

Globalisierung: für manche ein Schreckgespenst, für andere eine großartige Zukunftshoffnung, aber für alle mehr und mehr eine täglich spürbare Realität. Die Welt ist klein geworden, seit die neuen Formen elektronischer Kommunikation in Sekundenschnelle im Grunde jeden Punkt der Erde mit jedem anderen verbinden können und sich dies auf allen Lebensgebieten unmittelbar auswirkt.
In der Tat ist das Internet – der Datenfülle nach – das gigantischste Netzwerk, das die Menschheit jemals hervorgebracht hat. Die Genialität dieser Erfindung liegt nicht zuletzt darin, dass hier Computerprogramme imstande sind, riesige Datenmengen auf Millionen von Arten sinnvoll miteinander zu vernetzen und zu durchsuchen, so dass sie nicht nur nebeneinander im Raum stehen wie die Bücher einer Bibliothek. Wer also die Technik des Suchens im Internet beherrscht, der kann zu nahezu jedem Thema in kurzer Zeit viel mehr Informationen finden, als wenn er Hunderte von Lexika einzeln nach den gesuchten Stichworten durchforsten würde.
Dennoch weiß mittlerweile jeder, dass das Internet nicht nur Gutes an sich hat. Denn hier können Menschen aus dem Dunkel der Anonymität heraus andere mit unerwünschten Informationen belästigen oder in Versuchung bringen. So sind viele schon durch schmutzige Mitteilungen im Internet- und E-Mail-System zu Mordtaten angeregt worden, andere zu folgenreichen sexuellen Abenteuern oder Porno- Sucht, zum Kauf illegaler Ramschware, zum ruinösen Glücksspiel usw. Ein Netzwerk kann also neben guten Einflüssen auch ganz schlimme ausüben, die einen Menschen oder gar eine Gesellschaft zugrunde richten.
Dasselbe gilt auch von Netzwerken, die aus Menschen bestehen. Diktaturen wie die von Lenin, Hitler oder Mao hatten als Machtbasis immer Massenbewegungen, die straff hierarchisch organisiert waren und durch geheime, grausame, effizient vernetzte Kontrollapparate überwacht wurden.
So sind die vorhandenen Netzwerke in ihrer Wertigkeit ganz unterschiedlich. Wir kennen und schätzen ihre Zuverlässigkeit beim internationalen Telefon-, Reise-, Geld- oder Briefverkehr, um nur einige Beispiele zu nennen. Wir begrüßen weltweit tätige, gut vernetzte karitative Organisationen wie das Rote Kreuz. Auch die wissenschaftliche Forschung mit ihren verschiedenen Einrichtungen bildet ein solches Netzwerk, selbst wenn noch nicht alle seine Teile an der internationalen Kommunikation gleichermaßen teilnehmen können.
Das wichtigste Netzwerk, das wir kennen, ist jedoch ein geistliches. Es besteht aus den Menschen, die in einer effizienten, persönlichen Kommunikation mit Gott stehen. Auf diese Weise sind sie, wenn auch in unterschiedlichem Grad – miteinander vernetzt.
Die Bibel nennt dieses Netzwerk die Verkörperung (den 'Leib') des Jesus Christus und beschreibt an vielen Stellen die Art und Funktionsweise der darin bestehenden Verbindungen. Seine gewaltige Aufgabe besteht darin, in dieser Welt die Belange Gottes zur Geltung zu bringen, um sie im Sinn seiner Liebe umzugestalten. Vor allem soll dabei einzelnen Menschen die Chance geboten werden, selbst in dieses Netzwerk integriert zu werden. Dann erfährt er eine totale, positive Veränderung seiner Persönlichkeit, die die Bibel Erlösung nennt.
Wie aber funktioniert dieses Netzwerk von Jesus Christus? Nach den Aussagen der Bibel will der Geist Gottes selbst so zu sagen in jedem Einzelnen, der dazu gehört, die Software installieren, die ihn zu effizienter Vernetzung mit dem Ganzen befähigt. Entscheidend ist der Installationsvorgang und die Initialisierung der von Gott entworfenen Software bei jedem von uns persönlich. Dafür ist es erforderlich, dass wir uns selbst als Hardware vollständig und vorbehaltlos dem Betriebssystem Gottes zur Verfügung stellen. Wenn ein Mensch mit Jesus Christus vernetzt wird, dann wird in ihm ein neues Lebensprogramm installiert. Die früheren Programme werden gelöscht, soweit sie mit Gottes Betriebssystem nicht kompatibel sind. Viren werden beseitigt; beschädigte Dateien wieder hergestellt, soweit sie für das neue Gesamtsystem wertvoll sind. Solche verseuchten Programme und Dateien im Leben eines Menschen nennt die Bibel Schuld oder auch Sünde, und der Löschvorgang heißt Vergebung. Um ihn zu ermöglichen, ist Jesus stellvertretend für uns gestorben und auferstanden. Seither ist aller destruktiven Software und den Kräften, die sie verbreiten wollen, die Lizenz entzogen.
Christ werden heißt also, den Computer unseres Lebens von Gott mit seiner Software völlig neu konfigurieren zu lassen. Dazu muss man ihn jedoch bewusst selbst einschalten; denn Gott verändert einen Menschen nur, wenn dieser es will und ihn darum bittet. Ist dies einmal grundsätzlich geschehen, so besteht dann für uns die Möglichkeit, täglich neue, wertvolle Dateien aus der Datenbank Gottes herunterzuladen, nicht zuletzt auch für unsere Orientierung und Navigation in dieser Welt. Die Bibel nennt das Leitung durch den Geist Gottes.
In der Forschung gibt es Projekte, bei denen Tausende von Computern miteinander vernetzt werden. Das erfordert natürlich Gemeinsamkeit der Software sowie äußerste Präzision bei der Feinabstimmung der Aufgaben und bei der Kommunikation während des Arbeitsvorgangs. So sind in letzter Zeit beispielsweise Primzahlen gigantischer Größe systematisch gesucht und entdeckt worden, was keinem der beteiligten PCs je im Alleingang gelungen wäre.
Verstehen wir jetzt, wie das Netzwerk von Jesus Christus funktioniert? Zwischen den Menschen, die von ihm neu programmiert sind, ist immer dann eine Vernetzung möglich, wenn sie einander begegnen und miteinander aktive Verbindung aufnehmen. Der Grad dieser Vernetzung mag unterschiedlich sein und davon abhängen, inwieweit Menschen sich gemeinsam in konkrete Projekte einbeziehen lassen. Gott will, dass wir dies in verbindlicher Form tun, nicht nur als Hobby. Christsein ist also nichts für Eigenbrötler, die die Gemeinschaft scheuen. Gemeinsam vernetzt jedoch können sie in dieser Welt Projekte Gottes bewältigen, die bei getrenntem, nur individuellem Einsatz scheitern würden.
Diese Verkörperung von Jesus Christus, seine Gemeinde, wird im Neuen Testament (man lese das 12. und das 14. Kapitel des 1. Korintherbriefes) als ein lebendiger Organismus beschrieben, in dem jeder, der an ihn glaubt, als ein Organ integriert ist. Es kommt also darauf an, dass jeder von uns in diesem Netzwerk die konkrete Organfunktionen zuverlässig wahrnimmt, die ihm 'organisch' zugewiesen ist – natürlich in Wechselwirkung mit anderen Organen, nicht als Fremdkörper.
Übrigens versteht sich die IVCG als ein spezieller Teil dieses Netzwerks, der eine besondere Aufgabe hat: Verantwortungsträgern in der Gesellschaft dabei behilflich sein, den Weg zu der erwähnten, entscheidenden Neuprogrammierung zu finden.
Persönlich bedeutet es für einen Menschen die höchste denkbare Lebenserfüllung, in das Netzwerk Gottes integriert zu sein. Er spürt dann täglich, dass sein Leben seinen Sinn erfüllt, denn er wird von Gott zur Verbreitung seiner erlösenden Liebe in dieser Welt verwendet. Er erlebt auf allen Lebensgebieten die heilsamen Wirkungen des neuen Programms; denn er erfährt, wie sein Leben in Familie, Beruf und Gesellschaft davon geprägt und in der täglichen Praxis dynamisch entfaltet wird. Und dieses Netzwerk kann niemals abstürzen, denn es wird von Gott selbst zentral gesteuert.