

Fast jede Art von Leistung kann gemessen werden. Aber Leistung ist nicht einfach Leistung. Kleine Kinder haben manchmal einen bemerkenswerten Leistungswillen, wenn sie ihren Eltern beim Kochen oder Backen, dem Vater bei der Reparatur eines Gegenstandes ‘helfen’. Das mangelnde Wissen und mangelnde Übung, Kraft und Ausdauer führen allerdings leicht zum Auseinanderfallen von Leistungswillen und Leistungsfähigkeit, und das Resultat ist trotz aller Mühe mangelhaft. Und gleichwohl erzählen die Eltern mit einigem Stolz von den Errungenschaften ihrer Kleinsten: »Ja, er ist die hundert Meter ganz allein gelaufen, ohne ein einziges Mal hinzufallen!«
Dass sich Leistung oft in Zahlen ausdrücken lässt, verführt dazu, an diese Zahlen zu glauben. Aber Zahlen allein sagen wenig aus. Sie müssen gewichtet, bewertet, interpretiert werden. Beim Kauf eines neuen Laptops werden Leistungsmerkmale angepriesen, die ich kaum bewerten kann: »Es steht Ihnen ein Arbeitsspeicher von soundso viel Gigahertz zur Verfügung. « Ich sehe die Zahl – vielleicht ist sie beeindruckend hoch. Wenn mir allerdings ein junger Computerfreak sagt: »Kauf’ die Kiste nicht: wenn Du ein großes Dokument öffnen willst, kannst Du zweimal um Dein Haus herum rennen, bevor Du die Geschichte auf dem Bildschirm siehst!« – hat er einen Maßstab gewählt, den ich verstehe. Und ich weiß, dass mir die kurzen Augenblicke, die ich wartend vor dem PC verbringe, unendlich lang scheinen. Noch einmal: Zahlen bedeuten an sich überhaupt nichts; sie müssen interpretiert werden.
Zu allen Zeiten haben Menschen versucht, Gott mit Leistung zu gewinnen oder zu beeindrucken. Opferlisten des Alten Testaments, der Ablasshandel des Mittelalters, lange, beschwerliche Pilgerwege, der Besuch eines Gottesdienstes zu hohen Festtagen, sich wiederholende Gebetsformeln, kleine Geldgaben am Ende eines Gottesdienstes oder bei besonderen Gelegenheiten legen Zeugnis davon ab, dass dieser Gedanke auch im christlich-abendländischen Umfeld tief sitzt. Wir müssen dabei gar nicht auf Opfergaben im buddhistischen Umfeld oder auf Grundregeln des Islam zurückgreifen. »Wenn Du Gott gewinnen willst, musst Du Leistung erbringen!«, so könnte man die Erfahrung religiöser Menschen aller Zeiten und Couleurs zusammenfassen. Stimmt der Satz oder stimmt er nicht?
Ich will heute auf einen überraschenden Aspekt hinweisen, der im Neuen Testament zum Ausdruck kommt: Gott hat unbeschreiblich viel geleistet, um uns Menschen für sich zu gewinnen. Er fordert von uns nicht – wie auch immer geartete – religiöse Handlungen, Leistungen, Opfer, sondern Vertrauen! Vertrauen in sein Angebot. Vereinfacht sagt er: »Wer versucht, mich mit Leistungen zufrieden zu stellen, kommt zu keinem Ende; dafür bin ich viel zu anspruchsvoll. Ich habe selber für das Allerbeste gesorgt: Mein Sohn, Jesus Christus, hat an Ihrer Stelle bezahlt. Mit weniger bin ich nicht zufrieden. Können Sie, wollen Sie das glauben?« Wer zu diesem Angebot ja sagt, steht am Anfang einer spannenden Geschichte.
Das Vertrauen wird bis ans Lebensende immer wieder gefordert werden, in verschiedenster Weise (so ist das in lebendigen Beziehungen!). Aber immer wieder werden wir erfahren: Gott erbringt die Vorleistungen; Jesus streckt uns seine Hand entgegen, und im entscheidenden Augenblick heißt es immer: »Es ist alles schon perfekt geregelt.«
Sie müssen dies nicht mir und auch keinem anderen Menschen glauben (auch wenn wir von erstaunlichen Erfahrungen berichten können). Versuchen Sie vielmehr, mit Gott darüber ins Gespräch zu kommen und ihm zu glauben. Wenn die IVCG Ihnen dabei eine – vielleicht auch nur kleine – Hilfe sein kann, freut uns dies ganz besonders. Was die IVCG auf diesem Weg zu bieten hat, finden Sie unter www.ivcg.org