschaftlichen Veränderungen.

Gesellschaftliche Megatrends Diese drei Megatrends stechen auch Umwälzprobeim Betrachten unseres sozialen Systems hervor. Sie sind bereits seit Jahrzehnten vorhanden und werden maßgeblich durch die Umwälzungen in der Informationstechnologie, der Pharmakologie und dem Wertewandel angetrieben: Beschleunigung Vereinsamung Manipulation

Die durch die Informationstechnologie ermöglichte Beschleunigung ist für viele nur mit Psychopharmaka verkraftbar. Periodisch durchgeführte Erhebungen unter Führungskräften zeigen, dass ein hoher, zweistelliger Prozentsatz Psychopharmaka konsumiert. Den Anreiz zur Beschleunigung gibt die Gesellschaft: Mit Fleiß und Einsatz kann man etwas erreichen. Zeit ist Geld und Geld wird von allen erstrebt.

Der Wunsch nach Maximierung der Lust beseelte bereits die Hedonisten der Antike und findet heute eine wachsende Zustimmung (Spaßgesellschaft). So ist die Steigerung der Lust, auch mittels Drogen, erklärtes Ziel vieler. Mehr Reiz, mehr Lust, mehr Vergnügen heißt ihre Devise. Wenn jedoch der Körper die Drogen nicht mehr verträgt, platzt die Maxime «Leben ist Lust». Was liegt dann näher als der Griff zu Psychopharmaka?

Dadurch wird aber die Konfliktfähigkeit eingeschränkt. Psychoaktive Substanzen ermöglichen ein Glücksgefühl auch ohne klärendes Gespräch.

Die Informationstechnologie bewirkt eine deutliche Kommunikations-Verarmung, die z.B. bei mit Spielkonsolen aufgewachsenen Jugendlichen zu beobachten ist. In Sachen Kommunikation weniger geübte Personen erkennen Konfliktherde später, und mit eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten fällt die Bewältigung von Konflikten bedeutend schwerer, was zur Vereinsamung beiträgt. Ein Fakt, der unter anderem durch das Wachstum der Zahl der Einpersonen-Haushalte illustriert wird. Habe ich aber keine Übung in der Bewältigung kleiner Konflikte, so eskalieren die großen – was u.a. die zunehmende Häufigkeit der Amokläufe dokumentiert.

Die Informationstechnologie liefert die Mittel zur Manipulation: Massenmedien manipulieren im höchsten Grad, propagieren Stars, Fans und Kommerzartikel. In der heutigen Welt ist Manipulation nichts Anstößiges mehr – lediglich noch ein Mittel zum Zweck. Macht anstatt Gewaltentrennung heißt die Devise.

Auswirkungen der Megatrends Beschleunigung erzeugt Zeitdruck, Manipulation erzeugt Frustration, Vereinsamung verhindert feste, tragfähige Beziehungen. Zeitdruck, Frustration und labile Beziehungen reduzieren die Konfliktfähigkeit.

Der durch die Beschleunigung geschürte Leistungsdruck verleitet zu Machtmissbrauch. Die Manipulation hat Machtmissbrauch als Programm, und die Vereinsamung erschwert Kurskorrekturen durch Menschen, die den Entscheidungsträgern nahe stehen.

Die Beschleunigung fördert den Ersatz früher verbindlicher Werte durch Gewinnstreben, und die Manipulation wird zielgerichtet mittels Kundenbefragungen und Erfolgskontrollen perfektioniert. Die Vereinsamung ermöglicht Enthemmung dank Anonymität. In Chat-Rooms, abgetrennten Bereichen des Internets, wo Gruppen von Personen miteinander kommunizieren, werden Scheinexistenzen aufgebaut.

Alle drei Megatrends – Beschleunigung, Manipulation und Vereinsamung – sorgen also auch dafür, dass die früher selbstverständliche Eigenverantwortung zusehends häufiger versagt und deshalb immer weitgehender durch Fremdkontrolle und Überwachung ersetzt wird.

Wenn aber unser Leben durch eine Zunahme von Machtmissbrauch bei gleichzeitiger Abnahme von Konfliktfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit geprägt ist, wird der Alltag zusehends schwieriger. Eine Feststellung, die durch viele Fakten bestätigt wird: Laut Schätzungen sind in der Schweiz ungefähr 10% der Bevölkerung von Cannabis, Ecstasy oder anderen Drogen abhängig. Die Schweizer Kriminalstatistik weist innerhalb von zehn Jahren eine 75%ige Zunahme einfacher und schwerer Körperverletzungen aus. Laut der Weltgesundheitsorganisation sterben zurzeit mehr Menschen durch Selbstmord als durch Kriege und Mord. Insbesondere bei Jugendlichen bis 25 Jahre ist die Suizidrate erschreckend gestiegen.

Strategien zur Problem-Bewältigung Der Alltag stellt also ein Problem dar. Um ihn besser ertragen zu können, bestehen drei grundsätzlich verschiedene Wege:

 

  • Ich kann die Welt anders wahrnehmen und den Weg mit Psychopharmaka beschreiten. Dabei ändert sich außer meiner Wahrnehmung und meinem Erleben nichts. Dies ist auch der Weg von Alkohol- und Drogen-Konsum.

  • Ich kann versuchen, die Welt zu verbessern. Nicht nur Kriminelle wollen mit diesem Rezept dank mehr Geld ein besseres Leben haben, sondern auch Rechtsextreme, Anarchisten und Terroristen opfern für ihre Ideale das Leben oder Eigentum anderer.

  • Ich kann Hilfe annehmen. Aber wer kann helfen? Der wichtigste Behandlungsansatz der Psychiatrie basiert mittlerweile auf Psychopharmaka. Dies entspricht dem ersten Weg. Also müsste mein Helfer mehr können als ein Mensch – und das kann nur Gott.


Kann Gott helfen? Diese Frage muss bei einem allmächtigen Gott eindeutig mit Ja beantwortet werden. Interessanter ist die Frage, ob Gott helfen will. In vielen Stellen der Bibel sichert Gott dies direkt zu, auch in Bildern und Gleichnissen. Der Name Jesus bedeutet «Jahwe (Gott) ist Rettung». Gott sagt von sich selbst, dass er unsere Rettung ist! Dass Gott hilft, wird auch von Menschen bestätigt, die ihr Leben Jesus Christus anvertraut haben. Nicht immer sofort und nicht immer so, wie Einzelne sich das vorstellen – aber Gott hilft. Das bestätigt er in der Bibel: «Rufe mich an am Tag der Not; ich will dich erretten.»1 Eine solche Zusage muss man einfach ausprobieren.

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1 Psalm Nr. 50, Satz 15

Der Autor

Roger Gorlero

Roger Gorlero

CH-Uerikon

Nach dem Maschineningenieur-Studium an der ETH arbeitete Roger Gorlero in der Unternehmensberatung und bildete sich berufsbegleitend betriebswirtschaftlich weiter. Anschließend hatte er in einem renommierten, weltweit tätigen Unternehmen verschiedene Führungspositionen inne und leitete die konzerninterne Unternehmensberatung. Seit dem Jahr 2000 ist Roger Gorlero
selbstständig und bietet Dienstleistungen im Bereich Management-Support an. Er ist verheiratet mit Sybille Gorlero-Gafner und Vater von vier Kindern zwischen 5 und 16 Jahren. Er ist IVCG-Referent und Präsident der IVCG-Gruppe Rapperswil.

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