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Die IVCG

 
Ausgabe 07/08 

Kunst in der Bibel

Selbstverständlich gibt es Kunst auch im biblischen Umfeld. Die Tempelbauten in Jerusalem, mächtig, elegant, liebevoll- kunstvoll gestaltet, sind bis ins Detail beschrieben; sie müssen die Zeitgenossen gewaltig beeindruckt haben!

Bekannt ist der Besuch der Königin von Saba bei Salomo. Es waren nicht nur die Bauten, die sie beeindruckten, sondern der ganze Lebensstil: «Als nun die Königin von Saba die ganze Weisheit Salomos erkannte, als sie den Palast sah, den er gebaut hatte, die Speisen auf seiner Tafel, die Sitzplätze seiner Beamten, das Aufwarten der Diener und ihre Gewänder, seine Getränke und sein Opfer, das er im Haus des Herrn darbrachte, da stockte ihr der Atem.»1 Wow!

Die Bibel ist voller kunstvoller Lyrik: Einige Psalmen sind von Anfang bis Ende durchkomponiert, alphabetisch angeordnet, stufenförmig oder symmetrisch, und trotz allem leicht zu lesen. In anderen Texten faszinieren einprägsame Bilder oder überaus spannend erzählte ‘Stories’; die Texte sind offenbarend, verhüllend, rührend, rhythmisch oder bewusst sperrig, einprägsam und humorvoll. Wo findet sich das schönste Liebesgedicht? Eben! Kürzlich hatte ich einen frischen Granatapfel in den Händen – ein wahres Kunstwerk! Haben Sie jemals versucht, die Farbe dieser Frucht zu beschreiben? Ich habe die Kerne nicht gezählt. Die einen behaupten, die Frucht habe 365 Kerne – für jeden Tag des Jahres einen; andere sagen, es seien 613 Kerne – genau so viele, wie das Alte Testament Gesetze enthält. Und der Geschmack? Die gesundheitlichen Wirkungen, die dem Saft zugesprochen werden? Ein richtiges Wunderwerk – mich begeistern Details wie das Blütendiagramm dieser Pflanze.

Wollen Sie mehr wissen? Unter www.bibleserver.com habe ich eine deutsche Übersetzung gewählt und das Stichwort ‘Granat’ eingegeben: eine Fülle von Verweisen innerhalb der Bibel und – wie mir scheint – immer in attraktiver Umgebung.

Warum hat der Schöpfergott so etwas Schönes, Kunstvolles wie einen Granatapfel gemacht? Ich kann mir vorstellen, dass sich Gott an dem von ihm Geschaffenen von Herzen freut! Wenn dem so ist, kann man zwar in der Natur nicht das Angesicht Gottes sehen, jedoch ganz viel von Gottes Geschmack, Wesensart, von seiner Lebensfreude und seiner Zuwendung zur Welt! Fantasie, Kreativität, konsequente Durchdringung eines Themas, Grenzen überschreitende Gestaltungskraft: das sind doch alles Eigenschaften Gottes. Damit erweist sich Gott als der große Künstler! Auch vom Menschen wird berichtet, dass Gott ihn kunstvoll gemacht hat; so heißt es in einem Lied: «Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt (im Mutterleib), waren meine Glieder dir nicht verborgen.»2 Das Zitat hat es in sich! Sein Autor war zwar als junger Mann besonders attraktiv, hatte aber auch eine erstaunlich hässliche Seite. Ob der den Satz vor oder nach dem von ihm begangenen Mord und Ehebruch aufgeschrieben hat?

Dies alles als wahr hinzunehmen, ist herausfordernd. Welche Konsequenzen hat es, wenn Gott mich (und Sie!) kunstvoll gewirkt hat – viel einfallsreicher, vollkommener, aber auch individueller als jeden noch so schönen Granatapfel? Über solche Fragen will die IVCG mit Menschen des 21. Jahrhunderts ins Gespräch kommen. IVCG ist ein Ort, bei welchem Sie den Dialog mit gestalten können: bei Tisch, in Gesprächen, vor und nach Vortragsveranstaltungen – oder in einer Gesprächsrunde. Lassen Sie sich hinein nehmen in diese faszinierende Welt! Weitere Infos unter www.ivcg.org.

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1 1. Könige 4, Sätze 4-5
2 Psalm 139, Satz 15

Der Autor

Christoph Wyss

Christoph Wyss

CH-Bern

Fürsprecher/Rechtsanwalt, Präsident der IVCG

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