

Wenn es um Gespräche über Gott geht, wird oft geäußert: »Wenn es einen liebenden und allmächtigen Gott gibt, dann dürfte es in dieser Welt kein Leid und auch keinen Tod geben!?«
Ein Kritiker nannte mir vier mögliche Antworten bezüglich des Verhaltens Gottes, wenn wir das Übel in dieser Welt betrachten:
1. Entweder will Gott die Übel beseitigen, und er kann es nicht,
2. oder er kann es und will es nicht,
3. oder er kann es nicht und will es nicht,
4. oder er kann es und will es.
Leid und Tod sind ständige Begleiter in unserer Welt. Wir sind als Einzelne damit konfrontiert, und die Medien informieren uns ständig darüber. Denken wir nur an das Massaker von Norwegen mit 68 getöteten Jugendlichen. Neben den Schreckensereignissen in den Schlagzeilen erlebt aber auch jeder von uns früher oder später Leid – seien es Krankheit, Unfall oder Tod. Manchmal werden die Lasten so groß, dass Menschen Gott anklagen: »Warum tust du nichts? Interessiert es dich nicht?«
Ich möchte zwei grundsätzlich zu unterscheidende Geschichtsauffassungen gegenüberstellen:
Gott hat über die Geschichte des Todes völlig anders berichtet. Er hat ursprünglich eine perfekte Welt geschaffen, die er selbst als ‘sehr gut’ bezeichnete. 1 Es gab weder Gewalt noch Schmerz in dieser ‘sehr guten’ Welt. Aber diese Welt ohne Sünde wurde durch die Rebellion des ersten Menschen, Adam, zerstört. Seine Sünde brachte einen Eindringling in die Welt – den Tod. Gott musste die Sünde mit dem Tod bestrafen, denn er hatte Adam zuvor gewarnt, dass er dies tun würde.
Es ist wirklich unsere Schuld, dass die Welt so ist, wie sie ist. Niemand ist ‘unschuldig’. Gott hat uns mit unserer Welt einen Vorgeschmack gegeben, wie ein Leben ohne ihn aussieht: Es ist eine Welt voll von Gewalt, Tod, Leid und Krankheit. Adams Sünde erklärt also das Leid im Allgemeinen. Wie aber kann das ‘sinnlose Leid’ des Einzelnen erklärt werden?
Die Bibel lehrt, dass das Leid einschließlich der Sünde ein Teil des Gesamtbildes in dieser Welt ist. Das individuelle Leid des Einzelnen hingegen ist nicht immer mit eigenen begangenen Sünden in Verbindung zu bringen. Als zum Beispiel Jesus und seine Jünger an einem blinden Mann vorbei kamen, fragten ihn seine Jünger, ob die Blindheit des Mannes von Geburt an auf seine eigenen Sünden oder auf die seiner Eltern zurückzuführen sei. Jesus erklärte, dass weder das eine noch das andere zutreffe. Der Mann wurde blind geboren, damit Gott seine Macht demonstrieren konnte. Das tat Gott, indem Jesus den Blinden heilte.3
Ein ganz zentraler Punkt bezüglich des Leides ist uns weithin verloren gegangen: Das Leid darf nicht betrachtet werden, ohne die Ewigkeit mit einzubeziehen! Im Angesicht des ewigen Lebens schrumpft das Leiden geradezu zur Bedeutungslosigkeit: »Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir zurzeit erleiden, nichts ist, verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken möchte.«4
Menschen, die Gott beschuldigen, dass er sich angeblich zurücklehnt und nichts tut, übersehen eine lebenswichtige Wahrheit. In Wirklichkeit hat Gott bereits alles getan, was sie sich von einem liebenden Gott wünschen – und sogar noch unvorstellbar viel mehr! Der Sohn Gottes wurde Mensch und ertrug Leid und einen grausamen Tod an unserer Stelle. Adams Sünde ließ die Menschheit in einem schrecklichen Dilemma zurück. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit für uns, unser Leben mit Gott wiederherzustellen.
Gottes Plan, seinen Sohn, den Herrn Jesus Christus, zu uns zu senden, war die Lösung des Problems. Er wurde vollkommener Mensch, um ein Opfer für die Sünden der Menschen zu sein. Er war Gottes Sohn und zugleich auch durch und durch Mensch. Er war der einzige Mensch ohne Sünde, obwohl er auch so wie wir in jeder Form versucht wurde.5 Deshalb war es möglich, dass er sein Blut am Kreuz für unsere Sünden vergießen konnte.
Nach seinem Leiden und Sterben ist Christus vom Tod auferstanden. Er zeigte damit, dass er die ultimative Macht hat, und damit auch die Macht über den Tod. Er kann jetzt jedem, der dies im Glauben annimmt, ewiges Leben geben.6
Die Bibel lehrt uns, dass diejenigen, die an den Herrn Jesus Christus glauben und daran, dass Gott ihn vom Tod erweckte, und ihn als Herrn und Retter annehmen, die Ewigkeit mit Gott verbringen werden.7
Die Bibel warnt uns, dass diejenigen, die Christus zurückweisen, einen ‘zweiten Tod’ erfahren werden, das ist die ewige Trennung von Gott.8 Die meisten von uns haben von der Hölle gehört, einem Ort mit Feuer und Qual. Jesus Christus warnte öfter davor, als er über den Himmel sprach. Er macht auch klar, dass die Qualen der Gottlosen ewig sein werden, ebenso wie das Leben der Gesegneten ewig sein wird: »Und sie werden der ewigen Strafe ausgeliefert sein. Aber diejenigen, die Gottes Willen getan haben, erwartet unvergängliches Leben.«9
Die Bibel lehrt uns, dass diejenigen, die an den Herrn Jesus Christus glauben, und daran, dass Gott ihn vom Tod erweckte und ihn als Herrn und Retter annehmen, die Ewigkeit mit Gott verbringen werden.10
Gott hat keine Freude an den Nöten und Katastrophen der Menschen. Er ist ein liebender und gnädiger Gott. Halten wir deutlich fest: Es ist ausschließlich unsere Schuld, dass der Mensch sich in dem gegenwärtigen Zustand von Leid und Tod befindet. Wenn wir die Entstehung des Todes und das Evangelium von Jesus Christus verstehen, so wie sie in der Bibel erklärt werden, dann können wir auch begreifen, warum diese Welt so ist, wie sie ist, und wie es einen liebenden Gott inmitten von Unglück, Gewalt, Leid und Tod geben kann.
Welche Sicht des Todes akzeptieren wir? Ist es eine Sicht, die Gott zum Monster macht, das für Millionen von Jahren für Tod, Krankheit und Leiden verantwortlich ist? Oder ist es eine Sicht, die die Schuld unserer Sünde zuschreibt und unseren Schöpfergott als liebenden und gnädigen Retter beschreibt, der über die Stadt Jerusalem weinte, der am Grab seines Freundes Lazarus weinte und der über uns alle weint?
Nach all diesen Überlegungen meine ich, die Antwort 2 auf die eingangs gestellte Frage ist die richtige:
Würde Gott nämlich das Übel aus der Welt beseitigen, dann müsste er uns Menschen aus dieser Welt entfernen. Denn das Übel ist die Folge der Sünde. Da wir die Verursacher der Sünde sind, hieße das, die Menschheit von der Erde zu vertilgen. Das aber will Gott nicht! Würde Gott uns – so wie wir sind – vertilgen, dann wären wir verlorene Leute und würden der ewigen Verdammnis verfallen. Gott lässt uns aber in der Welt, weil wir – solange wir hier sind – errettet werden können. Wer Gottes Einladung, das Evangelium, annimmt, wird errettet und kommt in den Himmel. Dort wird es keine Sünde mehr geben, und darum gibt es dort auch kein Übel.
Dieser Vortrag ist als Audio-CD, MP3-CD oder DVD zu bestellen beim Verlag Mitternachtsruf, D-Lottstetten und CH-Dübendorf oder online unter www.mnr.ch
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1 1. Mose, Kapitel 1, Satz 31
2 Römer, Kapitel 6, Satz 23
3 Johannes, Kapitel 9, Sätze 1-7
4 Römer, Kapitel 8, Satz 18
5 Hebräer, Kapitel 4, Satz 15
6 Johannes, Kapitel 1, Satz 12 und Epheser, Kapitel 2, Sätze 8-9
7 1. Korinther, Kapitel 15, Sätze 1-4
8 Offenbarung, Kapitel 21, Satz 8
9 Matthäus, Kapitel 25, Satz 46
10 1. Korinther, Kapitel 15, Sätze 1-4