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Die IVCG

 
Ausgabe 01/08 

Horoskope, Hilfe aus dem All?

 

Das Thema «Astrologie» kocht. Es bringt Einschaltquoten und Geld und verspricht Erfolg. Aber nicht immer. Ein begabter Mann erhielt einen guten Job nicht, weil zwar alles stimmte – außer dem Einen: «In Ihrer Geburtsstunde war zwischen Mars und Neptun etwas nicht in Ordnung», begründete der Personalchef.

Weshalb reißen sich so viele Leute um ihr Horoskop? Weil es für die meisten Menschen reizvoll scheint, die Zukunft etwas genauer zu kennen. So sehr wir uns Gesundheit, Erfolg und Zuwendung erhoffen, so sehr wünschen wir uns auch, unser Leben im Griff zu haben. Man will – auch ohne Gott – gehalten sein in einem größeren Zusammenhang, in einem übergeordneten System.

In der Astrologie werden den Planeten seelisch prägende Eigenschaften zugeordnet. Das Horoskop soll seinen Lesern eröffnen, wie sich deren Leben auf schicksalhaft vorbereiteten Bahnen mit den Reaktionen ihres persönlichen biophysikalischen Kraftfeldes und ihrer individuell-persönlichkeitsprägenden Frequenz entfaltet.

In fast allen Horoskopen finden wir den so genannten Fox-Effekt: Die Texte werden angereichert mit (pseudo-) wissenschaftlichen Floskeln. Lässt sich der Mensch so leicht etwas vormachen? Wenn ich bei unserem Kiosk einen Blick auf die neuesten Astro- Titel werfe, muss ich oft schmunzelnd an die Worte des bekannten Physikers Albert Einstein denken: «Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.»

Leider werden in der Astrologie oft Wunsch und Wirklichkeit vermischt. Viele Astrologie-Interessierte nehmen dies – zum eigenen Schaden – kaum wahr. Astrologische Aussagen sind nicht deshalb attraktiv, weil sie zuverlässig wären, sondern weil die menschliche Sehnsucht nach Zukunftsvorhersagen, Schicksals- und Charakterdeutung so groß ist. Wenigen Horoskop-Leserinnen und -Lesern sind die folgenden Tatsachen bekannt: Durch das langsame Vorrücken (Präzession) der (gedachten) Erdachse hat sich eine Verschiebung der astrologischen Tierkreiszeichen gegenüber den astronomischen Sternbildern ergeben. Wer jetzt im Tierkreiszeichen des Widders geboren ist, dessen Sternbild ist effektiv der Fisch. Horoskop-Texte beruhen auf nicht mehr zutreffenden Sternbildern.

Die Astrologie kennt nicht nur die üblichen zwölf Tierkreiszeichen, sondern auch die zwölf so genannten Häuser. Sie sollen verschiedene Lebensbereiche wie Besitz, Freundschaft und Gesundheit angeben. Tatsache ist, dass Astrologen auf verschiedene Häusersysteme bauen. Das führt dazu, dass die gleiche Stellung der Sterne je nach Astrologe unterschiedlich gedeutet wird.

Im Sternbild Jungfrau sind beispielsweise Sterne zusammengefasst, die bis zu 220 Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Ein einziges Lichtjahr entspricht einer Länge von 9,5 Billionen Kilometern. Die Behauptung, ein Stern in solch einer Distanz habe einen Einfluss auf uns Menschen, ist meines Erachtens schlichtweg eine Zumutung.

Bei Frühgeburten und künstlich beschleunigten Geburten wird das System unzutreffend. Eine Besucherin brachte es an einem öffentlichen Diskussionsabend so auf den Punkt: «Wäre meine Mutter mit mir im Bauch einen Monat vor meiner Geburt die Treppe hinuntergefallen, wäre ich vier Wochen früher geboren, was mir ein anderes Sternzeichen – aber sicher keine andere Veranlagung – beschert hätte.»

Heutige Astrologie geht – auch wenn die Horoskope mit den modernsten Computern hergestellt werden – vom geozentrischen Weltbild des Ptolemäus1 aus, das seit dem 16. Jahrhundert überholt ist. In dieser falschen Vorstellung ist die Erde als Scheibe das Zentrum des Kosmos. Sonne, Mond und Sterne kreisen demnach um die Erde.

Ein Horoskop kann sich als «Horrorskop» entpuppen und zum Negativeinfluss werden. Ein Bus-Fahrer wollte sich ‘nur so zum Spaß’ astrologisch beraten lassen. Die astrologischen Aussagen nahmen ihn jedoch mehr und mehr gefangen und es erging ihm wie den Schnecken meines Nachbarn: Dieser bohrt seit Jahren ein Loch in jedes seiner Blumenbeete, stellt ein Glas in die Erde und füllt es mit Bier. Die Schnecken strecken bald ihre Fühler aus, finden Spaß an diesem Geruch, nähern sich dem Bier, und der Moment, wo sie im Bier ertrinken, ist nicht mehr weit. So ähnlich erging es diesem Bus-Chauffeur. Er verfing sich immer mehr in astrologischer Wahrsagerei. Schließlich dachte er an Selbstmord. In seiner Verzweiflung suchte er mich auf. Ich versuchte ihm wieder Hoffnung zu vermitteln, indem ich ihn auf die Größe Gottes und die Macht seines Sohnes Jesus Christus aufmerksam machte. Daraufhin nahm er Jesus als seinen ‘Lebens-Fahrer’ an. Heute fährt er glücklich durchs Land und steckt mit seinem Humor manch einen Fahrgast an. Horoskope liest er nicht mehr.

Sind wir nicht alle irgendwo auf der Suche? Die Beziehung zum lebendigen Gott erweist sich als bedeutend sinnvoller als ein toter Horoskop-Text. Ein vitaler Mann mit silbergrauem Haar, der bis zu seiner Midlifecrisis der Astrologie anhing, antwortete mir auf meine Frage, was er von Horoskopen halte: «Wenn Sie Horoskope lesen, werden Sie immer mehr an diese gebunden. Sie sind dann bald wie ein Esel, der an einen Pfahl gebunden ist und den ganzen lieben Tag nur um diesen Pfahl herum grasen kann. Gott hat andere Dimensionen bereit!» Wenn ich mich Jesus anvertraue, ist es, wie wenn ich aus dem engen Hafen der Gottlosigkeit ins Meer der Gottverbundenheit, des Friedens und der Freiheit auslaufen würde.

«Aber», wenden Sie vielleicht ein, «sind nicht die Sterne Schöpfung Gottes?» Richtig. Und was Gott geschaffen hat, ist gut! Aber erstens sollen wir den Schöpfer und nicht die Schöpfung verehren. Und zweitens ist Astrologie ein Missbrauch der Schöpfung, weil sie nicht zum Schöpfer, sondern in die Irre führt. Gott in die Sterndeutung hinein zu verdünnen, ist astraler Fatalismus.

Die Sterne sollen uns animieren, Gott zu bewundern und zu ehren. Wenn die Eierschalen oberflächlicher Horoskop- Mentalität platzen und fragende Menschen den Durst nach Erlösung bei Jesus Christus löschen können, werden sinn- und segensreiche Entwicklungen eingeleitet.

Ein Vergleich

Der Unterschied zwischen Astrologie und dem biblischen Christus-Glauben lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

Astrologie/Christlicher Glaube

Gott wurde abgeschafft bzw. er wird in eine Sternenskizze hinein verdünnt.
/
Gott ist mir ein lebendiges Gegenüber, ein DU.

Ich bin von den Sternen, d.h. von der Schöpfung, abhängig.
/
Ich werde von Gott, dem Schöpfer,zum Leben befreit.

Mein Schicksal ist vorgegeben.
/
Ich traue Gott eine positive Veränderung zu und bete dafür.

Ich bin im Bann der Willkür astrologischer Berater (astraler Lebens-Fatalismus).
/
Ich finde Sinn und Ziel meines Lebens.

Ich bleibe mit meinem Horoskop allein.
/
Ich stoße zu einem Netzwerk, zu einer Gemeinschaft hinzu.

Ich vertraue widersprüchlichen und falschen Aussagen.
/
Ich vertraue der Bibel als dem Wort Gottes, zu dem er sich hundertprozentig stellt.

Die Frage «Wohin mit meiner Schuld?» bleibt ungelöst.
/
Mir wird vergeben.

Ich finde kein ewiges Leben.
/
Mir wird ewiges Leben geschenkt.

       

Weitere Informationen: www.FredyStaub.ch

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1 87-165 nach Christus

Der Autor

Fredy Staub

Fredy Staub

CH-Wädenswil

Medienschaffender, moderiert Ratgeber-Sendungen, bei Radio und Fernsehen, interpretiert aktuelles Geschehen aus christlicher Sicht und hält schweizweit Vorträge und Seminare zum Thema Lebenshilfe, evangelisch-reformierter Theologe, verheiratet mit Liliane Staub, Grundschullehrerin, zwei erwachsene Söhne

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