

«Wenn Sie ohne Konflikte durchs Leben gehen wollen, dürfen Sie nicht Anwalt werden.» Das stimmt. Andererseits: Die gleiche Aussage gilt wohl bei den meisten Berufen. Sobald wir mit Menschen zu tun haben und Entscheidungen treffen müssen, besteht Konflikt-Potenzial.
Wie steht es mit dem Einsiedler in den tiefen Wäldern Alaskas, der ohne Kontakt zu anderen Menschen lebt? Ich vermute, dass auch er in Konflikten lebt. Wenn sie nicht von außen an ihn heran getragen werden, sind es wohl verschiedene Stimmen, die in seinem Inneren miteinander diskutieren. Die eine Stimme sagt vielleicht: «Ich will jetzt essen, gerade hier und nirgends anderswo, und schon gar nicht später. » Die andere: «Zuerst müssen wir noch die vierte Falle prüfen, bevor das Eis schmilzt.» Die dritte: «Zum Glück muss ich auf niemanden Rücksicht nehmen» und die vierte: «Andererseits: Wie schön wäre es, wenn jemand anderes mir die Kleider in Ordnung bringen würde.» Es gibt Konflikte, seit es denkende Menschen gibt. Aber nicht alle Konflikte sind gleich schwer.
Der jüdische Arzt Janusz Korczak stand in der Zeit des Warschauer Ghettos vor einem schier unlösbaren Konflikt: Die Nazis erlaubten ihm, zu gehen – vorausgesetzt, dass er die Kinder, die er in sein Zuhause aufgenommen hatte, zurück ließ. Korczak blieb – und bezahlte am Ende mit seinem Leben.
Von ihm ist ein einfaches Gebet überliefert: «Mein Gott, ich stehe voller Ehrfurcht vor dir, um dich um die größte Gnade, die einem Menschen zuteil werden kann, zu bitten: Um die Gnade des inbrünstigen Gebets. Dass ich während des Gebets all meine Gedanken auf dich konzentrieren kann; keine Geistesabwesenheit soll mich von dir abbringen.» Korczak hat eine Vorentscheidung getroffen. Er hat sich dazu entschieden, dass nicht die eigenen, sondern die Maßstäbe Gottes für sein Leben entscheidend seien. Zu tun, was Gott ihn zu tun heißt – und er bewirkt damit Großes.
Konflikte sind unvermeidlich. Umso wichtiger ist es, dass auch wir Vorentscheidungen treffen. Oft geht es nicht um Leben und Tod, wie bei Korczak. Oder vielleicht doch? Wir leben in einer Kultur, in der Gehorsam gegenüber Gott nicht mit dem Tod bestraft wird. Und doch: Wenn wir uns gegen Gott und seinen Willen entscheiden, entscheiden wir uns gegen ein Leben in Fülle. Ein Beispiel: Die ‘Zehn Gebote’ sind Einladungen zum Leben und nicht ein Bußkatalog! Anstelle des ‘Du sollst nicht’ kann man problemlos lesen: «Es tut dir gut, Mensch, wenn du keine anderen Götter neben mir hast. Dies zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten – das bedeutet Leben.»
Und ich bin überzeugt: die Vorentscheidung zum Leben ist gleichzeitig eine Entscheidung für ein Leben mit Jesus Christus, weil er von sich sagt: «Und weil ich lebe, werdet auch ihr leben.»
Die Kernkompetenz der IVCG liegt nicht darin, Konflikte zu lösen. Ihre Aufgabe ist es, mitzuwirken, dass der Einzelne in dem einen größten Konflikt, nämlich der Trennung des Menschen von Gott, zu einer Lösung findet. Und wie ein Leben aussieht, bei dem dieser Konflikt gelöst ist. Die IVCG lädt ein: zu Vortragsveranstaltungen, meist verbunden mit einer Mahlzeit; zu Kurzseminaren; zu lockeren Meetings – immer mit dem Ziel, dem Wesentlichen einen wesentlichen Platz im Gespräch einzuräumen. Die IVCG will Sie nicht vereinnahmen, sondern Ihnen bei der Suche nach Orientierung behilflich sein. Mehr Infos finden Sie unter www.ivcg.org.