

Noch sind Hunger und Mangelernährung nicht überall besiegt, da sind, nicht nur in der westlichen Welt, Überfluss, Heißhunger und Fehlernährung zum Problem geworden. Es gibt zahlreiche Wechselwirkungen zwischen unseren kulinarischen Gewohnheiten, unserer Familie und unseren Vorfahren sowie unserer regionalen Herkunft wie auch unseren genetischen Veranlagungen. Immer mehr Menschen sind weltweit von genetischen Funktionsstörungen (Nahrungsmittel- Allergien, Intoleranzen) betroffen. Das hat hauptsächlich mit der rasch wachsenden und qualitativ veränderten Lebensmittelindustrie sowie verschiedenen Umweltfaktoren zu tun. Was wir essen, hat sich qualitativ und auch quantitativ zu einem Problem entwickelt.
Nicht immer sind Unverträglichkeiten in ihrer milden Form nur schädlich. Entwicklungsgeschichtlich können sie dem Überleben oder der Bewahrung vor Krankheiten dienen. Millionen von Menschen essen beispielsweise im Mittelmeerraum und an den Ufern von Nil und Tigris die Sau- oder Favabohne. Ihr Verzehr bewahrt bei einer bestimmten Genmutation vor der Malaria-Infektion. In heißen Ländern, wo Nahrungsmittel schnell verderben, werden Chili und andere scharfe Gewürze verwendet, die Bakterien, Parasiten und Pilze abtöten.
Heute haben unsere Nase und Zunge als «Türsteher» meist verlernt, was sich gut miteinander verträgt, welche Nahrungsmittelsubstanzen Gifte neutralisieren oder vor Krankheiten schützen können.
Unser Körper ist ein lebendiger Organismus: Er kann nur durch mikronährstoffreiche Ernährung (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, bestimmte Aminosäuren) am gesunden Leben erhalten werden. Heute werden wir verführt durch energiedichte Füller (Chips u.a.m.), vorgefertigte Nahrungsmittel und Fertiggerichte. In unserer hektischen Zeit verzichtet der gestresste Mensch auf diese Aufmerksamkeit zugunsten der Bequemlichkeit.
Der Körper verliert täglich Milliarden von Zellen und sie werden durch neue ersetzt. Diese Zellen werden aus der zugeführten Nahrung gebildet. Ist es deshalb nicht logisch, dass die Bestandteile der Nahrung von hoher Qualität sein müssen, d.h. dass frische, vollwertige Nahrung den allerwichtigsten Beitrag für die Gesundheit darstellt?
Leber, Niere und Darm sind Entgiftungsorgane. Lange gutmütig. Doch wenn wir sie mit zu viel Zucker, zu viel tierischen Fetten, zu viel Alkohol überlasten, kann das zu verschiedenen Folgekrankheiten führen. Sauer reagiert unser Körper auch auf Säuren aus Süßem und aus Fetten, auch auf Stress, Angst und Ärger. Viel Flüssigkeit durch regelmäßiges Trinken (stilles Wasser), über den Tag verteilt, wirkt einer Übersäuerung entgegen.
Die Ernährungswissenschafter untersuchen die Ernährungsgewohnheiten und den Energiehaushalt und erforschen die praktischen Konsequenzen aus den Ergebnissen.
Auf dem Gebiet der Genforschung, den Bauplänen für Rezeptoren hat sich schon einiges getan. Im Studium der Lipidkomponenten (Apolipide) hat man z.B. nachweisen können, dass eine gewisse Prozentzahl der Bevölkerung durch Varianten vor den Folgen von viel Fett und Cholesterin geschützt ist. Ein Negativbeispiel ist die familiäre Hypercholesterinämie1 (das LDL zirkuliert länger als normal in der Blutbahn). Diese Erbkrankheit bedeutet ein deutlich erhöhtes Risiko für die koronare Herzerkrankung.
Die Zusammenhänge zwischen Genen und Ernährung ist noch lange nicht aufgedeckt. Biotechnokraten wünschen sich ein Gen-Expressions- Profil, damit der Experte dem Einzelnen sagen könnte, welche Diät er einhalten sollte. Doch aufgepasst, ob eine Person 30 kg mehr oder weniger wiegt, kann (wenn auch selten) Folge einer einzigen Gen-Mutation sein!
Ist unser Essen eine Reaktion auf eine krankmachende Umwelt? Wir essen zu viel, zu süß und zu fett. Auch die Getränke enthalten oft zu viel Süßstoffe bzw. sind zu kalorienreich. Die globale Epidemie der Fettleibigkeit hat sich zu einem Albtraum entwickelt. Die ständigen Gedanken um das Essen und die Beschäftigung mit Problemen der Diät hat im Allgemeinen mit weiter reichenden Regulationsstörungen zu tun als nur mit Sättigungsregulation. Es hat viel mit unserem Lebensstil, innerer Vereinsamung und Verarmung sowie mit innerer Unruhe zu tun (wir hetzen in den Supermarkt, laden den Einkaufswagen voll) – ein kompensatorisches Verhalten. Wir haben oft «keine Zeit» mehr, auf den Gemüsemarkt oder direkt zum Bauern zu gehen. Viele Menschen haben vergessen, wie eine gute Tomate schmeckt! Geschmack und natürliche Aromastoffe (sekundäre Pflanzenstoffe) stehen für Gesundheit.
Ein nervöser, unruhiger Geist ist hungrig nach Essen, ein leerer Mensch sucht die Fülle im Genuss. «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein»; ein spiritueller Inhalt, eine liebevolle Lebensweise füllen und nähren ihn. Auch Dankbarkeit, wie Gott uns mit einer fruchtbaren Erde und mit einer unbeschreiblichen Variation von Aromastoffen beschenkt, sind «Vitalstoffe ». In der Bibel finden wir die Botschaft der Liebe. Als ein Grundelement der Gesundheit wirkt Liebe auf alle Aspekte unserer Existenz.
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1 Verminderte Expression des LDL-Rezeptors, auf dem
Chromosom Nr. 19 lokalisiert. LDL Cholesterin (Low-
Densitiy-Lipoprotein) ist das so genannt «schlechte,
böse» Cholesterin, das sich bei einem Überangebot
an Cholesterin an den Innenschichten der Gefäße
ablagert (Risikofaktor für Gefäßverkalkung).