

Kürzlich hat mir ein Freund einen Schlüsselanhänger geschenkt. Darin eingraviert: ‘The main thing is to keep the main thing the main thing’.
Ich lasse die Gedanken schweifen: Schlüsselanhänger; Schlüssel zum Erfolg? Hauptsache, die Hauptsache bleibt Hauptsache. Vergiss alle Ne- bengeleise! Konzentriere dich! Bleib auf dem Pfad! Wenn du weit kommen willst: setze dir ein Ziel am Horizont – und mache keinen einzigen Schritt rückwärts. Lebe zielorientiert! Was ist zielführend, was ablenkend? Während ich diese Sätze schreibe, merke ich,wie unfroh sie klingen können. Muss es immer so ernst sein? Ich erinnere mich, mit wie viel innerem Feuer und Konzentration Kinder Fertigkeiten üben: den Ball an die Wand werfen, dreimal in die Hände klatschen und den Ball erneut fangen… – oder (für die Umgebung anspruchsvoller): erste Versuche auf der Blockflöte oder gar auf der Geige.
Ist des einen Menschen Hauptsache die Lebensplanung, des anderen eine Fertigkeit, die er sich aneignen will? Gibt es so etwas wie verschiedene Hauptsachen? Ein junges Ehepaar, das ich im Zug vom Flughafen kennen lernte, beschreibt die aktuelle Befind- lichkeit: In Afrika beraubt und bestohlen, einige schmerzliche Verluste, jedoch: ‘Hauptsache gesund’ – und beide genießen den im Zug offerierten Kaffee. Ich verstehe ihre Erleichterung. In allem Ärger, aller Frustration: einen bleibenden Schaden haben sie wohl nicht davon getragen; zum Glück konnten sie ihre Haut retten. Die Un- annehmlichkeiten werden bald in den Hintergrund gerückt werden.
Überblick ist gefragt! Angenom- men, wir könnten unser eigenes Leben wie ein Schauspiel betrachten… Eine unglücklich angeschlagene Zehe vermag sich zwar für einen kurzen Augenblick sehr erfolgreich ins Be- wusstsein zu spielen – aber im Verlauf des Spiels nimmt sie eine höchst un- tergeordnete Statistenrolle ein. Gefragt sind die großen Bogen: Beziehungen, Entwicklungen, Erreichtes. Gibt es ein Leitmotiv? Ein Thema in Variationen? Und: wie endet das Spiel? Eines weiß ich: ‘Hauptsache gesund’ weist darauf hin, dass man das Spiel nicht zu Ende gedacht hat. Denn unser Leben endet nicht in der Gesundheit, sondern im Tod. Ein Überblick über unser Leben ohne Einbeziehung dieses Endes ist unvollständig, unrealistisch, blendet Wichtiges aus.
Macht Ihnen der Tod Angst? Es ist natürlich, dass wir uns von der Unab- wendbarkeit des Todes beeindrucken lassen. Und es ist ebenso natürlich, dass sich die Lebensqualität eines Menschen auch daran misst, wie er mit der Tatsache des Todes umgehen kann. Alle Religionen sprechen des- halb von dem, was den Menschen nach dem Tod erwartet; die Vorstellun- gen gehen jedoch weit auseinander.
Was macht den christlichen Glau- ben so grundsätzlich anders als die vielen verschiedenen Religionen? – Über diesen Punkt nachzudenken, auch schwierige Themen nicht zu verschweigen, und schlüssige Ant- worten zu geben: dafür steht die IVCG mit ihren verschiedenen Angeboten. Sie versucht, sicherzustellen, dass ‘die wichtigen Dinge wichtig bleiben’ – so die Übersetzung des Schlüsselbund- Spruchs. Ihre Angebote – Veran- staltungen in einer nichtreligiösen Sprache und Umgebung, oft verbun- den mit einem Essen; Kurzseminare, Gesprächsforen etc. – versuchen die zentralen Themen des Lebens in den Mittelpunkt zu rücken. Kommen Sie, schauen Sie vorbei. Sie sind jederzeit herzlich willkommen.