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Die IVCG

 
Ausgabe 06/05 

Sind unsere Beziehungen nur noch elektronisch?

 

Das Internet hat seit seiner Entstehung vor mehr als 20 Jahren eine rasante Entwicklung genommen. In vielen Bereichen der Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltung und insbesondere im privaten Haushalt hat es Einzug gehalten. In Deutschland sind über 35,5 Millionen Menschen online. Das Internet als Informationsquelle ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.

Wer sich heute in Chatrooms bewegt, welche nach fast jeder Talkrunde im Fernsehen angeboten werden, kann einen direkten Kontakt zu Menschen aufnehmen. Wann gibt es im täglichen Leben schon die Möglichkeit, mit einem Politiker oder Bischof persönlich zu sprechen? Aber auch hier gilt, dass eine gute Beziehung etwas mit Vertrauen, Aufrichtigkeit und Wahrheit zu tun hat. Vor kurzem konnte ich bei einem Chat an einem Sonntagabend dabei sein. In der Fernsehsendung wurde der zur Verfügung stehende Zeitraum mit 60 Minuten angegeben. Doch bereits nach weniger als 30 Minuten wurde der Chat beendet, da der Hauptdiskutant noch heimfahren wollte. Das ist zwar verständlich, aber die Mitdiskutanten haben diese Kürzung teilweise als sehr enttäuschend empfunden und den Chat verlassen. Aus meiner Sicht gab es hier eine gute Chance, eine elektronische Beziehung aufzubauen, doch Zusage und Tat stimmten nicht überein. Es bestätigte sich, dass auch Internet-Beziehungen etwas mit Qualität zu tun haben.

Neben dem Chat gibt es auch Foren, bei denen sich interessierte Internetbenutzer zeitlich versetzt, nicht «live», austauschen. Diese Art von Kommunikation finde ich hervorragend, denn sie bietet die Möglichkeit, von Erfahrungen anderer zu profitieren. Genauso wie beim Chat bleibt man anonym. So ist es einerseits leichter, offen zu kommunizieren, aber andererseits lassen sich Beziehungen nur bis zu einem gewissen Grad aufbauen. Denn auch hier gibt es nur eine Ebene, nämlich das Wort, den Text, um in Kontakt zu kommen.

Die dritte Möglichkeit, von der wohl am häufigsten Gebrauch gemacht wird, ist der Austausch von Nachrichten per E-Mail.

Das Internet ist für mich ein wichtiges Werkzeug, eine wichtige Informationsquelle, aber es ist nicht die Quelle meines Lebens. Ich lerne nach wie vor den richtigen Umgang damit, aber bei allem, was ich schreibe und sage oder im Internet telefoniere, möchte ich eines beherzigen: Ich will nichts von mir geben, was ich nicht auch im direkten Gespräch äußern würde. Trotz aller Sicherheiten im Internet oder gerade deswegen, ist es doch mehr als peinlich oder ärgerlich, wenn Inhalte, auch aus Versehen, in andere Hände kommen. Sehr persönliche Informationen gehören meiner Meinung nach in das persönliche Gespräch.

So viele Möglichkeiten das Internet auch bietet, so ist doch klar, dass kein E-Mail eine persönliche Begegnung ersetzen kann. Wenn ich eine wirklich echte Beziehung zu einem anderen Menschen haben will, dann möchte ich ihn oder sie persönlich treffen. Meine besten Gespräche, ob mit meiner Ehefrau, Freunden oder Kollegen habe ich in der persönlichen Begegnung, denn hierbei werden mehrere Beziehungsebenen angesprochen. So wie Martin Buber (1878-1965, jüdischer Religionsphilosoph) einmal sagte: «Alles wirkliche Leben ist Begegnung»

Eine besondere Begegnung, die ich nicht mehr missen möchte und die Beziehung, die sich daraus entwickelte, ist die zu Jesus Christus. In einem Chatroom der besonderen Art, nämlich im Gebet, kann ich ihm persönlich begegnen. Dann können mein Herz und Geist zur Ruhe kommen. Diese Beziehung ist den anderen übergeordnet und legt Wertigkeiten und Prioritäten in meinem Leben fest.

Wie ist das mit Ihnen? Wann hatten Sie die letzte Gelegenheit, über Ihre persönlichen Beziehungen zu Freunden oder über Ihre Beziehung zu Gott, Jesus Christus zu sprechen?

Die Kurzseminare «IVCG-Gesprächsrunde » machen dies zum Thema. Sie werden in vielen Städten im ganzen deutschsprachigen Raum angeboten. Unter www.ivcg.org – Termine – Gesprächsrunden finden Sie die aktuellen Möglichkeiten. Sonderwünsche können eventuell auch berücksichtigt werden.

Eine «Gesprächsrunde» ist es wert, in Ihrer Prioritätenliste einen oberen Platz zu erhalten; eine Zeitinvestition, die sich aus meiner Sicht wirklich lohnt, ob ein Tag, ein Wochenende oder mehrere Abende. Ich kann Ihnen eine Teilnahme nur empfehlen! Gehen Sie wirklich hin, so wie ich dies immer wieder auch tue.

Seit ich Jesus Christus und die Bibel als Ratgeber kennen gelernt habe, fällt es mir leichter, Beziehungen zu verstehen und zu pflegen. In der Gemeinschaft, im Austausch untereinander, in einem geschützten Raum erkenne ich die wichtigen Wegweiser in meinem Leben oftmals viel eher, als wenn ich alleine bin. Beides hat seine Berechtigung, die Gemeinschaft untereinander wie auch die eigene Stille Zeit.


Der Autor

Dietmar Kühne

Dietmar Kühne

D-Roßtal

verheiratet mit Christa Kühne, 3 Kinder im Alter von 16, 18 und 20 Jahren, Senior Sales Consultant, Vorstandsdelegierter IVCG von Bayern

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