

Wir leben in Westeuropa in einer Welt, in der Jugend und Gesundheit gefragt sind. Was schwach oder krank ist, wird an den Rand gedrängt. Techniken der «pränatalen Diagnostik» eröffnen die Möglichkeit, schon vor der Geburt eines Kindes dessen Gesundheit zu prüfen. Wird eine Krankheit festgestellt, kann eine Abtreibung vorgenommen werden. Am anderen Ende der Lebensspanne diskutiert man über «Euthanasie» und fragt sich, ab wann ein nicht mehr als lebenswert empfundenes Dasein aktiv beendet werden sollte.
Der Umgang mit Gesundheit und Krankheit hat mit unserem Weltbild zu tun. Eine materialistisch geprägte Einstellung hat zur Folge, dass der Mensch und seine Funktionen wie eine biologische Maschine betrachtet werden, die optimiert oder repariert werden kann. Eine ganzheitliche Betrachtung hingegen bezieht auch das soziale Umfeld sowie seelische und geistliche Einflüsse mit ein. Wie ich mit Krankheit umgehe, hat viel mit meiner Überzeugung oder mit meinem Glauben zu tun.
Seit einigen Jahren haben mich Fragen nach Krankheit und Gesundheit stark herausgefordert. Dies hängt auch damit zusammen, dass ich fünf Jahre in Afrika lebte. Man wird mit neuen Krankheiten wie Malaria konfrontiert und hat nicht immer Zugang zu guten medizinischen Diensten. Als Christ glaube ich daran, dass Gesundheit und Krankheit in Gottes Hand liegen. Wie kann sich das ganz praktisch in meinem Leben auswirken?
Ein Erlebnis hat mir besonders die Augen geöffnet. Vor einem Jahr stellte ich während eines Urlaubs in einem deutschen christlichen Gästehaus fest, dass mehrere Gäste durch Not und Leid bedrückt waren. Meine Frau und ich legten dem Leiter der Tagungsstätte nahe, einen Fürbittedienst anzubieten. Daraufhin wurde ein besonderer Gottesdienst geplant. Es waren zwei Pfarrer da, die mithalfen. Wir dachten, es kämen einige wenige Personen und staunten deshalb nicht schlecht über die Zahl der Gäste, die sich in der Kapelle einfanden. Ich las zwei Texte aus der Bibel und gab dazu einige Erläuterungen (Jakobus, Kapitel 5, Sätze 3-16; Psalm Nr. 66, Sätze 16-20).
Dann erklärte ich vier Möglichkeiten, wie wir Gottes Hilfe in Not erfahren können:
Nach diesen Erläuterungen wurde den Anwesenden vier praktische Schritte vorgeschlagen:
Was nach diesen Erklärungen und der Einladung zum Gebet geschah, war etwas, was wir zwar schon in Afrika erlebt hatten, aber noch nie in Deutschland. Obwohl wir uns aufteilten und Gebet an drei Orten im Raum anboten, mussten einzelne anstehen, bis sie an die Reihe kamen. Die Lieder der Wartenden erfüllten den Raum, während Bekenntnisse ausgesprochen wurden, Tränen flossen und Fürbitte in Anspruch genommen wurde. Es dauerte eineinhalb Stunden, bis wir fertig waren. Die Atmosphäre war sehr ergreifend. Wir hatten ja nur angeboten, was die Bibel beschreibt und erklärt. In unserem Umfeld kommen mehr und mehr Menschen unter Druck und leiden. Wir können uns auf Gottes Möglichkeiten und Angebote besinnen und ganz neu mit seinem Eingreifen rechnen!
Vielleicht lesen Sie diesen Artikel und denken an so vieles, was Sie selber an Leid und Beschwerden durchmachen mussten. Haben Sie schon an die Möglichkeit gedacht, Fürbitte in Anspruch zu nehmen? Falls Sie Fragen zum Thema haben, können Sie im Internet einen ausführlicheren Artikel zum Thema finden (www.janzteam.com/downloads) oder mir ein E-Mail senden (pregez(at)web.de).
_______________
1 Joni – die Biografie, Joni Eareckson, Gerth Medien, ISBN Nr. 3-89437-715-1
2 Offenbarung, Kapitel 21, Satz 4
3 Hebräer, Kapitel 11, Satz 1
4 Jakobus, Kapitel 5, Satz 16b
5 Jakobus, Kapitel 5, Satz 16a
6 Jakobus, Kapitel 5, Satz 14