

Der Grund für fehlende Lebensbalance liegt selten allein in äußeren Umständen. Oft scheinen in uns Kräfte zu dominieren, die wir nicht im Griff haben. Sie treiben uns zu Resignation, suchtartigem Verhalten und unliebsamen Ausbrüchen. Ich nenne diese ureigenen und doch so eigenartigen Kräfte «innerer Pitbull».
Pitbull ist eine Hunderasse, die in der Schweiz seit einigen Monaten in vieler Leute Mund ist. Die Attacke von drei ausgerissenen Pitbulls kostete am 1. Dezember 2005 in Oberglatt bei Zürich einem sechsjährigen Knaben das Leben. Seit diesem tragischen Ereignis hat die öffentliche Diskussion rund um Pitbulls über Wochen hinweg kaum mehr ein Ende gefunden. Nur wenige realisieren, dass sich die Pitbull-Problematik in mancher Hinsicht auch tief in uns drin abspielt. Der «innere Pitbull» fügt unserer Freude schwere Bisswunden zu. Er attackiert unsere Liebe. Er tötet unseren Glauben. Er bringt uns aus dem Gleichgewicht und ruiniert unser Leben. Das Züchten und Halten von Pitbulls kann verboten werden. Der «innere Pitbull» aber lebt trotz aller Verbote weiter. Fragt sich nur wie.
Wenden Sie die ‘Pitbull-Strategie’ an Bei allen Gefahren, die ein Hund mit sich bringt, darf nicht vergessen werden, dass sich selbst ein Pitbull als begehrter Helfer in der Not entpuppt, falls entscheidende Voraussetzungen erfüllt werden. Aggressives Benehmen ist dann untypisch für ihn: Er wird erfolgreich als Familiengefährte, Therapie- und Suchhund für Verschüttete eingesetzt. Wie in aller Welt kann der lebensbedrohende Pitbull zum Freund und Retter werden?
Kenner verfahren nach einer bestimmten Strategie, die es auch für unseren «inneren Pitbull» anzuwenden gilt – ohne Maulkorb und Leinenzwang.
Wegen seines kraftvollen Charakters benötigt der Pitbull eine kompetente Person, die ihm zugewandt ist und ihm Gehorsam antrainiert.
Ich habe mich entschieden, die beste Person über meinen «inneren Pitbull» zu setzen, die es überhaupt gibt. Diese Person ist Gott und Mensch zugleich. Mit ihr habe ich sehr gute Erfahrungen gesammelt. Es ist Jesus Christus.
Ich habe auf sein unsichtbares Dasein zu bauen begonnen. Frisch und froh (ja geradezu etwas frech) habe ich ihn gebeten, durch seinen Geist in mir zu sein. Seitdem kann der Pitbull in mir nicht mehr tun und lassen, was er will. Denn sein Meister lebt nun auch einzuin mir. Wenn Jesus und der Pitbull sich nicht einig sind, gebe ich Jesus die Stimme. So entwickelt sich mein innerer Hund zum Therapiehund. Einer meiner Bekannten wollte diese wertvolle Erfahrung auch nicht mehr missen. Er bekräftigte seine Sehnsucht mit den Worten: «Jesus, dir unterwerfe ich, was in mir ist. Du bist stärker als alles andere in mir. Sei du der Herr meines inneren Pitbulls.»
Die natürliche Pitbull-Behändigkeit macht den Hund zu einem fähigen Kletterer, sodass eine gute Umzäunung zwingend ist. Setzen Sie aus der Gottesbeziehung heraus Ihrem «inneren Pitbull» eindeutige Grenzen! Sie werden künftig nicht darum herumkommen, häufiger nein zu sagen. Insbesondere gilt dies dort, wo Gefahr besteht, aus sinnvollen Bereichen auszubrechen. Lassen Sie die Ausbruchstendenz des «Tieres» nicht zur Sucht heranwachsen. Sei es nun Arbeitssucht, Sorgensucht oder eine Sucht im sexuellen Bereich. Sie soll keine Chance haben. Also: Was tun Sie von jetzt an nicht mehr? Worauf verzichten Sie ab heute? Wichtig ist, dass es nicht einfach beim berühmten Konjunktiv «sollte, könnte, müsste» bleibt. Fällen Sie Ihren Entschluss eindeutig: Das tue ich nun nicht mehr!
Der Pitbull ist intelligent und zeigt eine große Einsatzbereitschaft. Nutzen Sie Ihre inneren «Pitbull- Kräfte» zum Guten. Es gibt immer Wege, um intelligenter, dosierter und gezielter arbeiten zu können! Arbeitssüchtige sind nicht diejenigen Leute, die am meisten leisten. Oft wird erst im Nachhinein klar, dass gerade in Zeiten, in denen wir lahm gelegt wurden, Neues entstehen konnte. Entscheidend ist, sich nicht auf das Dringende, sondern auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich bin zurzeit daran, vermehrt Erholungspausen einzubauen. Künftig werde ich stärker in Unvergängliches statt noch mehr in Vergängliches investieren. Für viele Menschen, die in Gefahr stehen, aus der Lebensbalance zu geraten, hat sich ein Punkt als sehr hilfreich erwiesen. Dieser lautet: Klarer herausfinden, was die eigentliche Lebensberufung ist! Frage: Worüber wird der Pfarrer an Ihrer Beerdigung sprechen? Wahrscheinlich über den Grund, wozu Sie auf dieser Welt waren, über Ihre Berufung! Es hat Sinn, Ihr Engagement vermehrt so einzurichten, dass es Ihrer Berufung entspricht.
So leisten Sie mit weniger Aufwand mehr. Und Sie fühlen sich glücklicher.
Pitbulls fühlen sich am wohlsten, wenn sie mit anderen Pitbulls zusammen sind. Es lohnt sich, darauf zu achten, dass sich Ihr «innerer Pitbull» zu anderen «Pitbulls» gesellt, die erfolgreich leben. Diejenigen Menschen, mit denen wir grundsätzliche Fragen unseres Lebens erörtern, prägen uns. Die Planung zur regelmäßigen Teilnahme an Treffen engagierter Christen ist ein großer Gewinn für jemanden, der ausgeglichen leben will. Warum sich nicht nach Gesprächskreisen erkundigen, in denen sich Leute unterschiedlicher Herkunft über Bibeltexte unterhalten und versuchen, diese in ihrem Alltag umzusetzen? Schließen Sie Freundschaft mit Frauen und Männern, die daran sind, ihre inneren Triebe mehr und mehr als einen «Therapie- und Suchhund» zu erfahren. Mit seiner Lebensfreude werden Sie ihn zunehmend als warmherzigen und treuen Gefährten erfahren: der «liebe Pitbull».
Und jetzt? Um selbst unter starker Beanspruchung sein Leben ausgeglichen zu meistern, gilt es folgendes zu beachten:
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Weitere Informationen und eine Gratis-CD finden Sie unter www.FredyStaub.ch. Die angeschnittene Thematik kann mit Fredy Staubs neuem Hörbuch «Life Balance – Ausgeglichen leben» (CD in deutscher Sprache, Spieldauer über eine Stunde, CHF 19.80) vertieft werden.

CH-Wädenswil
Medienschaffender, moderiert Ratgeber-Sendungen, bei Radio und Fernsehen, interpretiert aktuelles Geschehen aus christlicher Sicht und hält schweizweit Vorträge und Seminare zum Thema Lebenshilfe, evangelisch-reformierter Theologe, verheiratet mit Liliane Staub, Grundschullehrerin, zwei erwachsene Söhne