HOMEKONTAKTELINKS
Kopfbild
Themen

Termine












Die IVCG

 
Ausgabe 02/03 

Ganzheitlich gesund sein

 

Wir leben in Westeuropa in einer Welt, in der Jugend und Gesundheit gefragt sind. Was schwach oder krank ist, wird an den Rand gedrängt. Techniken der «pränatalen Diagnostik» eröffnen die Möglichkeit, schon vor der Geburt eines Kindes dessen Gesundheit zu prüfen. Wird eine Krankheit festgestellt, kann eine Abtreibung vorgenommen werden. Am anderen Ende der Lebensspanne diskutiert man über «Euthanasie» und fragt sich, ab wann ein nicht mehr als lebenswert empfundenes Dasein aktiv beendet werden sollte.

Der Umgang mit Gesundheit und Krankheit hat mit unserem Weltbild zu tun. Eine materialistisch geprägte Einstellung hat zur Folge, dass der Mensch und seine Funktionen wie eine biologische Maschine betrachtet werden, die optimiert oder repariert werden kann. Eine ganzheitliche Betrachtung hingegen bezieht auch das soziale Umfeld sowie seelische und geistliche Einflüsse mit ein. Wie ich mit Krankheit umgehe, hat viel mit meiner Überzeugung oder mit meinem Glauben zu tun.

Seit einigen Jahren haben mich Fragen nach Krankheit und Gesundheit stark herausgefordert. Dies hängt auch damit zusammen, dass ich fünf Jahre in Afrika lebte. Man wird mit neuen Krankheiten wie Malaria konfrontiert und hat nicht immer Zugang zu guten medizinischen Diensten. Als Christ glaube ich daran, dass Gesundheit und Krankheit in Gottes Hand liegen. Wie kann sich das ganz praktisch in meinem Leben auswirken?

Ein Erlebnis hat mir besonders die Augen geöffnet. Vor einem Jahr stellte ich während eines Urlaubs in einem deutschen christlichen Gästehaus fest, dass mehrere Gäste durch Not und Leid bedrückt waren. Meine Frau und ich legten dem Leiter der Tagungsstätte nahe, einen Fürbittedienst anzubieten. Daraufhin wurde ein besonderer Gottesdienst geplant. Es waren zwei Pfarrer da, die mithalfen. Wir dachten, es kämen einige wenige Personen und staunten deshalb nicht schlecht über die Zahl der Gäste, die sich in der Kapelle einfanden. Ich las zwei Texte aus der Bibel und gab dazu einige Erläuterungen (Jakobus, Kapitel 5, Sätze 3-16; Psalm Nr. 66, Sätze 16-20).

Dann erklärte ich vier Möglichkeiten, wie wir Gottes Hilfe in Not erfahren können:

  • Direktes übernatürliches Einwirken: Gott, der die Welt und uns Menschen erschaffen hat, kann Leid direkt entfernen oder lindern. Eine Erfahrung dazu: In Afrika hatte meine Frau während der Schwangerschaft Amöben, und zwar eine aggressive Art. Während den ersten Monaten der Schwangerschaft sollte sie aber keine Medikamente einnehmen. Wir konnten nur auf Gott vertrauen und hoffen, dass er hilft. Und siehe da: Entgegen allen Erwartungen hatte sie kaum Beschwerden.

  • Innere Prozesse, die zur Heilung führen: Mangelnde Vergebung und Bitterkeit können zu körperlichen Beschwerden führen. So können Arthrose oder rheumatische Beschwerden damit zu tun haben, dass man jemandem nicht vergeben will oder Verbitterung im Herzen trägt. Bittere Gefühle können gegen die eigenen Eltern, gegen den Ehepartner oder gegen Gott gerichtet sein. Achtung: Die umgekehrte Schlussfolgerung ist nicht zulässig! Nicht jeder, der unter solchen Beschwerden leidet, ist verbittert. Wenn es aber der Fall ist, dann können eine vergebende Haltung und das Ablegen der Bitterkeit zur Heilung führen.

  • Hilfe im Umgang mit dem Leid: Das Buch «Joni»1 ist zu einem Bestseller geworden. Die Autorin beschreibt darin, wie sie als junge Frau einen Unfall erlitt und seitdem querschnittsgelähmt ist. Trotzdem hat sie viel von Gottes Hilfe und Kraft erfahren und ist für viele Behinderte und auch Gesunde zu einer großen Ermutigung geworden.

  • Zuversicht auf die Ewigkeit hin: In der Bibel steht, dass Gottes Kinder an einen Ort kommen werden, wo es keine Tränen und kein Leid mehr geben wird.2 Das ist nicht einfach ein billiger Trost. Gott ist der Herr der Geschichte, und wir werden einmal das sehen, worauf wir heute vertrauen.3

Nach diesen Erläuterungen wurde den Anwesenden vier praktische Schritte vorgeschlagen:

  • Zuversicht, Gottes Kind zu sein: Wir dürfen Gott unseren Vater nennen und von ihm Hilfe erfahren. Haben wir die persönliche Gewissheit, Gottes Kind zu sein? Zur Hilfe wurden Zettel ausgeteilt mit einem Vorschlag für ein Gebet, um sein Leben Jesus anzuvertrauen oder eine früher gemachte Entscheidung zu bestätigen.

  • Persönliche Überlegung: Worum möchte ich Gott bitten? Was kann ich glauben, oder welches ist meine Zuversicht in Bezug auf Gottes Einwirken? Die Haltung des Glaubens ist bei der Fürbitte wichtig.4

  • Bekenntnis: Beim Gebet für Leidende und Kranke ist es wichtig, einander Schuld und Bitterkeit zu bekennen.5

  • Gebet mit Handauflegen: Zu dieser Art von Fürbitte gehört das Salben mit Öl und Handauflegen.6


Was nach diesen Erklärungen und der Einladung zum Gebet geschah, war etwas, was wir zwar schon in Afrika erlebt hatten, aber noch nie in Deutschland. Obwohl wir uns aufteilten und Gebet an drei Orten im Raum anboten, mussten einzelne anstehen, bis sie an die Reihe kamen. Die Lieder der Wartenden erfüllten den Raum, während Bekenntnisse ausgesprochen wurden, Tränen flossen und Fürbitte in Anspruch genommen wurde. Es dauerte eineinhalb Stunden, bis wir fertig waren. Die Atmosphäre war sehr ergreifend. Wir hatten ja nur angeboten, was die Bibel beschreibt und erklärt. In unserem Umfeld kommen mehr und mehr Menschen unter Druck und leiden. Wir können uns auf Gottes Möglichkeiten und Angebote besinnen und ganz neu mit seinem Eingreifen rechnen!

Vielleicht lesen Sie diesen Artikel und denken an so vieles, was Sie selber an Leid und Beschwerden durchmachen mussten. Haben Sie schon an die Möglichkeit gedacht, Fürbitte in Anspruch zu nehmen? Falls Sie Fragen zum Thema haben, können Sie im Internet einen ausführlicheren Artikel zum Thema finden (www.janzteam.com/downloads) oder mir ein E-Mail senden (pregez(at)web.de).

_______________

1 Joni – die Biografie, Joni Eareckson, Gerth Medien, ISBN Nr. 3-89437-715-1

2 Offenbarung, Kapitel 21, Satz 4

3 Hebräer, Kapitel 11, Satz 1

4 Jakobus, Kapitel 5, Satz 16b

5 Jakobus, Kapitel 5, Satz 16a

6 Jakobus, Kapitel 5, Satz 14

Der Autor

Peter Regez

Dr. Ing. ETH Peter Regez

D-Kandern

verheiratet mit Marianne Regez, vier erwachsene Kinder. Ausbilder und Berater für transkulturelle Einsätze und Leiter eines international tätigen christlichen Werkes (Janz Team).

Download

200302_regez_p.pdf

16.1 K

SERVICE


ABOfacebook

ARCHIV



__Zeitschrift 'reflexionen'

Leseproben

 > Brennpunkt

  • __Hintergrund

    __Monday Manna

    __IVCG-Podcast