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Die IVCG

 
Ausgabe 07/07 

Jahreszeiten

Gemäß offiziellem Kalender beginnt der Frühling in unseren Breitengraden am 20. oder 21. März, in der Südhalbkugel am 22. oder 23. September. In vielen Schweizer Medien steht ein anderes Ereignis im Vordergrund: Der Blattausbruch einer ganz bestimmten Rosskastanie in Genf kündet seit 1808 den Frühling an (daran lässt sich übrigens auch ablesen, dass sich – botanisch gesehen – die Jahreszeiten in zweihundert Jahren um durchschnittlich mehr als dreißig Tage verschoben haben). In unserer Kindheit begann der Frühling, wenn wir zum ersten Mal in kurzen Hosen und ohne Strümpfe ins Freie gehen konnten; es ist die Jahreszeit, in der sich ältere Menschen alt (Frühjahrsmüdigkeit), die jüngeren sich dagegen besonders jung fühlten. Gewissenhafte Hausfrauen spüren den Frühling in ihrem Drang, die hinterste Ecke ihres Haushaltes von den Spuren des Alltags zu reinigen.

Wann beginnt der Frühling? Ich habe bei der Beantwortung dieser Frage fröhlich Ursachen und Wirkungen durcheinander gebracht. Ursache des Frühlings ist die Veränderung des Neigungswinkels der Erdachse zur Sonne. Wirkung des Frühlings sind Veränderungen in der Vegetation (Kirschblüte) und im Herzen der Menschen.

Bereits zur Zeit von Jesus gab es offenbar Wetterspezialisten. Einmal sagt er einer größeren Gruppe von Menschen:1 «Wenn ihr eine Wolke aufsteigen seht vom Westen her, so sagt ihr gleich: Es gibt Regen. Und es geschieht so. Und wenn der Südwind weht, so sagt ihr: Es wird heiß werden. Und es geschieht so.» Ein Kompliment! Die Menschen haben eine tolle Beobachtungsgabe, sind in ihrem Urteil geschult und wissen sich entsprechend einzurichten. Und dann folgt der Hammer. Jesus nennt die Leute Heuchler, Scheinheilige. Und er fragt sie: «Über das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr urteilen; warum aber könnt ihr über diese Zeit nicht urteilen? Warum aber urteilt ihr nicht auch von euch aus darüber, was recht ist?»

Mit anderen Worten: Jesus sagt ihnen: Ihr seht, was vor sich geht – und verschließt die Augen vor dem, was passiert! Es scheint fast, dass Jesus nicht zu den Menschen seiner Zeit, sondern in unsere Gegenwart gesprochen hätte. Hinter dem, was er sagt, versteckt sich ein klarer Anspruch: Die Welt kann in ihrer wahren Wirklichkeit nur sehen, wer sie aus dem Blickwinkel ihres Schöpfers sieht. Je mehr wir von Gott und Jesus wissen, desto klarer wird uns die Wirklichkeit, in der wir leben.

Mich selber, die anderen, die Welt in ihrer Wirklichkeit erkennen. Dafür steht die IVCG. Sie will den Kerngehalt der christlichen Botschaft unter die Menschen in Verantwortung tragen. Vortragsveranstaltungen, Begegnungen im großen und im kleinen Rahmen, Seminare – alles soll diesem Zweck dienen: dem einzelnen Menschen den Blick für die wahre Realität schärfen helfen. Welche Konsequenzen der Einzelne aus diesen Erkenntnissen zieht, ist seine eigene, persönliche Sache. Darum will die IVCG die Menschen nicht an sich binden. Mehr darüber erfahren Sie auf der Homepage www.ivcg.org.

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1 Lukas, Kapitel 12, Satz 54 

Der Autor

Christoph Wyss

Christoph Wyss

CH-Bern

Fürsprecher/Rechtsanwalt, Präsident der IVCG

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